Fr, 07:18 Uhr
22.02.2002
Balkanverhältnisse im Südharz?
Nordhausen (nnz). "Die Zustände bei der Deutschen Bahn werden immer schlimmer. Sie mit dem Wort Balkanverhältnisse zu umschreiben, wäre eine Beleidigung dieser Region", so Michael Reinboth. Der Sprecher der Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz" kommentiert damit den herrschenden Betrieb zwischen Northeim und Nordhausen.
Ohne Ankündigung hat die Deutsche Bahn Regio seit Donnerstag früh den gesamten Schienenverkehr zwischen Walkenried und Nordhausen eingestellt und setzt Busse ein. Kein Fahrgast wurde vorher informiert. Ratlose Reisende standen um 6 Uhr auf den Bahnsteigen in Ellrich und Woffleben und warteten vergeblich auf ihren Zug. Statt dessen kam ein Bus. Anschlüsse in Nordhausen gingen mehrfach in die Brüche.
"Einziger Grund für diese Maßnahme wäre die Aufnahme der Bauarbeiten auch zwischen Ellrich und Woffleben, um - wie von uns vorgeschlagen - alle Arbeiten in einem Aufwasch zu erledigen. Genau das aber scheint gar nicht geplant zu sein" meint Reinboth, der hinter der neuerlichen Attacke der Bahn auf ihre Kunden schlichtes Geldsparen vermutet. "Noch vor wenigen Tagen hat man uns wissen lassen, dass mit der Aufnahme der Arbeiten zwischen Ellrich und Woffleben entgegen den Zusagen nicht vor Herbst zu rechnen sei. Also will man sich seitens der Deutschen Bahn Regio nur auf Kosten der Fahrgäste sanieren" vermutet Reinboth, der am Donnerstag Abend selbst Opfer eines verpassten Anschlusses wurde und ein Taxi bemühen musste.
Dabei ist das ganze nur ein kapitaler Schildbürgerstreich. Denn zwischen Walkenried und Nordhausen müssen nun ständig drei Omnibusse hin- und herpendeln. Die Stellwerke in Niedersachswerfen und Woffleben müssen zudem trotzdem besetzt werden, da die IGENO in Woffleben auf jeden Fall ihren Güterzug fahren wird. "Alles besetzt wegen zwei Zügen pro Tag - eine sehr sinnvolle Maßnahme", so Reinboth erbost. "Für Reisende mit Gepäck, Kinderwagen und Fahrrädern hat die DB schon lange nichts mehr übrig. Das beweist sie hier im Südharz von Neuem. Denn die Mitnahmemöglichkeiten sind im Bus sehr beschränkt" kommentiert Reinboth, der zudem darauf hinweist, dass die Busse auch keine Toilette haben und die Fahrgäste immerhin 30 Minuten ohne eine entsprechende Möglichkeit verbringen müssen.
Das Land Thüringen hat allerdings Züge und keine Busse bestellt. "Wenn sich die ganze Sinnlosigkeit der Maßnahme bei der NVS in Erfurt herumspricht, hoffen wir auf ein heilsames Donnerwetter - oder die Beauftragung der Erfurter Bahn mit der Durchführung des Zugverkehrs. Denn DB Regio hat den letzten Kredit soeben verspielt" so Reinboth weiter. Nach Auffassung der Initiative hat die DB nur noch eine Chance, ihre Reputation im Südharz wieder herzustellen: Indem sie umgehend mit der Sanierung zwischen Woffleben und Ellrich beginnt und beide Maßnahmen bis Mai abschließt. "Schließlich sollte das ja schon im letzten Herbst gelaufen sein..." meint Sprecher Reinboth süffisant, denn er rechnet nicht damit, dass die Bahn das noch hinbekommt. "Höchste Eisenbahn" erwartet von den regionalen Politikern, dass sie umgehend bei der Bahn intervenieren und für die Abstellung des jetzt angerichteten Unsinns sorgen.
Autor: nnzOhne Ankündigung hat die Deutsche Bahn Regio seit Donnerstag früh den gesamten Schienenverkehr zwischen Walkenried und Nordhausen eingestellt und setzt Busse ein. Kein Fahrgast wurde vorher informiert. Ratlose Reisende standen um 6 Uhr auf den Bahnsteigen in Ellrich und Woffleben und warteten vergeblich auf ihren Zug. Statt dessen kam ein Bus. Anschlüsse in Nordhausen gingen mehrfach in die Brüche.
"Einziger Grund für diese Maßnahme wäre die Aufnahme der Bauarbeiten auch zwischen Ellrich und Woffleben, um - wie von uns vorgeschlagen - alle Arbeiten in einem Aufwasch zu erledigen. Genau das aber scheint gar nicht geplant zu sein" meint Reinboth, der hinter der neuerlichen Attacke der Bahn auf ihre Kunden schlichtes Geldsparen vermutet. "Noch vor wenigen Tagen hat man uns wissen lassen, dass mit der Aufnahme der Arbeiten zwischen Ellrich und Woffleben entgegen den Zusagen nicht vor Herbst zu rechnen sei. Also will man sich seitens der Deutschen Bahn Regio nur auf Kosten der Fahrgäste sanieren" vermutet Reinboth, der am Donnerstag Abend selbst Opfer eines verpassten Anschlusses wurde und ein Taxi bemühen musste.
Dabei ist das ganze nur ein kapitaler Schildbürgerstreich. Denn zwischen Walkenried und Nordhausen müssen nun ständig drei Omnibusse hin- und herpendeln. Die Stellwerke in Niedersachswerfen und Woffleben müssen zudem trotzdem besetzt werden, da die IGENO in Woffleben auf jeden Fall ihren Güterzug fahren wird. "Alles besetzt wegen zwei Zügen pro Tag - eine sehr sinnvolle Maßnahme", so Reinboth erbost. "Für Reisende mit Gepäck, Kinderwagen und Fahrrädern hat die DB schon lange nichts mehr übrig. Das beweist sie hier im Südharz von Neuem. Denn die Mitnahmemöglichkeiten sind im Bus sehr beschränkt" kommentiert Reinboth, der zudem darauf hinweist, dass die Busse auch keine Toilette haben und die Fahrgäste immerhin 30 Minuten ohne eine entsprechende Möglichkeit verbringen müssen.
Das Land Thüringen hat allerdings Züge und keine Busse bestellt. "Wenn sich die ganze Sinnlosigkeit der Maßnahme bei der NVS in Erfurt herumspricht, hoffen wir auf ein heilsames Donnerwetter - oder die Beauftragung der Erfurter Bahn mit der Durchführung des Zugverkehrs. Denn DB Regio hat den letzten Kredit soeben verspielt" so Reinboth weiter. Nach Auffassung der Initiative hat die DB nur noch eine Chance, ihre Reputation im Südharz wieder herzustellen: Indem sie umgehend mit der Sanierung zwischen Woffleben und Ellrich beginnt und beide Maßnahmen bis Mai abschließt. "Schließlich sollte das ja schon im letzten Herbst gelaufen sein..." meint Sprecher Reinboth süffisant, denn er rechnet nicht damit, dass die Bahn das noch hinbekommt. "Höchste Eisenbahn" erwartet von den regionalen Politikern, dass sie umgehend bei der Bahn intervenieren und für die Abstellung des jetzt angerichteten Unsinns sorgen.

