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Do, 18:47 Uhr
09.11.2000

Neuer Verein plant eine zweite Fachhochschule im Landkreis Nordhausen

Ilfeld/Nordhausen (nnz). Die Nordhäuser Fachhochschule könnte künftig Konkurrenz bekommen. Und das in der eigenen Region. Seit Juni dieses Jahres ist ein Verein im Landkreis tätig, der in Ilfeld eine Fachhochschule etablieren will. Nach Informationen der nnz soll damit das "weltweit erste Projekt einer behindertengerechten Fachhochschule" realisiert werden.
"Die Mittel für diese Hochschule sollen aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Zuschüssen und Fördermitteln der EWG, des Bundes und der Länder bereitgestellt werden", heißt es in einem Werbeschreiben, das sowohl an Politiker als auch an Verwaltungen geschickt wurde.
Im Vorstand des Vereins, der im Vereinsregister des Nordhäuser Amtsgerichts unter der Nummer 611 eingetragen ist, sind die Herren Martin Vens-Cappell, Jörg Berbalk und Joseph Moissl zu finden. Letzterer ist Vereinschef und nicht nur im Landkreis Nordhausen rege unterwegs. Sein Betätigungsfeld erstreckt sich quasi von Stralsund bis Sonneberg. Dabei taucht der Name Moissl allerdings nicht mit der "Aktion Jugendhilfe e.V." auf, sondern mit einem anderen Verein, dem "Kommunal Invest e.V." auf, eingetragen im Amtsgericht Halle. Der Verein begleitete Projekte in fast allen neuen Bundesländern, unter anderem auch in Teistungen im Landkreis Eichsfeld. Dort ist Moissl dafür bekannt, gute Verbindungen zu Landesbanken zu besitzen. Für das Projekt "Teistungenburg" arbeitete der jetzt 67jährige an der Finanzierung in einem Volumen von rund 40 Millionen Mark. Auch in Richtung des Kulturhauses in Bleicherode wurden bereits die Fühler ausgestreckt, bislang scheinbar ergebnislos.
Die Fachhochschule in Ilfeld soll einen Investrahmen von 50 Millionen Mark haben. 50 behinderte Studenten und 50 nicht behinderte Studenten sollen hier gemeinsam im Bereich "Neue Medien" ausgebildet werden. Den Betrag von 50 Millionen Mark aufzutreiben, soll nicht das Problem sein, "der Vorstand ist optimistisch, diesen Betrag über den Bund, das Land, die Industrie und Mitglieder des Vereins aufbringen zu können", heißt es in der Präsentation des Gründers des Vereins "Aktion Jugendhilfe e.V.", Joseph Moissl.
Nach nnz-Recherchen ist die Bereitstellung von öffentlichen Mitteln zur Finanzierung einer privaten Hochschule nicht ganz einfach. Der Landkreis Nordhausen sieht aus seiner Sicht bislang keinen Bedarf für eine zweiten Fachhochschule. Auch für den Erwerb einer "Lizenz" für die Ausbildung junger Menschen, bedarf mehr als der Anfertigung einer bunten Mappe. Im Thüringer Wissenschaftsministerium hebt man bislang die Hände, zu tief sitzen die Spuren des jüngsten (gescheiterten) Projektes in Nohra bei Weimar.
Sollte die Fachhochschule dennoch zum Leben erweckt werden, dann müsse sie sich über Studiengebühren finanzieren, davon ist in der Werbebroschüre nichts zu erfahren. Und ob es schießlich, wie angekündigt, zu einem ersten Pressetermin mit Landrat Joachim Claus kommen wird, das steht wohl doch in den Sternen. (Fortsetzung folgt)
Autor: psg

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