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Do, 08:12 Uhr
21.02.2002

Nicht nur Erfurt und Weimar

Nordhausen (nnz). Der Stadtrat von Weimar lehnte gestern eine Fusion des DNT mit dem Erfurter Theater ab. SPD-Landtagsabgeordnete Dagmar befürchtet negative Auswirkungen für die Nordthüringer Region.


Als zutiefst egoistisch bezeichnete die SPD-Landtagsabgeordnete Dagmar Becker das Verhalten der Städte Weimar und Erfurt beim Thema Theater-Fusion. "Sollte die Fusion der Theater von Erfurt und Weimar scheitern, so müsste dies auch Folgen für die Finanzierung dieser Spielstätten haben", so die SPD-Landtagsabgeordnete in Richtung Wissenschaftsministerium.

"Es kann nicht sein, dass beide Städte ihren eigenen Egoismus austragen und die notwendigen Zuschussmittel dann aus den Thüringer Regionen abgezogen werden", erklärte Dagmar Becker. Die Nordhäuser Landtagsabgeordnete sieht bei einem Scheitern der Fusion insbesondere negative Folgen für die kleineren Theaterhäuser im Land Thüringen. Während man außerhalb von Weimar und Erfurt schon seit langer Zeit Fusionen bzw. Kooperationen zwischen den Theatern vorangetrieben hat, ist dieser Kelch bisher immer an Erfurt und Weimar vorbeigegangen. Dennoch erhielten diese beiden Häuser immerhin 40 Prozent der gesamten Landeszuschüsse.

"Es darf keine kulturelle Ausblutung der Regionen geben - Thüringen ist nicht nur Erfurt und Weimar", so Dagmar Becker gegenüber der nnz. Die SPD-Landtagsabgeordnete erläuterte am Beispiel des Nordhäuser Theaters, dass man dort schon gleich nach der Wende bereit war, eine Fusion mit dem Loh-Orchester in Sondershausen einzugehen, um die Finanzierung und den Bestand des Dreisparten-Theaters zu sichern.

Zur Zeit bringt die gesamte Region (Stadt und Landkreis Nordhausen, Stadt Sondershausen und der Kyffhäuserkreis) selbst mehr als die Hälfte der notwendigen Zuschüsse für das Theater auf, so dass man nur 4,4 Millionen Euro vom Land benötigt. Im Gegensatz dazu bringt Weimar nur 3 Millionen Euro selbst auf, während das Land immerhin einen Zuschuss von 15,5 Millionen Euro beisteuert. Ohne das Nationaltheater mit allen anderen gleich setzen zu wollen, ist dies nach Ansicht von Dagmar Becker ein krasses Missverhältnis.
Autor: nnz

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