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Mi, 08:10 Uhr
24.04.2002

Polio kann abgehakt werden

Nordhausen (nnz). Es ist so lange noch nicht her, dass Menschen in Deutschland an Kinderlähmung (Polio) erkrankten, daran starben oder ein Leben lang an den Folgen zu leiden hatten. Wie es damit heute bestellt ist, das lesen Sie in Ihrer nnz.


Noch zwischen 1950 und 1961 litten in Deutschland etwa 25.000 Menschen an Kinderlähmung. 10 Prozent der Betroffenen starben. 80 Prozent trugen bleibende Lähmungen davon. Seitdem wurde die Vorsorge immer besser ausgebaut mit dem Ergebnis, dass man Polio in Deutschland heute nur noch von Hörensagen kennt. In Europa soll sie noch in diesem Jahr verschwunden sein und bis zum Jahr 2005 hofft die Weltgesundheitsbehörde (WHO) ihre weltweite Überwindung bekannt geben zu können. Damit wird diese gefährliche Infektionskrankheit nach den Pocken die zweite sein, die man weltweit abhaken kann.

Wie die Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten (DVV) am Montag in Berlin bestätigte, ist der Kampf gegen die Kinderlähmung bereits gewonnen. Dank umfassender Impfung (bei etwa 90 Prozent der Einschulungskinder besteht Impfschutz), Meldepflicht verdächtiger Symptome und strenger Sicherheitsbestimmungen im Umgang mit dem Erreger kommen Polio-Wildviren in Deutschland praktisch nicht mehr vor. Der letzte Fall einer nicht eingeschleppten Kinderlähmung trat 1990 auf.

Obwohl es bereits gelungen ist, die Zahl der Neuinfektionen in der Welt von 350.000 im Jahr 1988 auf 537 im Jahr 2001 zu reduzieren, gibt es noch immer Regionen, in denen der Erreger häufiger vorkommt. Als besonders gefährdet gelten Indien, Pakistan und Afghanistan sowie Nigeria. Von dort kann der Erreger immer wieder eingeschleppt werden. Deshalb kann auch derzeit auf die Impfung noch nicht verzichtet werden.
Autor: nnz

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