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Fr, 09:26 Uhr
15.03.2002

Ist diese Jugend es wert?

Nordhausen (nnz). Die vierte Auflage des Forums Berufsstart ist Geschichte. Die Auswertung der diesjährigen Messe hat gerade erst begonnen...


Theaterstück zum Thema Berufsstart Ist diese Jugend es wert? Diese Frage stellten sich in den zurückliegenden Tagen in der Wiedigsburghalle viele Menschen, vor allem älterer Jahrgänge. Die Frage, auf die auch nach zwei Tagen keine Antwort gegeben werden konnte, resultiert aber aus der Beobachtung und Einschätzung der Messe und ihrer jugendlichen Besucher. Lustlos streiften da viele Schülerinnen und Schüler an den Messeständen vorbei, immer mit dem Blick auf etwas, was man „abstauben“ könnte. Da ein Lineal, dort einen Kugelschreiber, hier eine Plastiktüte. Gezielte Fragen nach Einstellungsmöglichkeiten, nach Ausbildungsprofilen waren Mangelware.

Deprimierend für den Initiator, die Kreissparkasse, war vor allem der Mittwoch. Der Frust über die Unlust saß tief, auch bei vielen Ausstellern. Was soll man noch anbieten? Soll man überhaupt etwas anbieten? Soll man diese Jugend dem Selbstlauf überlassen? Ist diese Jugend es wert, dass man sich um sie und ihrer berufliche Perspektive kümmert. Wie ist es zu verstehen, dass die Zuschauerränge am Mittwoch und teilweise auch am Donnerstag dichter gefüllt waren als die Gänge zwischen den Ständen? Hetzten oder schlichen da die typischen Vertreter einer „Null-Bock-Generation“ durch die Halle?

Wie nnz erfuhr, soll bei der Kreissparkasse in den kommenden Tagen und Wochen die Entscheidung fallen, ob es denn eine fünfte Auflage des Forums geben wird. Der Aufwand zur Vorbereitung der Messe geht ins Gigantische, auch bei den Partnern und den Ausstellern. Ist das Geld, das für diese beiden Tage ausgegeben wird, nicht woanders sinnvoller angelegt?

Die Antwort auf die alles entscheidende Frage zu finden, das wird nicht leicht sein. Vielleicht sollte es im kommenden Jahr weitergehen. Vielleicht sollte man sich nicht nachsagen lassen: Wir hätten nicht alles unternommen, um der Jugend eine Perspektive hier in der Region aufzuzeigen. Vielleicht müssten auch Eltern und Schule begreifen, dass ein derartiges Angebot auch entsprechend angenommen werden soll. Den Besuch dieser Messe einfach als Wandertag zu deklarieren und im schulischen Kalender abzustreichen, das ist zu einfach. Der sensible Beobachter bemerkte es sofort, wo sich die Schule mit dem Angebot der Messe identifiziert oder wo Selbstlauf und statistisches Abhaken angesagt ist. Vielleicht sollten die letzteren Schulen mal beim Schulnamen genannt werden, einige davon befinden sich in der Stadt Nordhausen.

Tanztherapie Das Schule nicht gleich Schule ist, das wurde auch zum diesjährigen Forum Berufsstart deutlich. Positives Beispiel - die proVita Akademie in Nordhausen. Die Schülerinnen aber auch die Lehrer hatten wieder eine tolle Geschichte vorbereitet. Tanztherapie hieß das Ganze. Sechs Mal traten Pädagoge Uwe Rüdiger und seine „Leute“ auf, und auch beim sechsten Mal war es nicht langweilig. Selbst vor den Auftritten „roch“ man es förmlich: Da wurde nicht eingepaukt, sondern gemeinsam erarbeitet, an dem man gemeinsam Freude hatte ­ bei Vorbereitung und dann auch auf der Bühne. Warum hebt sich die Privatakademie auch mit dem Zulauf an ihrem Info-Stand aus der Messe-Masse hervor? Warum ist die Vermittlungsrate nach der Ausbildung so hoch? Fragen, die von Direktorin Uta Triebel sicher gern beantwortet werden. Diese Antworten könnten dann wiederum bei der Vorbereitung der fünften Auflage des Forums Berufsstart behilflich sein. Sofern es denn eine solche Auflage gibt.
Autor: nnz

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