Sa, 08:25 Uhr
19.01.2008
Aufgespürt (1): Das graue Gespenst
Sagen und Märchen haben seit eh und je die Menschen fasziniert. Auch im Landkreis Nordhausen haben Sagen ihren Ursprung. Die nnz ist auf eine interessante Entdeckungsreise gegangen.
Unweit von Bleicherode in Oberdorf im Wippertal, lebte vor Zeiten die Hebamme Oppermann. Sie hatte die Aufgabe, in ihrem Heimatort und in den umliegenden Dörfern gebärenden Frauen zur Seite zu stehen und die Geburten zu leiten. Einst wurde sie des Nachts nach Kehmstedt gerufen, um hier zu helfen. Unverzüglich begab sie sich auf den Weg dorthin. Um Weg zu sparen und natürlich auch, um schneller Hilfe leisten zu können, benutzte sie den Weg durch die Wiesen und Felder.
Als die Hebamme nun an das Flurstück Gickendörfchen gelangte, erblickte sie plötzlich eine seltsame Gestalt an ihrer Seite. Die Erscheinung sah aus wie ein großes graues Fass, das aus vielen Spinnweben zu bestehen schien. Die biedersinnige Frau, die an sich eine couragierte Natur hatte, glaubte zunächst, ihr Schattenbild zu sehen. Da die Sonne aber gar nicht schien, da es ja Nacht war und der aufgehende zunehmende Mond ganz von Wolken verdeckt war, konnte es nicht sein. Grabesstille herrschte, unheimlich wurde es ihr. Die Geburtshelferin erschrak vor ihren eigenen Schritten.
Wohin sie auch ging, das graue Gespenst war immer neben ihr. Es trat ebenso leise auf wie sie und war so nahe, dass die Frau es mit den Händen berühren konnte. Das wagte sie jedoch nicht. Ihr standen vor Schreck die Haare zu Berge, und sie beeilte sich, von dem unheimlichen Ort fortzukommen. Je länger der Weg war, um so heftiger klopfte ihr Herz in beklemmender Angst. Eiligen Schrittes erreichte sie keuchend die Kehmstedter Flur. Das Gespenst verschwand zum Glück. Leichenblass und in Schweiß gebadet, gelangte die Hebamme endlich aufatmend an ihr Ziel. Hier war sie noch rechtzeitig angekommen, um bei der schwierigen Geburt helfen zu können.
Autor: nnzUnweit von Bleicherode in Oberdorf im Wippertal, lebte vor Zeiten die Hebamme Oppermann. Sie hatte die Aufgabe, in ihrem Heimatort und in den umliegenden Dörfern gebärenden Frauen zur Seite zu stehen und die Geburten zu leiten. Einst wurde sie des Nachts nach Kehmstedt gerufen, um hier zu helfen. Unverzüglich begab sie sich auf den Weg dorthin. Um Weg zu sparen und natürlich auch, um schneller Hilfe leisten zu können, benutzte sie den Weg durch die Wiesen und Felder.
Als die Hebamme nun an das Flurstück Gickendörfchen gelangte, erblickte sie plötzlich eine seltsame Gestalt an ihrer Seite. Die Erscheinung sah aus wie ein großes graues Fass, das aus vielen Spinnweben zu bestehen schien. Die biedersinnige Frau, die an sich eine couragierte Natur hatte, glaubte zunächst, ihr Schattenbild zu sehen. Da die Sonne aber gar nicht schien, da es ja Nacht war und der aufgehende zunehmende Mond ganz von Wolken verdeckt war, konnte es nicht sein. Grabesstille herrschte, unheimlich wurde es ihr. Die Geburtshelferin erschrak vor ihren eigenen Schritten.
Wohin sie auch ging, das graue Gespenst war immer neben ihr. Es trat ebenso leise auf wie sie und war so nahe, dass die Frau es mit den Händen berühren konnte. Das wagte sie jedoch nicht. Ihr standen vor Schreck die Haare zu Berge, und sie beeilte sich, von dem unheimlichen Ort fortzukommen. Je länger der Weg war, um so heftiger klopfte ihr Herz in beklemmender Angst. Eiligen Schrittes erreichte sie keuchend die Kehmstedter Flur. Das Gespenst verschwand zum Glück. Leichenblass und in Schweiß gebadet, gelangte die Hebamme endlich aufatmend an ihr Ziel. Hier war sie noch rechtzeitig angekommen, um bei der schwierigen Geburt helfen zu können.

