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Do, 11:51 Uhr
09.11.2000

nnz-Forum: Gedanken zum 9. November von Dr. Klaus Zeh (CDU)

Der 9. November muss für uns Deutsche ein regelmäßiger Gedenktag werden, weil er oft wie ein Schicksalstag immer wieder Zäsuren in unserer Geschichte mit sich brachte.
Der schlimmste 9. November in Deutschland war 1938, die sogenannte Reichskristallnacht. Die "Judenpogrome" leiteten eines der dunkelsten Kapitel in unserer Geschichte ein. Sie brachten unendliches menschliches Leid - über unsere jüdischen Mitbürger, über unsere Nachbarn, über Europa und über die Welt. Dies wurde möglich, weil Menschen in Deutschland weggeschaut haben und sich nicht von Anfang an gegen die braune Diktatur aufgelehnt haben.
Der glücklichste 9. November in Deutschland war 1989, der Fall der Mauer. An diesem Tag wurde die Teilung Deutschlands überwunden. Er war das Ende des kalten Krieges und das Ende der Teilung Europas und der Welt in zwei Machtblöcke. Dieser Tag wurde möglich, weil Menschen in Deutschland nicht mehr weggesehen haben und weil sie Zivilcourage hatten, sich gegen eine Diktatur zur Wehr zu setzen.
Der 9.November muss in Deutschland ein Gedenktag für Toleranz, Offenheit, Respekt vor dem Anderssein des Anderen und für ein friedliches Miteinander in der Gesellschaft werden! Er sollte gleichzeitig Gedenktag gegen Extremismus, Hass und Gewalt werden! Dabei muss es gegen jede Art von politischem und ideologischen Extremismus gehen - Extremismus von Rechts als auch von Links. Dabei muss es gegen jede Art von Gewalt gehen - Gewalt gegen Ausländer, Gewalt gegen Minderheiten, Gewalt in den Familien - gegen Frauen und gegen Kinder, Gewalt in den Schulen und Gewalt auf der Straße.
Wir dürfen nicht mehr wegsehen, wenn wir Gewalt sehen. Wir brauchen ein gesellschaftliches Klima, in dem man ohne Angst verschieden sein kann. Wir müssen unsere Zivilgesellschaft zivil halten.

Klaus Zeh
Autor: nnz

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