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Di, 11:23 Uhr
11.09.2007

Kulturpaß vorgestellt

Sonndershausen (nnz). Schüler sollen ins Theater, in Ausstellungen oder Museen genauso selbstverständlich wie in die Schule gehen. Mit einem Kulturpaß werden die Jugendlichen motiviert. Wie das funktionieren soll, stellt nnz vor.

Heute haben in der Landesmusikakademie Sondershausen der Vorsitzende des Deutschen Bühnenvereins Landesverband Thüringen, Landrat Peter Hengstermann, und Thüringens Kultusstaatssekretär Kjell Eberhardt im Rahmen einer Arbeitstagung eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Diese sieht die landesweite Einführung des Thüringer Kulturpasses vor.

Kultusstaatssekretär Eberhardt erklärte: „Wir möchten damit erreichen, dass Ausstellungs-, Theater-, Konzert- und Museumsbesuche zu einer Selbstverständlichkeit wie der Schulbesuch selbst werden. Durch eine verstärkte systematische, umfassende Kooperation zwischen Kultusministerium und Bühnenverein sollen sich Schulen und Theater und Orchester zu strategischen Partnern bei der Vermittlung von ästhetisch-künstlerischer Bildung entwickeln können.“ Landrat Hengstermann ergänzte: „Dabei ist es erklärtes Ziel der Partner, die Schülerinnen und Schüler für die kulturelle Bildung und Betätigung zu gewinnen. Es geht darum, sie darin auszubilden, Kunst zu erleben, zu genießen, mit ihr umzugehen und selbst zu gestalten. Zur Unterstützung dieser Bildungsziele wurden gemeinsame, kooperative Schritte unter Einbeziehung kunstverbundener, außerunterrichtlicher Lernorte vereinbart.“

Der Kulturpass soll im laufenden Schuljahr möglichst landesweit für Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse an Thüringer Schulen eingeführt werden. Jeder Besuch einer kulturellen Veranstaltung wird in dem Pass vermerkt. Ab dem zehnten Nachweis pro Schuljahr wird dies als außerschulisches kulturelles Engagement in einem besonderen Zertifikat anerkannt. Darüber hinaus kann dieses Engagement auch im Zeugnis zum Schuljahresende unter ‚Bemerkungen’ gewürdigt werden. Der Kulturpass soll Schülerinnen und Schüler motivieren, selbständig und ohne Organisation seitens der Lehrer, Kulturangebote zu nutzen. Ziel ist es, Ausstellungs-, Theater-, Konzert- und Museumsbesuche zu einer Selbstverständlichkeit zu machen. Aus diesem Grund konnten mit dem Landesmusikrat Thüringen e.V., dem Museumsverband Thüringen e.V. und dem Verband Bildender Künstler in Thüringen e.V. weitere Partner für diesen Kulturpass gewonnen werden.

Der Thüringer Kulturpass geht auf eine Initiative von Guy Montavon (Generalintendant Theater Erfurt) und Jürgen Kornmann (Schulleiter des Königin-Luise-Gymnasiums Erfurt) zurück, die vor dem Hintergrund der allgemein geforderten Stärkung der ästhetischen Bildung im September 2005 einen Kulturpass in Erfurt eingeführt haben. Dieser hatte mit Beginn der Spielzeit bzw. des Schuljahrs 2006/2007 neuen Zuspruch gefunden. Sieben weitere Theater und Orchester (Theater Altenburg-Gera, Eisenach, Meiningen, Nordhausen/Sondershausen, Weimar, Waidspeicher und Thüringen Philharmonie Gotha-Suhl) beteiligen sich seitdem an dieser Aktion, die vom Deutschen Bühnenverein, Landesverband Thüringen, auch finanziell unterstützt wird.

Die heutige Arbeitstagung in Sondershausen hat ein erstes Resümee gezogen und gleichzeitig über künftige Strategien nachgedacht, um flächendeckend junges Publikum für die vielfältigen kulturellen Angebote in Thüringen zu gewinnen. Zu diesem Zweck wird parallel zum laufenden Schuljahr und zur laufenden Spielzeit eine statistische Auswertung und Befragung stattfinden, die die Wirkung des Kulturpasses dokumentieren soll. Es wurde vereinbart, dass in jährlich stattfindenden Arbeitsgesprächen über den Stand der Umsetzung des Thüringer Kulturpasses informiert wird.
Autor: nnz

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