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Do, 15:07 Uhr
11.04.2002

Theaterintendanz: Ossis favorisiert?

Nordhausen (nnz). Es gibt keine Fusion der Theater in Weimar und Erfurt. Was das für den Theaterstandort Nordhausen bedeutet, darüber hat sich die nnz mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden der GmbH, Klaus Wahlbuhl (SPD), unterhalten.


Nach der gescheiterten Fusion zwischen Weimar und Erfurt könne es sein, dass sich die Landesregierung zurücklehne und ihren finanziellen Verpflichtungen wie bisher nachkomme. Daraus resultiert, dass sich das Nordhäuser Theater spätestens im Jahr 2004 in einer akuten Finanznot befinden werde. Erste Auswirkungen dessen seien vielleicht schon ein Jahr zuvor zu bemerken, erläutert Wahlbuhl im nnz-Gespräch.

Für Nordhausen hieße dies, unbedingt über einen Personalabbau zu diskutieren. Dieser sollte vor allem im nichtkünstlerischen Bereich vorgenommen werden. Wahlbuhl verweist gegenüber der nnz auch auf die Tatsache, dass es in Deutschland (Ost und West) vergleichbare Theater in vergleichbaren Städten wie Nordhausen gebe, die durchaus ein Mehrspartenprogramm mit 205 bis 215 Mitarbeitern anbieten würden. Derzeit sind in Nordhausen 235 Mitarbeiter beschäftigt. Bevor Aufsichtsrat und Gesellschafter intensiv über einen Abbau von Stellen nachdenken, will Wahlbuhl in Erfurt darauf aufmerksam machen, dass in Eisenach zum Beispiel 380 Mitarbeiter und in Meiningen 375 Mitarbeiter an den dortigen Theatern beschäftigt sind. Da sei vor allem ein Personabbau notwendig. Überdenkenswert hält der Aufsichtsratsvorsitzende auch die Thüringer Orchesterstruktur.

Wenn diese Einsparpotentiale genutzt würden, dann brauche man in Nordhausen nicht über einen gravierenden Einschnitt in der künstlerischen Angebotsqualität nachzudenken. „Wir in Nordhausen haben längst unsere Hausaufgaben gemacht, jetzt müssen die anderen Häuser nachziehen“. Für Verhandlungen sei man in Nordhausen immer bereit, man werde jedoch darauf verweisen, dass der Nordthüringer Standort die wenigsten Reserven zum Sparen habe. Bis zum Sommer, spätestens bis zum Herbst, müssen die Entscheidungen im zuständigen Ministerium getroffen werden, auch in Nordhausen benötigt man Planungssicherheit.

Eine erste Reaktion auf die gescheiterte Fusion zwischen Weimar und Erfurt war die Ankündigung von Intendantin Dr. Monika Pirklbauer, für eine Verlängerung ihres Vertrages nicht zur Verfügung zu stehen. Wahlbuhl akzeptiert diese Haltung, sie stimme übrigens auch mit den Vorstellungen der Gesellschafter überein. Im Hinblick auf die Landesgartenschau im Jahr 2004 fordert der Aufsichtsratsvorsitzende der Theater GmbH eine Verlegung der Theaterferien und verlangt während der Gartenschau eine permanente Präsenz des Hauses. Hier setzt er auf eine hoch motivierte Mannschaft und Leitung. Wenn die Intendantin dazu bereit wäre, dann werde man mit ihr bis zum Vertragsende zusammenarbeiten. Etwas Gegenteiliges habe man bislang im Rathaus jedoch nicht vernommen.

Im Herbst kommenden Jahres soll die Stelle für den künftigen Intendanten ausgeschrieben werden. Wahlbuhl wünscht sich hierfür Bewerber, die über genügend Managementfähigkeiten verfügen. Und es sollte jemand sein, der sich sowohl in den neuen Bundesländern auskenne, als auch mit den Befindlichkeiten der Menschen hierzulande vertraut sei. Im Klartext: Der Neue oder die Neue sollte vielleicht ein „Ossi“ sein.
Autor: nnz

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