So, 09:15 Uhr
24.06.2007
Längst überfällig
Nordhausen (nnz). In Thüringen ist jetzt eine Publikation über jüdisches Leben auf den Markt gekommen. Die nnz hat sich das Buch einmal genauer angesehen.
Seit dem 12. Jahrhundert sind Juden in Thüringen ansässig, dennoch ist wenig zu ihrer Geschichte bekannt. Rektor Israel Schwierz hat in den Jahren nach der Wende ein Manuskript zu den Zeugnissen jüdischer Vergangenheit in Thüringen konzipiert. Mit Beginn des Jahres 1990 hat er mit vielen Menschen gesprochen; während die unter 50jährigen kaum Kenntnisse über das Judentum hatten, konnten die Älteren noch Hinweise auf jüdische Stätten geben. Dieses hat Israel Schwierz in einer Dokumentation in Wort und Bild festgehalten. Leider konnte das 1995 fertig gestellte Manuskript damals nicht veröffentlicht werden.
Dank eines entscheidenden Hinweises von Herrn Dr. Johannes Mötsch vom Thüringischen Staatsarchiv Meiningen und der finanziellen Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen ist es nun gelungen, die vielfältigen Informationen zum jüdischen Leben in Thüringen über die Internet-Seite der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen einem interessierten Publikum zur Verfügung zu stellen.
Am Dienstag vergangener Woche wurde in der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen die Dokumentation Zeugnisse jüdischer Vergangenheit in Thüringen durch Freischaltung als Internetdatei der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die 316 Seiten umfassende Dokumentation wird mit einem Grußwort des Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Wolfgang Nossen und einem Vorwort des Verfassers Israel Schwierz zusammen mit einer Ergänzung eingeleitet, gefolgt von einer kurzen Übersicht über die Geschichte der Juden in Thüringen. Daran schließt sich eine Erläuterung über die verschiedenen Zeugnisse jüdischer Vergangenheit an. Danach folgen auf 231 Seiten alphabetisch die Orte in Thüringen, in denen Zeugnisse jüdischer Vergangenheit zu finden sind:
Während Schwierz Synagogen, Bethäuser, Gedenkstätten für die zerstörten Gebetsstätten, Friedhöfe, KZ-Friedhöfe, KZ-Gedenkstätten, Schulen, Ritualbäder, Straßen-, Gelände- und Flurnamen, Judenhäuser und einige wenige urkundliche Erwähnungen dokumentiert hatte ergänzte Dr. Dr. Johannes Mötsch bei seiner Überarbeitung des Manuskripts die letztgenannten Zeugnisse aus dem Archiv in großer Zahl und ergänzte dadurch sehr eindrucksvoll die Dokumentation.
Ein Glossar, ein umfangreiches Literaturverzeichnis und eine Danksagung an alle, die sowohl Israel Schwierz als auch Dr. Johannes Mötsch bei der Konzeption bzw. Überarbeitung und Ergänzung der Dokumentation dankenswerter weise hilfreich zur Seite standen schließt das Werk harmonisch ab.
Dr. Thomas Wurzel, Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, dankte Israel Schwierz für die Erarbeitung der Texte, Dr. Antonio Peter, Landeszentrale für politische Bildung Thüringen für die Bereitstellung der Internet-Seite und Dr. Johannes Mötsch, Leiter Staatsarchiv Meiningen, für die redaktionelle Überarbeitung und inhaltliche Ergänzung des seit mehr als zehn Jahren bereitliegenden Manuskripts. Seit der Erstellung der Dokumentation 1995 konnten Kenntnisse erweitert und vertieft werden, was der Internet-Präsentation unmittelbar zugute kommt.
Nun steht, wie bereits in anderen Bundesländern, auch für Thüringen eine Veröffentlichung zur Verfügung, die über das Internet sicherstellt, dass auch im Ausland lebende Nachkommen Thüringer Juden in einer virtuellen Reise die Lebensorte ihrer Vorfahren besuchen können. Die Dokumentation soll jedoch nicht nur informieren, sie soll auch dazu anregen, weiter zu forschen und das kulturelle Erbe der Thüringer Juden zu bewahren. Es ist zu hoffen, dass die Dokumentation doch noch eines Tages in Buchform erscheinen wird.
Die Dokumentation ist auch im Internet zu finden.
Autor: nnzSeit dem 12. Jahrhundert sind Juden in Thüringen ansässig, dennoch ist wenig zu ihrer Geschichte bekannt. Rektor Israel Schwierz hat in den Jahren nach der Wende ein Manuskript zu den Zeugnissen jüdischer Vergangenheit in Thüringen konzipiert. Mit Beginn des Jahres 1990 hat er mit vielen Menschen gesprochen; während die unter 50jährigen kaum Kenntnisse über das Judentum hatten, konnten die Älteren noch Hinweise auf jüdische Stätten geben. Dieses hat Israel Schwierz in einer Dokumentation in Wort und Bild festgehalten. Leider konnte das 1995 fertig gestellte Manuskript damals nicht veröffentlicht werden.
Dank eines entscheidenden Hinweises von Herrn Dr. Johannes Mötsch vom Thüringischen Staatsarchiv Meiningen und der finanziellen Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen ist es nun gelungen, die vielfältigen Informationen zum jüdischen Leben in Thüringen über die Internet-Seite der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen einem interessierten Publikum zur Verfügung zu stellen.
Am Dienstag vergangener Woche wurde in der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen die Dokumentation Zeugnisse jüdischer Vergangenheit in Thüringen durch Freischaltung als Internetdatei der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die 316 Seiten umfassende Dokumentation wird mit einem Grußwort des Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Wolfgang Nossen und einem Vorwort des Verfassers Israel Schwierz zusammen mit einer Ergänzung eingeleitet, gefolgt von einer kurzen Übersicht über die Geschichte der Juden in Thüringen. Daran schließt sich eine Erläuterung über die verschiedenen Zeugnisse jüdischer Vergangenheit an. Danach folgen auf 231 Seiten alphabetisch die Orte in Thüringen, in denen Zeugnisse jüdischer Vergangenheit zu finden sind:
Während Schwierz Synagogen, Bethäuser, Gedenkstätten für die zerstörten Gebetsstätten, Friedhöfe, KZ-Friedhöfe, KZ-Gedenkstätten, Schulen, Ritualbäder, Straßen-, Gelände- und Flurnamen, Judenhäuser und einige wenige urkundliche Erwähnungen dokumentiert hatte ergänzte Dr. Dr. Johannes Mötsch bei seiner Überarbeitung des Manuskripts die letztgenannten Zeugnisse aus dem Archiv in großer Zahl und ergänzte dadurch sehr eindrucksvoll die Dokumentation.
Ein Glossar, ein umfangreiches Literaturverzeichnis und eine Danksagung an alle, die sowohl Israel Schwierz als auch Dr. Johannes Mötsch bei der Konzeption bzw. Überarbeitung und Ergänzung der Dokumentation dankenswerter weise hilfreich zur Seite standen schließt das Werk harmonisch ab.
Dr. Thomas Wurzel, Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, dankte Israel Schwierz für die Erarbeitung der Texte, Dr. Antonio Peter, Landeszentrale für politische Bildung Thüringen für die Bereitstellung der Internet-Seite und Dr. Johannes Mötsch, Leiter Staatsarchiv Meiningen, für die redaktionelle Überarbeitung und inhaltliche Ergänzung des seit mehr als zehn Jahren bereitliegenden Manuskripts. Seit der Erstellung der Dokumentation 1995 konnten Kenntnisse erweitert und vertieft werden, was der Internet-Präsentation unmittelbar zugute kommt.
Nun steht, wie bereits in anderen Bundesländern, auch für Thüringen eine Veröffentlichung zur Verfügung, die über das Internet sicherstellt, dass auch im Ausland lebende Nachkommen Thüringer Juden in einer virtuellen Reise die Lebensorte ihrer Vorfahren besuchen können. Die Dokumentation soll jedoch nicht nur informieren, sie soll auch dazu anregen, weiter zu forschen und das kulturelle Erbe der Thüringer Juden zu bewahren. Es ist zu hoffen, dass die Dokumentation doch noch eines Tages in Buchform erscheinen wird.
Die Dokumentation ist auch im Internet zu finden.

