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Sa, 17:39 Uhr
30.06.2007

Grünes Granulat aus gelben Säcken

Niedergebra (nnz). Ein Viertel aller Verpackungen, die in Deutschland weggeschmissen werden, kommen in den Landkreis. Aus stinkenden Kunststoffabfällen werden neue Produkte, die ganz und gar nicht nach Recycling aussehen. Wie das geht, war heute zu erleben.

Taq der offenen Tür (Foto: WF) Taq der offenen Tür (Foto: WF)

Das Image vom umweltfreundlichen, aber unattraktiven Produkt haftet dem Recyclingkunststoff zwar noch an, es stimmt aber schon lange nicht mehr. Längst sind die Materialien alles andere als grau und trist. Vielleicht fahren auch Sie mit recycelten Kunststoffverkleidungen im Auto und wissen es nicht mal. Was aus den Joghurtbechern, Folien und Verpackungen letztlich neues wird, erfahren auch die Mitarbeiter bei mtm, ehemals Purus Niedergebra, meist nicht.

Gab es vor einigen Jahren oft Beschwerden über Lärm und Gestank aus dem Recyclingwerk, überwog beim heutigen Tag einfach die Neugier. Für Geschäftsführer Torsten Meyer liegt diese positive Entwicklung zum einen an den vielen Investitionen, zum anderen am guten Kontakt zu den Anwohnern.

Eine neue Halle wurde errichtet. Hier lagern jetzt die Stoffe, die aussortiert worden, weil sie in Niedergebra nicht verwendet werden können. Dabei muß sich niemand die Hände schmutzig machen, es läuft alles automatisch. Ein Fördersystem lagert die Reste wie beispielweise Papier selbstständig ab. Die Tore bleiben geschlossen, so können weder Gerüche noch der Lärm der Maschinen entweichen. Wer schon einmal im Werk war, konnte sich davon überzeugen, daß auch die Trennung der Rohstoffe und die Aufbereitung der gepreßten Ballen an sich leiser geworden ist. mtm möchte den Lärmpegel im Interesse der Mitarbeiter weiter senken. Sie sollen keinen Gehörschutz mehr tragen müssen.
Mit der Firma Purus verbanden viele die grauen Kunststoffpalisaden und Zaunpfähle. Die sind inzwischen Geschichte. Jetzt wird nur noch Granulat hergestellt und an andere Betriebe zur Weiterverarbeitung verkauft. Mit den Frühzeiten des Recyclings hat man abgeschlossen. Das soll auch durch den Namenswechsel zu mtm plastics symbolisiert werden. „Mit reinem Recycling hat unser Unternehmen nicht mehr viel zu tun“ sagte der technische Leiter Tobias Peters.

Bei einem Rundgang durch die Anlagen, konnten die Besucher sehen, daß der Grundstoff noch immer Abfälle aus den Gelben Säcken sind. Was zum Schluß herauskommt ist Kunststoffgranulat. Das dunkle grün kam den Heimwerkern aus der Besuchergruppe bekannt vor. Die Kästen für Bohrmaschinen und ähnliche Geräte werden aus den einstigen Abfällen hergestellt. „Wir können jede Farbe erzeugen, sie muß nur dunkler sein als das Grau des Rohprodukts.“ Sagte Tobias Peters.

50.000 Tonnen Abfälle werden jedes Jahr zu rund 25.000 Tonnen Granulat verarbeitet. Es könnten mehr werden, denn das Produkt ist gefragt. Mtm will weiterhin investieren in den Standort Niedergebra. 73 Menschen haben hier einen Arbeitsplatz gefunden. Mit sechs Auszubildenden sorgt das Unternehmen selbst für qualifizierten Nachwuchs. Fast das gesamte Jahr wird in vier Schichten durchgearbeitet. Nur zweimal im Jahr werden de Maschinen runtergefahren. Zwischen Weihnachten und Neujahr zu Wartungszwecken und heute, denn einmal im Jahr ist Sommerfest. Genau wie der Tag der offenen Tür ist das zur Tradition geworden.
Autor: wf

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