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Do, 08:23 Uhr
16.08.2007

Begleitung auf schwerem Weg

Nordhausen (nnz). „TrauerWelten“, der Verein zur Begleitung trauernder Menschen in Nordhausen, hat seit seiner Gründung im Jahr 2002 schon mehr als 200 Menschen kostenlos auf ihrem schweren Weg der Trauer begleitet. Jetzt soll bald ein neues Seminar starten.


„Als mein Mann starb, da war ich wie gelähmt und erst eine ganze Zeit später bin ich dann aus dieser Erstarrung, aus dieser ‚Bewusstlosigkeit’ erwacht und fand mich in einem dunklen Loch, wusste gar nicht wie ich auch nur in Ansätzen da wieder herauskommen sollte.“ so begann vor einiger Zeit eine Frau, als sie im Seminar für Trauernde Hilfe suchte, drückte damit aus, was viele spüren, die um einen nahe stehenden Menschen trauern.

Denn ist in unserer Gesellschaft ein Mensch gestorben, so setzt dies meist erst einmal eine fest gefügte Machinerie in Gang, Vorschriften, Gesetze, Gewohnheiten, alles wird abgespielt, eine eilige Hektik lässt erahnen, dass der Verstorbene nur ja schnell beigesetzt werden muss, damit dieses entsetzliche Gefühl der Trauer und des Schmerzes auch nur bald aufhört. Doch das Gegenteil ist der Fall. Trauer muss man bewusst durchleben, kann und darf man nicht verdrängen. Trauer ist ein wichtiges Gefühl und keine Krankheit, verdrängte Trauer aber macht krank.

Nach der Bestattung kehren sich plötzlich alle anderen ab, gehen in ihren Alltag zurück, doch wohin soll der Trauernde …? Das Gefühl der unerträglichen Leere überkommt ihn und in dieser so brutalen Einsamkeit beginnt er erstmals facettenhaft zu erahnen, was da eigentlich geschehen ist um ihn herum, vielleicht sogar völlig an ihm vorbei.

Er begreift mehr und mehr, was alles wie in einem Film an ihm vorbei gelaufen ist, wie er eingepannt war in Abläufe von denen er dachte, diese würden ihm Halt geben, diese müsse „man“ so machen. Erst jetzt, viel später, wird ihm bewusst, dass er sich in der Liebe nie hat vorschreiben lassen, wie er zu lieben habe, und in der Trauer …? Er ist völlig hilflos, keiner kann ihn verstehen, erfühlt sich ganz allein mit diesen Gefühlen, denkt an einen Arztbesuch, sich einzuigeln oder …

Deshalb begleitet TrauerWelten e.V. seit vielen Jahren Menschen durch diese Leere, in dieser Zeit der Rat- und Haltlosigkeit, hilft auf dem oft steinigen Weg schließlich sich selbst neu zu finden. Denn vielfach ist der Schock zu groß, die Verunsicherung durch die meist völlige Veränderung der Lebensumstände zu schwer, als den Weg alleine zu finden. Im Seminar, im Kontakt und Austausch mit ebenfalls trauernden Menschen und unter fachkundiger Anleitung von P. Tobias Titulaer sollen Perspektiven für den Weg in eine Zukunft fühlbar werden und in greifbare Nähe rücken.

Das nächste Seminar beginnt Anfang September und dauert bis Anfang Dezember. Es findet im 14-tägigen Rhythmus statt jeweils donnerstags von 18.00 – 19.30 Uhr. Das Angebot ist kostenlos. Anmeldung bitte telefonisch beim Verein TrauerWelten e.V. / P. Tobias Titulaer (0 36 31-97 38 10) oder beim Bestattungshaus HÖFER (0 36 31-98 33 20). Weitere Informationen zum Verein TrauerWelten e.V. und zu den unterschiedlichen Angeboten finden Sie auch im Internet.
Autor: nnz

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