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Mi, 16:31 Uhr
20.03.2002

nnz-Forum: 4000 Bürgermeinungen!

Nordhausen/Urbach (nnz). Die Äußerungen von kommunalen Politikern zum Industriegebiet in der Goldenen Aue hat die dortige Bürgerinitiative auf den Plan gebracht. Sie argumentiert mit Zahlen.


„Das Wohl einzelner Personen müsse unbedingt dem Gemeinwohl untergeordnet werden“. „Es sind doch sowieso nur die paar Leute der Bürgerinitiative gegen das Industriegebiet“. „Die Mehrheit der Gemeinden identifiziert sich mit dem Industriegebiet“. So die Aussagen der letzten Tage. Dies kann so nicht stehen bleiben. Fast 4000 Bürger haben sich mit Nennung ihres Namens und ihrer Anschrift gegen das Industriegebiet in der Goldenen Aue ausgesprochen. Dieses Unterschriftenpaket liegt dem Wirtschaftsministerium in Erfurt vor. Die Gemeinderäte der Ortschaften Windehausen und Urbach haben sich mehrheitlich gegen das Industriegebiet ausgesprochen. Die Argargenossenschaften und Landwirte sprechen sich einheitlich gegen einen weiteren Flächenmissbrauch aus und betonen, das durch diese Planung Ihre Existenz bedroht wird. Daran hängen immerhin 50 Arbeitsplätze, die vernichtet werden.

Umweltverbände, wie der BBU und BUND haben sich negativ zu den Planungen geäußert. Die Naturschutzbehörde hat ihre Zustimmung zu der Planung verweigert. Auch Fachleute der Landesregierung sehen wenig Chancen für einen Standort „Goldene Aue“. Viele Bürger haben durch Leserbriefe ihre deutliche Ablehnung kundgetan. Die Kirchen, die auch Grundbesitz in der Goldenen Aue haben, sprechen sich gegen eine derartige Verschwendung der immer knapper werdenden Ressourcen aus.

Diese Meinungen sind doch keine „Einzelmeinungen“! Die Hälfte der Einwohner der Goldenen Aue wehrt sich massiv gegen die Zerstörung ihrer Heimat. Fatal, wenn Politiker diesen Bürgerwillen schlicht ignorieren - Hier trifft nicht das zu, was das erklärte Ziel ist: Mehr Demokratie, mehr Bürgerbeteiligung. So wie in der Vergangenheit damit umgegangen wurde, darf es nicht weitergehen. Wenn unsere Kommunalpolitiker ihrer Sache so sicher sind, müssen sie dem Beispiel Urbachs und Windehausens folgen, und die Bewohner ihrer Gemeinde abstimmen lassen.

Wenn sich Verbände und Parteien eindeutig für den Standort Goldene Aue aussprechen, müssen sie aber auch genau begründen warum denn dieser Standort der Beste ist. Wenn sie dann auch noch Alternativen geprüft haben und diese ablehnen, hat der Bürger das Recht zu erfahren, welche Standorte denn geprüft wurden und vor allem warum diese nicht geeignet sind. Wer sich für etwas ausspricht, ist verpflichtet diese Entscheidung genauso zu begründen, wie jemand, der sich gegen etwas ausspricht. Nur dann haben die besseren Argumente eine Chance erkannt zu werden.

Solange die Prüfung der Alternativstandorte nicht abgeschlossen ist, sollten alle einseitigen Festlegungen zu dem einen oder auch anderen Standort unterbleiben, ansonsten wäre das ganze Prozedere eine Farce und man könnte gleich die Bagger gen Goldene Aue schicken. Und ob der Bürgerwille dann auf der Strecke bleibt ist auch schon egal...
Klaus-Dieter Korb, Bürgerinitiative „Rettung der Goldenen Aue“

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

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