Do, 08:56 Uhr
07.03.2002
Viel Arbeit in den nächsten Monaten
Nordhausen (nnz). Nordhauses Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) legte gestern ihre Grundgedanken zum künftigen Leitbild der Stadt dar. Heute veröffentlicht nnz den Wortlaut der Rinke-Rede vor dem Stadtrat.
Sehr geehrte Stadträte,
unter des Leitung des ehemaligen Oberbürgermeisters von Leipzig, Herrn Lehmann-Grube tagte im Auftrag des Bundes eine Expertenkommission, um den wohnungswirtschaftlichen Strukturwandel in den neuen Bundesländern zu untersuchen und Handlungsvorschläge zu unterbreiten. Daraus resultierend, stellen Bund und Länder in den nächsten acht Jahren Finanzhilfen in Höhe von 2,2 Milliarden Euro zur Aufwertung der ostdeutschen Innenstädte als Wohn- und Wirtschaftsstandort zur Verfügung. Dieses Rahmenprogramm gliedert sich in drei Teile:
1. Zuschussprogramm für Rückbau und Aufwertungsmaßnahmen
2. Förderung der Wohneigentumsbildung in innerstädtischen Altbauquartieren (genial - zentral)
3. Wettbewerb für Stadtentwicklungskonzepte
Die Stadt Nordhausen hat sich erfolgreich um die Teilnahme am Wettbewerb Stadtumbau Ost - für lebenswerte Städte und attraktives Wohnen beworben. Mit diesem Wettbewerb wird zugleich das neue Programm Stadtumbau Ost in Gang gesetzt. Der Wettbewerb unterstützt den umfassenden Planungsprozess in den Kommunen. Ziel aller Planungen soll ein überarbeitetes, integriertes Stadtentwicklungskonzept sein. Der besondere Wert liegt hier auf dem integrativen Ansatz. Dieses Konzept soll Lösungen aufzeigen, wie der Wohnungsleerstand beseitigt, attraktive Städte und Gemeinden gesichert und der Wohnungsmarkt stabilisiert werden können.
Dass das auch für unsere Stadt ein großes Thema ist, haben Sie spätestens seit dem 5. Dezember 2001 festgestellt, als Sie den Beschluss Nr. 553 zur Grundsatzentscheidung über Maßnahmen zur Stabilisierung des Wohnungsmarktes in der Stadt Nordhausen für die Jahre 2001 bis 2010 beschlossen haben. In diesem Beschluss wird bereits darauf hingewiesen, dass er Bestandteil des zu überarbeitenden Stadtentwicklungskonzeptes ist. Nun werden wir in den nächsten Monaten verstärkte Anstrengungen unternehmen müssen, um ein solches überarbeitetes integriertes Stadtentwicklungskonzept in all seinen Facetten auf den Weg zu bringen. Es muss überprüft und gewichtet werden, ob für eine zukunftsfähige Entwicklung unter den neuen Herausforderungen, wie demografischer Faktor, wirtschaftlicher Strukturwandel u. ä., die Weichen richtig gestellt sind.
Die Stadtverwaltung hat diesen Prozess bereits vorbereitet. Die Arbeitsgruppe Stadtmarketing hat in zwei Schritten bereits alle vorhandenen Konzepte gesichtet. Bis zum 14. März wird das Stadtplanungsamt eine Auflistung von bisher erstellten Entwicklungs- und Marketing-Konzepten zusammenstellen. Die Arbeitsgruppe wird von Verwaltungsseite aus diesen Prozess einer integrierten Stadtentwicklung begleiten. In diesem Zusammenhang reduziert sich Stadtmarketing nicht mehr nur auf für die Stadt werben oder den Bürger informieren, sondern soll und muss Vermittlungs- und Leistungspolitik sein. Sie soll die Lösung von Sachproblemen umfassen im Konsens mit den städtischen Interessengruppen aus Bürgerschaft, Unternehmen, Gästen, Verantwortlichen in Politik und Verwaltung. Sie soll die ganzheitliche strategische Entwicklung der Stadt vermitteln, d. h. die monetären, sozialen und kulturellen Ziele.
Die Stadt hat bereits einmal einen ähnlichen Prozess durchgemacht im Rahmen des EXWOST-Forschungsfeldes unter dem Themenfeld Wirtschaftliche Entwicklung von Innenstädten. Allerdings konzentrierte sich dieses Stadtforum Nordhausen auf das Forschungsfeld Städtebau und Wirtschaft und hat so bewusst wichtige Bereiche der Stadtentwicklung ausgelassen. Integrierte Stadtentwicklung bedeutet jedoch mehr selbstverständlich Städtebau und Wirtschaft, aber ebenso Kultur und Bildung, Soziales und Gesundheit, Umwelt und Verkehr, Stadt und Region und ich könnte die Aufzählung fortsetzen. Ich zitiere dazu aus der Charta der europäischen Städte und Gemeinden auf dem Weg zur Zukunftsbeständigkeit: Da sich die Städte schnell zum wichtigsten Lebensraum der Menschheit entwickeln, besteht die Herausforderung der Zukunft darin, den Menschen ein Gefühl existenzieller Sicherheit zu vermitteln. In Städten muss ein sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltiges Leben möglich sein und sie müssen elementare menschliche Bedürfnisse, wie Geborgenheit, Sicherung des Lebensunterhaltes und sozialen Zusammenhalt gewährleisten. Hier ist die aktive Beteiligung der Menschen an der Gestaltung ihres städtischen Umfeldes entscheidend. Dieses Zitat zeigt, die Kommunen beweisen Innovationsbereitschaft und sind bereit, viele Gestaltungsthemen anzupacken.
Aber - und das entwickelt sich zunehmend zum Problem - die Aktivitäten sind da und sie arbeiten teilweise aneinander vorbei. Wir sind umzingelt von Querschnittsaufgaben, von stadtentwickelnden Programmen, für deren Umsetzung viele Sorge und Verantwortung tragen. Um nur einige aufzuzählen: Agenda 21, Kinder leben in der Stadt, die soziale Stadt und vieles andere mehr. Der Kommunaltango gibt über diese Programme hinaus den Ton zur Kooperation an. Wir müssen eine komplexe Vernetzungsarbeit leisten. Dazu ist ein hohes Maß an Offenheit und Gestaltungswillen von allen Akteuren gefordert. Wir hoffen, dass aus dieser Offenheit der Kooperationsprozesse zufriedenstellende Ergebnisse erwachsen. Dazu schlagen wir folgende Schritte vor:
Am 14. März 2002: 1. Nordhäuser Workshop
Die Zukunft meiner Stadt - Leitbild für Nordhausen
Inhalt dieses 1.Workshops soll das bisherige Leitbild Nordhausen auf dem Weg zum Oberzentrum auf seine Zukunftsfähigkeit hin zu überprüfen und neu zu definieren. In dem Zusammenhang muss das Leitbild der Landesgartenschau mit dem Arbeitstitel Neue Mitte integriert werden, um den Stadtumbauprozess zielgerichtet zu gestalten.
Ende Mai 2002: 2. Workshop
Die Zukunft meiner Stadt - stadträumliche Entwicklung
Unsere Vorstellungen von Raum und Stadt müssen überdacht werden. Planungsabläufe sind zu ändern, weil sich die individuellen Lebensstile entwickeln und ausdifferenzieren, weil der soziale Strukturwandel die Alterspyramide auf dem Kopf stellt und weil sich die sozialen Lebenswelten mit den allmächtigen Konkurrenzprinzipien der globalisierten Marktwirtschaft durchsetzen? Die Bedeutung des öffentlichen Raumes muss neu definiert werden.
Ende Juni 2002: 3. Workshop
Die Zukunft meiner Stadt - neue Chancen im Stadtumbau
Ein nicht gesteuerter Stadtentwicklungsprozess würde zukünftig in krassen Gegensätzen verlaufen. Der laute Ruf nach demografisch homogenen Wohnstandorten verlangt nach integrativer Städtebaupolitik. Welchen Aufgaben räumen wir auf freiwerdenden Flächen den Vorrang ein? Erholung, Sport und Spiel, Ruhe und Grün, Parken und Gewerbe?
Am 12. Juni erfolgt die Vorstellung unseres Wettbewerbsbeitrages im Stadtrat. Am 14. Juni muss der vorläufige Wettbewerbsbeitrag abgegeben werden. Bis zum 31. Juli ist die Nachreichung von Präzisierungen und Ergänzungen zum Wettbewerbsbeitrag möglich. Um diesen integrierten Ansatz zu ermöglichen, führen wir diese Workshops mit Vertretern des öffentlichen Lebens, der Leitung der Stadtverwaltung, des Marketing-Arbeitskreises sowie dem gesamten Stadtrat durch. Ich bitte Sie eindrücklich, sich diese Termine für dieses wichtige Vorhaben freizuhalten.
Autor: nnzSehr geehrte Stadträte,
unter des Leitung des ehemaligen Oberbürgermeisters von Leipzig, Herrn Lehmann-Grube tagte im Auftrag des Bundes eine Expertenkommission, um den wohnungswirtschaftlichen Strukturwandel in den neuen Bundesländern zu untersuchen und Handlungsvorschläge zu unterbreiten. Daraus resultierend, stellen Bund und Länder in den nächsten acht Jahren Finanzhilfen in Höhe von 2,2 Milliarden Euro zur Aufwertung der ostdeutschen Innenstädte als Wohn- und Wirtschaftsstandort zur Verfügung. Dieses Rahmenprogramm gliedert sich in drei Teile:
1. Zuschussprogramm für Rückbau und Aufwertungsmaßnahmen
2. Förderung der Wohneigentumsbildung in innerstädtischen Altbauquartieren (genial - zentral)
3. Wettbewerb für Stadtentwicklungskonzepte
Die Stadt Nordhausen hat sich erfolgreich um die Teilnahme am Wettbewerb Stadtumbau Ost - für lebenswerte Städte und attraktives Wohnen beworben. Mit diesem Wettbewerb wird zugleich das neue Programm Stadtumbau Ost in Gang gesetzt. Der Wettbewerb unterstützt den umfassenden Planungsprozess in den Kommunen. Ziel aller Planungen soll ein überarbeitetes, integriertes Stadtentwicklungskonzept sein. Der besondere Wert liegt hier auf dem integrativen Ansatz. Dieses Konzept soll Lösungen aufzeigen, wie der Wohnungsleerstand beseitigt, attraktive Städte und Gemeinden gesichert und der Wohnungsmarkt stabilisiert werden können.
Dass das auch für unsere Stadt ein großes Thema ist, haben Sie spätestens seit dem 5. Dezember 2001 festgestellt, als Sie den Beschluss Nr. 553 zur Grundsatzentscheidung über Maßnahmen zur Stabilisierung des Wohnungsmarktes in der Stadt Nordhausen für die Jahre 2001 bis 2010 beschlossen haben. In diesem Beschluss wird bereits darauf hingewiesen, dass er Bestandteil des zu überarbeitenden Stadtentwicklungskonzeptes ist. Nun werden wir in den nächsten Monaten verstärkte Anstrengungen unternehmen müssen, um ein solches überarbeitetes integriertes Stadtentwicklungskonzept in all seinen Facetten auf den Weg zu bringen. Es muss überprüft und gewichtet werden, ob für eine zukunftsfähige Entwicklung unter den neuen Herausforderungen, wie demografischer Faktor, wirtschaftlicher Strukturwandel u. ä., die Weichen richtig gestellt sind.
Die Stadtverwaltung hat diesen Prozess bereits vorbereitet. Die Arbeitsgruppe Stadtmarketing hat in zwei Schritten bereits alle vorhandenen Konzepte gesichtet. Bis zum 14. März wird das Stadtplanungsamt eine Auflistung von bisher erstellten Entwicklungs- und Marketing-Konzepten zusammenstellen. Die Arbeitsgruppe wird von Verwaltungsseite aus diesen Prozess einer integrierten Stadtentwicklung begleiten. In diesem Zusammenhang reduziert sich Stadtmarketing nicht mehr nur auf für die Stadt werben oder den Bürger informieren, sondern soll und muss Vermittlungs- und Leistungspolitik sein. Sie soll die Lösung von Sachproblemen umfassen im Konsens mit den städtischen Interessengruppen aus Bürgerschaft, Unternehmen, Gästen, Verantwortlichen in Politik und Verwaltung. Sie soll die ganzheitliche strategische Entwicklung der Stadt vermitteln, d. h. die monetären, sozialen und kulturellen Ziele.
Die Stadt hat bereits einmal einen ähnlichen Prozess durchgemacht im Rahmen des EXWOST-Forschungsfeldes unter dem Themenfeld Wirtschaftliche Entwicklung von Innenstädten. Allerdings konzentrierte sich dieses Stadtforum Nordhausen auf das Forschungsfeld Städtebau und Wirtschaft und hat so bewusst wichtige Bereiche der Stadtentwicklung ausgelassen. Integrierte Stadtentwicklung bedeutet jedoch mehr selbstverständlich Städtebau und Wirtschaft, aber ebenso Kultur und Bildung, Soziales und Gesundheit, Umwelt und Verkehr, Stadt und Region und ich könnte die Aufzählung fortsetzen. Ich zitiere dazu aus der Charta der europäischen Städte und Gemeinden auf dem Weg zur Zukunftsbeständigkeit: Da sich die Städte schnell zum wichtigsten Lebensraum der Menschheit entwickeln, besteht die Herausforderung der Zukunft darin, den Menschen ein Gefühl existenzieller Sicherheit zu vermitteln. In Städten muss ein sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltiges Leben möglich sein und sie müssen elementare menschliche Bedürfnisse, wie Geborgenheit, Sicherung des Lebensunterhaltes und sozialen Zusammenhalt gewährleisten. Hier ist die aktive Beteiligung der Menschen an der Gestaltung ihres städtischen Umfeldes entscheidend. Dieses Zitat zeigt, die Kommunen beweisen Innovationsbereitschaft und sind bereit, viele Gestaltungsthemen anzupacken.
Aber - und das entwickelt sich zunehmend zum Problem - die Aktivitäten sind da und sie arbeiten teilweise aneinander vorbei. Wir sind umzingelt von Querschnittsaufgaben, von stadtentwickelnden Programmen, für deren Umsetzung viele Sorge und Verantwortung tragen. Um nur einige aufzuzählen: Agenda 21, Kinder leben in der Stadt, die soziale Stadt und vieles andere mehr. Der Kommunaltango gibt über diese Programme hinaus den Ton zur Kooperation an. Wir müssen eine komplexe Vernetzungsarbeit leisten. Dazu ist ein hohes Maß an Offenheit und Gestaltungswillen von allen Akteuren gefordert. Wir hoffen, dass aus dieser Offenheit der Kooperationsprozesse zufriedenstellende Ergebnisse erwachsen. Dazu schlagen wir folgende Schritte vor:
Am 14. März 2002: 1. Nordhäuser Workshop
Die Zukunft meiner Stadt - Leitbild für Nordhausen
Inhalt dieses 1.Workshops soll das bisherige Leitbild Nordhausen auf dem Weg zum Oberzentrum auf seine Zukunftsfähigkeit hin zu überprüfen und neu zu definieren. In dem Zusammenhang muss das Leitbild der Landesgartenschau mit dem Arbeitstitel Neue Mitte integriert werden, um den Stadtumbauprozess zielgerichtet zu gestalten.
Ende Mai 2002: 2. Workshop
Die Zukunft meiner Stadt - stadträumliche Entwicklung
Unsere Vorstellungen von Raum und Stadt müssen überdacht werden. Planungsabläufe sind zu ändern, weil sich die individuellen Lebensstile entwickeln und ausdifferenzieren, weil der soziale Strukturwandel die Alterspyramide auf dem Kopf stellt und weil sich die sozialen Lebenswelten mit den allmächtigen Konkurrenzprinzipien der globalisierten Marktwirtschaft durchsetzen? Die Bedeutung des öffentlichen Raumes muss neu definiert werden.
Ende Juni 2002: 3. Workshop
Die Zukunft meiner Stadt - neue Chancen im Stadtumbau
Ein nicht gesteuerter Stadtentwicklungsprozess würde zukünftig in krassen Gegensätzen verlaufen. Der laute Ruf nach demografisch homogenen Wohnstandorten verlangt nach integrativer Städtebaupolitik. Welchen Aufgaben räumen wir auf freiwerdenden Flächen den Vorrang ein? Erholung, Sport und Spiel, Ruhe und Grün, Parken und Gewerbe?
Am 12. Juni erfolgt die Vorstellung unseres Wettbewerbsbeitrages im Stadtrat. Am 14. Juni muss der vorläufige Wettbewerbsbeitrag abgegeben werden. Bis zum 31. Juli ist die Nachreichung von Präzisierungen und Ergänzungen zum Wettbewerbsbeitrag möglich. Um diesen integrierten Ansatz zu ermöglichen, führen wir diese Workshops mit Vertretern des öffentlichen Lebens, der Leitung der Stadtverwaltung, des Marketing-Arbeitskreises sowie dem gesamten Stadtrat durch. Ich bitte Sie eindrücklich, sich diese Termine für dieses wichtige Vorhaben freizuhalten.

