Di, 12:15 Uhr
14.11.2000
Historisches: Vor 75 Jahren fand in Nordhausen Gartenbauwoche statt
Nordhausen (nnz). Daß Nordhausen die 2. Thüringer Landesgartenschau 2004 ausrichten darf, kann mit Fug und Recht als Anerkennung bezeichnet werden und rückt die Stadt verstärkt in das Blickfeld des öffentlichen Interesses. Das ist Ansporn und Verpflichtung zugleich.
Für die Rolandstadt ist es nicht die erste Veranstaltung dieser Art. Die positive gartenbauliche und wirtschaftliche Entwicklung, das touristisch interessante Nordhausen und die reizvolle Umgebung mögen den Ausschlag gegeben haben, daß die Stadt bereits 1925, vom 12. bis 20. September, eine Gartenbauwoche des Landesverbandes Thüringen ausrichten durfte. Auch damals wählte man die Innenstadt als Ausstellungsbereich. Schließlich sollten die Besucher neben der Schau auch das altehrwürdige Nordhausen kennenlernen.
Für neun Tage verwandelten sich die Gastwirtschaft "Hoffnung", das Lokal Spangenberg, der Wallgraben, der Spendekirchhof und das Lyzeum in grüne Oasen. Nordhäuser und überregionale Firmen präsentierten moderne Haushaltwaren und gärtnerische Bedarfsgegenstände. Bücher, Aquarien, Bindereien, Begonien und Gladiolen bestimmten das Bild im Saal der "Hoffnung", Gärtnereien aus Quedlinburg, Wörmlitz und Nordhausen stellten farbenprächtige Chrysanthemen, Canna, Lorbeerbäume, Palmen aus und verwandelten den Garten des Lokals in ein wahres Blumenmeer, die Firma Brüel & Co aus Salzgitter präsentierte Gewächshäuser. Aus saftigem Grün als Hinter- und Untergrund quellten die zu wahren Kunstwerken zusammengestellten Blumengestecke in der Tonhalle der "Hoffnung" hervor.
Die Gastwirtschaft "Spangenberg" war hauptsächlich gärtnerischen und häuslichen Bedarfsartikeln sowie Erzeugnissen aus Haus, Hof und Garten vorbehalten. Die Firma Hacker & Co. aus Jena präsentierte Jenaer Wirtschaftsglas, die Badische Anilin- und Sodafabrik Halle war mit Düngerproben und Fachliteratur präsent, eine Braunschweiger Firma bot eine große Auswahl an Blumenzwiebeln und Sämereien an. Im Wallgraben und auf dem Spendekirchhof ging es rund um die Themen Baumschule und Grabdenkmäler. Schnittblumen in allen Farben, die große Körbe füllten, eine große Auswahl der schönsten Topfblumenkulturen konnten die Besucher im Zelt im Wallgraben und in der Turnhalle auf dem Spendekirchhof bewundern, und auf dem Turnplatz des Lyzeums erwartet die Gäste lukullische Genüsse und Reiseandenken. Die alte Lyzeum-Turnhalle war den Rosenfreunden Nordhausen, eine Gemeinschaft von Rosenschulen, vorbehalten und in den beiden Zelten auf dem Turnplatz konnte man sich beispielsweise über Obst, Obstbaumstützen, Werkzeuge, Gartenmöbel, Fässer, Pflanzkübel, Pumpen, Frühbeetfenster und Drahtgewebe umfassend informieren.
Vereine und Verbände nutzten die Gartenbauwoche in Nordhausen für Tagungen. So traf sich der Landesverband Thüringens des deutschen Gartenbaus im Restaurant "Zum Dom", im Gesellschaftshaus "Erholung" fanden der Allgemeine provinzial-sächsischer Gärtnertag und die Hauptversammlung der Obst- und Gartenbauvereine der Provinz Sachsen statt. Zahlreiche kulturelle Veranstaltungen im Theater rundeten die beeindruckende Gartenbauwoche ab. Eine 100-seitige Broschüre informierte die Gäste über die Geschichte der Stadt, ihre Sehenswürdigkeiten, ihre kulturellen Angebote und über die Flora und Fauna der Region. Ein Stadtrundgang sowie Ausflüge in die reizvolle Umgebung komplettierten das ansprechende Werk.
Diese Publikation ist heute das einzige Zeitdokument, das an die Gartenbauwoche vor 75 Jahren erinnert. Man darf gespannt sein, was man sich diesbezüglich zur Landesgartenschau 2004 einfallen lassen wird.
Autor: rhFür die Rolandstadt ist es nicht die erste Veranstaltung dieser Art. Die positive gartenbauliche und wirtschaftliche Entwicklung, das touristisch interessante Nordhausen und die reizvolle Umgebung mögen den Ausschlag gegeben haben, daß die Stadt bereits 1925, vom 12. bis 20. September, eine Gartenbauwoche des Landesverbandes Thüringen ausrichten durfte. Auch damals wählte man die Innenstadt als Ausstellungsbereich. Schließlich sollten die Besucher neben der Schau auch das altehrwürdige Nordhausen kennenlernen.
Für neun Tage verwandelten sich die Gastwirtschaft "Hoffnung", das Lokal Spangenberg, der Wallgraben, der Spendekirchhof und das Lyzeum in grüne Oasen. Nordhäuser und überregionale Firmen präsentierten moderne Haushaltwaren und gärtnerische Bedarfsgegenstände. Bücher, Aquarien, Bindereien, Begonien und Gladiolen bestimmten das Bild im Saal der "Hoffnung", Gärtnereien aus Quedlinburg, Wörmlitz und Nordhausen stellten farbenprächtige Chrysanthemen, Canna, Lorbeerbäume, Palmen aus und verwandelten den Garten des Lokals in ein wahres Blumenmeer, die Firma Brüel & Co aus Salzgitter präsentierte Gewächshäuser. Aus saftigem Grün als Hinter- und Untergrund quellten die zu wahren Kunstwerken zusammengestellten Blumengestecke in der Tonhalle der "Hoffnung" hervor.
Die Gastwirtschaft "Spangenberg" war hauptsächlich gärtnerischen und häuslichen Bedarfsartikeln sowie Erzeugnissen aus Haus, Hof und Garten vorbehalten. Die Firma Hacker & Co. aus Jena präsentierte Jenaer Wirtschaftsglas, die Badische Anilin- und Sodafabrik Halle war mit Düngerproben und Fachliteratur präsent, eine Braunschweiger Firma bot eine große Auswahl an Blumenzwiebeln und Sämereien an. Im Wallgraben und auf dem Spendekirchhof ging es rund um die Themen Baumschule und Grabdenkmäler. Schnittblumen in allen Farben, die große Körbe füllten, eine große Auswahl der schönsten Topfblumenkulturen konnten die Besucher im Zelt im Wallgraben und in der Turnhalle auf dem Spendekirchhof bewundern, und auf dem Turnplatz des Lyzeums erwartet die Gäste lukullische Genüsse und Reiseandenken. Die alte Lyzeum-Turnhalle war den Rosenfreunden Nordhausen, eine Gemeinschaft von Rosenschulen, vorbehalten und in den beiden Zelten auf dem Turnplatz konnte man sich beispielsweise über Obst, Obstbaumstützen, Werkzeuge, Gartenmöbel, Fässer, Pflanzkübel, Pumpen, Frühbeetfenster und Drahtgewebe umfassend informieren.
Vereine und Verbände nutzten die Gartenbauwoche in Nordhausen für Tagungen. So traf sich der Landesverband Thüringens des deutschen Gartenbaus im Restaurant "Zum Dom", im Gesellschaftshaus "Erholung" fanden der Allgemeine provinzial-sächsischer Gärtnertag und die Hauptversammlung der Obst- und Gartenbauvereine der Provinz Sachsen statt. Zahlreiche kulturelle Veranstaltungen im Theater rundeten die beeindruckende Gartenbauwoche ab. Eine 100-seitige Broschüre informierte die Gäste über die Geschichte der Stadt, ihre Sehenswürdigkeiten, ihre kulturellen Angebote und über die Flora und Fauna der Region. Ein Stadtrundgang sowie Ausflüge in die reizvolle Umgebung komplettierten das ansprechende Werk.
Diese Publikation ist heute das einzige Zeitdokument, das an die Gartenbauwoche vor 75 Jahren erinnert. Man darf gespannt sein, was man sich diesbezüglich zur Landesgartenschau 2004 einfallen lassen wird.

