Di, 16:00 Uhr
05.02.2008
Norden kommt schlecht weg
Das Thüringer Wirtschaftsministerium und die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) werben ab sofort mit einer neuen Standortbroschüre für den Wirtschafts- und Technologiestandort Thüringen. Wir haben rein geschaut, und fanden kaum Nordthüringen.
Das neue Heft erhielt eine modernere, übersichtliche Gestaltung, sein Inhalt wurde an die geänderten Interessen von Investoren und Fachkräften angepasst, heißt es zumindest auf der Internetseite des Wirtschaftsministeriums. Die neue Standortbroschüre ist die Visitenkarte der ‚Denkfabrik’ und bietet auf wenigen Seiten einen guten Überblick über Stärken, Potentiale und Lebensqualität in Thüringen, kommentierte Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz die Neuauflage.
Und was ist aus Nordthüringen in der Broschüre? Fast weniger als nichts. In einem Nebensatz wird ohne Kommentierung erwähnt, dass es die Greußener Salami und den Nordhäuser Doppelkorn gibt. Mehr als die vier Worte zur Wirtschaft im Norden Thüringens war nicht drin. Da ist ja die Meldung, das Nordthüringen über die A 38 sehr gut mit dem Ruhrgebiet und dem Gebiet Halle/Leipzig verbunden ist, noch eine tolle Sache.
Aber damit ist das Potential für den Norden (Eichsfeldkreis, Kyffhäuserkreis und Nordhausen) völlig ausgeschöpft. Die Broschüre erwähnt, das es die Theater in Meiningen und Weimar gibt, und nennt die Oper Erfurt. Das war es auch schon. Unser Theater Nordhausen/Lohorchester ist für die Macher nicht erwähnenswert. Ähnlich geht es weiter. Der Rennsteig wird erwähnt, aber dass wir einen zertifizierten sehr guten Kyffhäuserweg im Norden haben ist uninteressant. Und so eine Zertifizierung schafften bisher nur wenige Wanderwege in Deutschland!
Der Nationalpark Hainich soll Touristen anlocken. Wir im Norden brauchen wohl keine, denn weder Harz noch Kyffhäuser (mit Geopark) finden eine Erwähnung.
Und beim Bildungswesen? Ähnlich katastrophal. Die Unis in Erfurt und Ilmenau, sowie die Fachhochschule Schmalkalden fanden Eingang in die Broschüre. Es soll ja auch eine Fachhochschule Nordhausen geben. Die Meldung dazu ist aber bestimmt mit der Schneckenpost noch nicht in Erfurt angekommen.
Offensichtlich besteht für den Norden keine Lobby in Erfurt. Die örtlichen gewählten Volksvertreter sollen sollten sich mal in Erfurt bemerkbar machen, oder sieht das kn nur so falsch, meint
Karl-Heinz Herrmann
Autor: khhDas neue Heft erhielt eine modernere, übersichtliche Gestaltung, sein Inhalt wurde an die geänderten Interessen von Investoren und Fachkräften angepasst, heißt es zumindest auf der Internetseite des Wirtschaftsministeriums. Die neue Standortbroschüre ist die Visitenkarte der ‚Denkfabrik’ und bietet auf wenigen Seiten einen guten Überblick über Stärken, Potentiale und Lebensqualität in Thüringen, kommentierte Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz die Neuauflage.
Und was ist aus Nordthüringen in der Broschüre? Fast weniger als nichts. In einem Nebensatz wird ohne Kommentierung erwähnt, dass es die Greußener Salami und den Nordhäuser Doppelkorn gibt. Mehr als die vier Worte zur Wirtschaft im Norden Thüringens war nicht drin. Da ist ja die Meldung, das Nordthüringen über die A 38 sehr gut mit dem Ruhrgebiet und dem Gebiet Halle/Leipzig verbunden ist, noch eine tolle Sache.
Aber damit ist das Potential für den Norden (Eichsfeldkreis, Kyffhäuserkreis und Nordhausen) völlig ausgeschöpft. Die Broschüre erwähnt, das es die Theater in Meiningen und Weimar gibt, und nennt die Oper Erfurt. Das war es auch schon. Unser Theater Nordhausen/Lohorchester ist für die Macher nicht erwähnenswert. Ähnlich geht es weiter. Der Rennsteig wird erwähnt, aber dass wir einen zertifizierten sehr guten Kyffhäuserweg im Norden haben ist uninteressant. Und so eine Zertifizierung schafften bisher nur wenige Wanderwege in Deutschland!
Der Nationalpark Hainich soll Touristen anlocken. Wir im Norden brauchen wohl keine, denn weder Harz noch Kyffhäuser (mit Geopark) finden eine Erwähnung.
Und beim Bildungswesen? Ähnlich katastrophal. Die Unis in Erfurt und Ilmenau, sowie die Fachhochschule Schmalkalden fanden Eingang in die Broschüre. Es soll ja auch eine Fachhochschule Nordhausen geben. Die Meldung dazu ist aber bestimmt mit der Schneckenpost noch nicht in Erfurt angekommen.
Offensichtlich besteht für den Norden keine Lobby in Erfurt. Die örtlichen gewählten Volksvertreter sollen sollten sich mal in Erfurt bemerkbar machen, oder sieht das kn nur so falsch, meint
Karl-Heinz Herrmann


