Mi, 12:43 Uhr
09.01.2008
Die neue Generation
Es war Ende Mai, da wurde unterhalb des Kohnsteins der Einstieg chinesischer Investoren in die einstige NOI-Rotortechnik gefeiert. Jetzt, nach neun Monaten, hat die nnz dem neuen Unternehmen einen Besuch abgestattet...
Carsten Zaremba mit Assistentin Yvonne Schütze
Carsten Zaremba ist vom Outfit nicht unbedingt der typische Manager. Statt Nadelstreifen und Schlips, kommt der 40jährige mit Rollkragenpullover und lässiger Hose in den Besprechungsraum. Und doch haben Zaremba und seine Geschäftsleitungskollegen der SINOI GmbH in den zurückliegenden Monaten ein hartes Stück Arbeit geleistet. Ein halbes Jahr lang sind an der Kohnsteinbrücke wieder Rotorblätter für Windkraftanlagen gebaut und ausgeliefert worden.
Momentan richtet sich das Augenmerk der Unternehmensleitung und der rund 120 Mitarbeiter auf ein neues Projekt – eine neue Generation von Rotorblättern. Gehörten bislang 39 Meter lange Blätter zu den längsten, die das Unternehmen zwischen Niedersachswerfen und Nordhausen verlassen haben, so wird im Spätherbst 2008 das erste Blatt mit einer Länge von 50 Metern die Produktionshallen verlassen.
Bevor es soweit ist, muß dafür die Form gebaut werden. Über den dazu notwendigen Werkzeugbau, über das entsprechende Know how verfügt Sinoi, auch die Mitarbeiter sind an Bord. Im April/Mai soll mit dem Formbau begonnen werden, vier Monate sind dafür eingeplant. Jetzt schon hat das Unternehmen der China National Building Material Group (CNBM) Verträge für zwei Jahre unter Dach und Fach bringen können. Das sind mehr als 50 Prozent unseres geplanten Auftragsvolumens in den kommenden Jahren, gibt sich Zaremba optimistisch.
Allerdings muß die Konzernmutter in den nächsten Monaten auch einige Millionen Euro an Investitionen in die Hand nehmen. So kostet allein eine Form für die Rotorblätter schlappe zwei Millionen Euro. Darüber hinaus müssen Gebäude verlängert, neue Lackieranlagen und die dazu notwendige periphere Technik angeschafft werden.
Dann muß auch der Personalstamm aufgestockt werden, Ende 2008 sollen 200 Frauen und Männer bei SINOI in Lohn und Brot stehen. Und: Für die neue Generation der Rotorblätter müssen jetzige und künftige Mitarbeiter qualifiziert werden. Mehrere Wochen dauert das, zuvor werden die Bewerber einem Profiling unterzogen. Ein Personalberater siebt so zusagen vor dem Ausbildungslehrgang statt danach. Auch hier unterscheidet sich SINOI von NOI.
Und noch ein gravierender Unterschied. Wurde in den zurückliegenden Jahren nach dem so genannten Naßverfahren gearbeitet, so basiert die Fertigungstechnologie auf dem Trockenverfahren. Dort wird das Expoxidharz unter Vakuum in die Form gedrückt, jeglicher Hautkontakt wird damit vermieden.
Mit der neuen 50-Meter-Generation von Rotorblättern, die pro Stück 12 Tonnen auf die Waage bringen, soll nach Zarembas Angaben der Umsatz im Jahr 2009 gegenüber 2008 verdreifacht werden.
Eine Frage zum Schluß des Gesprächs: Gibt es überhaupt Grenzen für die Größe der Rotorblätter? Sicher nicht, was die Herstellung anbelangt, wohl aber hinsichtlich des Transports zum Ort der Montage. Größere Rotorblätter können kaum noch bewegt werden. Selbst schon die normalen 39 Meter langen Kolosse wie auf dem Foto müssen mitunter über Leipzig nach Hamburg gefahren werden, so Carsten Zaremba.
Autor: nnzCarsten Zaremba mit Assistentin Yvonne Schütze
Carsten Zaremba ist vom Outfit nicht unbedingt der typische Manager. Statt Nadelstreifen und Schlips, kommt der 40jährige mit Rollkragenpullover und lässiger Hose in den Besprechungsraum. Und doch haben Zaremba und seine Geschäftsleitungskollegen der SINOI GmbH in den zurückliegenden Monaten ein hartes Stück Arbeit geleistet. Ein halbes Jahr lang sind an der Kohnsteinbrücke wieder Rotorblätter für Windkraftanlagen gebaut und ausgeliefert worden.
Momentan richtet sich das Augenmerk der Unternehmensleitung und der rund 120 Mitarbeiter auf ein neues Projekt – eine neue Generation von Rotorblättern. Gehörten bislang 39 Meter lange Blätter zu den längsten, die das Unternehmen zwischen Niedersachswerfen und Nordhausen verlassen haben, so wird im Spätherbst 2008 das erste Blatt mit einer Länge von 50 Metern die Produktionshallen verlassen.
Bevor es soweit ist, muß dafür die Form gebaut werden. Über den dazu notwendigen Werkzeugbau, über das entsprechende Know how verfügt Sinoi, auch die Mitarbeiter sind an Bord. Im April/Mai soll mit dem Formbau begonnen werden, vier Monate sind dafür eingeplant. Jetzt schon hat das Unternehmen der China National Building Material Group (CNBM) Verträge für zwei Jahre unter Dach und Fach bringen können. Das sind mehr als 50 Prozent unseres geplanten Auftragsvolumens in den kommenden Jahren, gibt sich Zaremba optimistisch.
Allerdings muß die Konzernmutter in den nächsten Monaten auch einige Millionen Euro an Investitionen in die Hand nehmen. So kostet allein eine Form für die Rotorblätter schlappe zwei Millionen Euro. Darüber hinaus müssen Gebäude verlängert, neue Lackieranlagen und die dazu notwendige periphere Technik angeschafft werden.
Dann muß auch der Personalstamm aufgestockt werden, Ende 2008 sollen 200 Frauen und Männer bei SINOI in Lohn und Brot stehen. Und: Für die neue Generation der Rotorblätter müssen jetzige und künftige Mitarbeiter qualifiziert werden. Mehrere Wochen dauert das, zuvor werden die Bewerber einem Profiling unterzogen. Ein Personalberater siebt so zusagen vor dem Ausbildungslehrgang statt danach. Auch hier unterscheidet sich SINOI von NOI.
Und noch ein gravierender Unterschied. Wurde in den zurückliegenden Jahren nach dem so genannten Naßverfahren gearbeitet, so basiert die Fertigungstechnologie auf dem Trockenverfahren. Dort wird das Expoxidharz unter Vakuum in die Form gedrückt, jeglicher Hautkontakt wird damit vermieden.
Mit der neuen 50-Meter-Generation von Rotorblättern, die pro Stück 12 Tonnen auf die Waage bringen, soll nach Zarembas Angaben der Umsatz im Jahr 2009 gegenüber 2008 verdreifacht werden.
Eine Frage zum Schluß des Gesprächs: Gibt es überhaupt Grenzen für die Größe der Rotorblätter? Sicher nicht, was die Herstellung anbelangt, wohl aber hinsichtlich des Transports zum Ort der Montage. Größere Rotorblätter können kaum noch bewegt werden. Selbst schon die normalen 39 Meter langen Kolosse wie auf dem Foto müssen mitunter über Leipzig nach Hamburg gefahren werden, so Carsten Zaremba.



