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Mo, 07:40 Uhr
22.10.2007

Sylvia Plath in Limlingerode

Nordhausen (nnz). Am kommenden Samstag (27.10.) stellen die Mitglieder des Fördervereins Dichterstätte "Sarah Kirsch" in ihrem Limlingeröder "Salong Musenbundt" die amerikanische Lyrikerin Sylvia Plath vor...


An diesem Samstag wäre die Dichterin 75 Jahre alt geworden. 1963, als Dreißigjährige, nahm sie sich in London das Leben. Sie hinterließ zwei kleine Kinder, ihren Ehemann, Ted Hughes, von dem sie zum Zeitpunkt ihres Todes getrennt lebte und ein großes literarisches Werk. Spätestens seit der Verleihung des Pulitzerpreises 1982 gilt Sylvia Plath einem breiten internationalen Publikum als herausragende Lyrikerin und Prosaistin des 20. Jahrhunderts.

"Masken sind heutzutage an der Tagesordnung, und das mindeste, was ich tun kann, ist, die Illusion zu pflegen, dass ich fröhlich, ausgeglichen und nicht ängstlich bin." Diese Zeilen vertraute sie ihrem Tagebuch als 18jährige an. Überhaupt sind es die Tagebücher, in denen sie neben ihrer dichterischen Arbeit mit dem Leben ins Gespräch kommt. Die Tagebücher bilden das seelische Scharnier zur Außenwelt - und damit der explizit weiblichen Rolle einer jungen Frau mit zwei Kindern - und der Anstrengung der Kunst, die Sylvia Plath mehr und mehr unentbehrlich zum Überleben schien, auch wenn das "simple Leben" sie schließlich besiegte, sie am 11. Februar 1963 zur Kapitulation zwang.

Arbeitswut und Ehrgeiz trieben sie in diese Verzweiflung. Hin und her gerissen zwischen ihrem eigenen Lebensanspruch und den Idealvorstellungen der amerikanischen Gesellschaft hinsichtlich der Rolle der Frau entwickelte sie in ihrer Dichtung einen Ausdruck, der in erschütternder Art und Weise die seelischen Verwerfungen schildert, denen sie durch den Terror des Physischen am Ende nicht mehr gewachsen war.

Zu hören ist am Samstag in Limlingerode eine Textcollage, bestehend aus Gedichten und Tagebucheintragungen, die versucht, das Leben der Dichterin an ihrem 75. Geburtstag durch ihre eigenen Worte einem interessierten Publikum nahe zu bringen.

Gleichzeitig wird die Ausstellung HausArt Nr. XXII -- 4/2007 eröffnet. Zu sehen sind Fotografien plastischer Werke, aufgenommen von Heidelore Kneffel. Es ist der ganz besondere Blick auf den gestalteten Stein, der sich nicht der nüchternen Wiedergabe eines katalogisierten Kunststücks
widmet. Es ist vielmehr die Momentaufnahme des seelischen Eindrucks angesichts eines künstlerischen Ausdrucks, der sich der Fotografin in ihren Arbeiten vermittelte: Was man also mit Kunst über die Kunst sagen kann.

27. Oktober | 14 Uhr | Dichterstätte Sarah Kirsch
Autor: nnz

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