Sa, 10:03 Uhr
09.02.2008
Der Armut den Kampf angesagt
Noch nie war die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland größer als gegenwärtig. Der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen wird daher das Thema "Armut" im Jahr 2008 zu einem Schwerpunkt der sozialpolitischen Arbeit machen. Auch in Nordthüringen...
Das erklärte der Landesvorsitzende des Sozialverbandes VdK Hessen-Thüringen Udo Schlitt zu den Neujahrsempfängen des Verbandes in Erfurt und Nidda-Bad Salzhausen (Hessen) und ist zugleich ein programmatisches Bekenntnis für das Jahr 2008. Das macht sich auch der Kreisverband Nordthüringen zur Grundlage seiner inhaltlichen Arbeit in diesem Jahr.
Nach Ermittlungen des Statistischen Bundesamtes sind zwischen 2001 und 2006 die Unternehmens- und Vermögenseinkünfte um mehr als 36 Prozent gestiegen. Während das reichste Zehntel der Bevölkerung mittlerweile über 60 Prozent des Gesamtvermögens in Höhe von 5,4 Billionen Euro verfügt, haben rund zwei Drittel der Menschen ab 17 Jahren oft gar nichts mehr - außer Schulden. Viele Menschen haben Angst vor der Zukunft. Sie befürchten, im Alter ihren Lebensstandard nicht mehr halten zu können und auf staatliche Hilfe angewiesen zu sein.
Die Neurentner des Jahres 2006 bekamen im Durchschnitt bereits über 10 Prozent weniger ausbezahlt als die Rentenzugänge des Jahres 2000. Und dies ist noch nicht das Ende der Entwicklung. Um Altersarmut wirksam vorzubeugen, fordert der VdK insbesondere vier Maßnahmen:
- Die Rentenbeitragszahlungen für ALG II-Empfänger müssen dringend erhöht werden. Nach der jetzigen Regelung erwerben Langzeitarbeitslose pro Jahr der Arbeitslosigkeit eine Rentenanwartschaft von 2,19 Euro. Das ist unverantwortlich. Um Langzeitarbeitslose besser fürs Alter abzusichern, sind Zeiten der Arbeitslosigkeit mit mindestens 0,3 Entgeltpunkten zu berücksichtigen.
- Die Riester-Rente darf künftig nicht mehr auf die Grundsicherung im Alter angerechnet werden. Sonst lohnt sich "Riestern" für Geringverdiener nicht mehr.
- Nach rund achtzehn Jahren deutscher Einheit brauchen wir nun auch die Einheit in der Rentenleistung. Es ist daher unerträglich, dass die Rentenwerte in Ost und West noch immer um rund 12 Prozent variieren. Der VdK fordert daher einen zeitnahen Einstieg in eine stufenweise und steuerfinanzierte Angleichung.
- Die Rente mit 67 und die Diskussion um weitere Anhebungen der Altersgrenzen müssen gestoppt werden. Stattdessen sind flexible Möglichkeiten des Übergangs in die Rente zu schaffen.
Dazu legte der VdK-Landesverband den Regierungen in Hessen und Thüringen einen konkreten Vorschlag auf den Tisch.
Klaus Henze
Autor: nnzDas erklärte der Landesvorsitzende des Sozialverbandes VdK Hessen-Thüringen Udo Schlitt zu den Neujahrsempfängen des Verbandes in Erfurt und Nidda-Bad Salzhausen (Hessen) und ist zugleich ein programmatisches Bekenntnis für das Jahr 2008. Das macht sich auch der Kreisverband Nordthüringen zur Grundlage seiner inhaltlichen Arbeit in diesem Jahr.
Nach Ermittlungen des Statistischen Bundesamtes sind zwischen 2001 und 2006 die Unternehmens- und Vermögenseinkünfte um mehr als 36 Prozent gestiegen. Während das reichste Zehntel der Bevölkerung mittlerweile über 60 Prozent des Gesamtvermögens in Höhe von 5,4 Billionen Euro verfügt, haben rund zwei Drittel der Menschen ab 17 Jahren oft gar nichts mehr - außer Schulden. Viele Menschen haben Angst vor der Zukunft. Sie befürchten, im Alter ihren Lebensstandard nicht mehr halten zu können und auf staatliche Hilfe angewiesen zu sein.
Die Neurentner des Jahres 2006 bekamen im Durchschnitt bereits über 10 Prozent weniger ausbezahlt als die Rentenzugänge des Jahres 2000. Und dies ist noch nicht das Ende der Entwicklung. Um Altersarmut wirksam vorzubeugen, fordert der VdK insbesondere vier Maßnahmen:
- Die Rentenbeitragszahlungen für ALG II-Empfänger müssen dringend erhöht werden. Nach der jetzigen Regelung erwerben Langzeitarbeitslose pro Jahr der Arbeitslosigkeit eine Rentenanwartschaft von 2,19 Euro. Das ist unverantwortlich. Um Langzeitarbeitslose besser fürs Alter abzusichern, sind Zeiten der Arbeitslosigkeit mit mindestens 0,3 Entgeltpunkten zu berücksichtigen.
- Die Riester-Rente darf künftig nicht mehr auf die Grundsicherung im Alter angerechnet werden. Sonst lohnt sich "Riestern" für Geringverdiener nicht mehr.
- Nach rund achtzehn Jahren deutscher Einheit brauchen wir nun auch die Einheit in der Rentenleistung. Es ist daher unerträglich, dass die Rentenwerte in Ost und West noch immer um rund 12 Prozent variieren. Der VdK fordert daher einen zeitnahen Einstieg in eine stufenweise und steuerfinanzierte Angleichung.
- Die Rente mit 67 und die Diskussion um weitere Anhebungen der Altersgrenzen müssen gestoppt werden. Stattdessen sind flexible Möglichkeiten des Übergangs in die Rente zu schaffen.
Dazu legte der VdK-Landesverband den Regierungen in Hessen und Thüringen einen konkreten Vorschlag auf den Tisch.
Klaus Henze

