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Mi, 11:35 Uhr
13.02.2002

Unterschriften auf einem Papier

Nordhausen (nnz). In dieser Woche veröffentlichte die nnz eine Stellungnahme von Verbänden und Vereinen zum Verhältnis von Landrat Joachim Claus (CDU) und seinem Vorsitz im Kreisverband des DRK. Hilfreich bei der Bewertung dieses Schreibens an die Kreistagsmitglieder ist die nähere Betrachtung der „Unterschreiber“.


Insider im Landkreis Nordhausen bezeichneten die Stellungnahme zwar als notwendig und hilfreich. Unglücklich sei dagegen die Konstellation der Unterschriftenleister. Hier hätte wohl auch eine breitere Basis gewählt werden können.

Unterschrieben hat das Papier unter anderem Thomas Pape in seiner Funktion als Geschäftsführer des Diakoniewerkes Nordhausen. Für das Jugendsozialwerk leistete dessen Vorsitzender Prof. Dr. König die Unterschrift, welcher der breiten und interessierten Öffentlichkeit in dieser Funktion kaum bekannt ist. Angemerkt sei, dass als Geschäftsführer des Jugendsozialwerkes ebenfalls Thomas Pape seit Jahren sehr erfolgreich agiert.

Im Vorstand diees Vereins ist nun wiederum Norbert Klodt tätig. Klodt hat die Stellungnahme für die Caritas unterzeichnet. Kommen wir zu Hannelore Haase, der neuen Geschäftsführerin der Lift gGmbH. Bis zur Übernahme dieser Funktion hatte Frau Haase einen Job beim Jugendsozialwerk, das wiederum gleichzeitig Mehrheitsgesellschafter bei Lift ist.

Bleibt die Volkssolidarität (VS): Für diesen eingetragenen Verein zeichnete per Unterschrift Elke Pille verantwortlich. Sie ist nach nnz-Recherchen nicht nur im Nordhäuser Südharz-Krankenhaus tätig, sondern auch Vorsitzende des Kreisverbandes der Volkssolidarität. Nun kommen einige weitere Verbindungen ins Spiel. Geschäftsführerin der VS in Nordhausen ist Frau Weidt, die Ehefrau von Gerhardt Weidt, dem Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes. Elke Pille ist mit Antonius Pille, dem Geschäftsführer des Südharz-Krankenhauses verheiratet. Sowohl das DRK als auch das Südharz-Krankenhaus sind Mitglieder im Rettungsdienstzweckverband, dem Ausgangspunkt dieses Schreibens. Das DRK, das Südharz-Krankenhaus und das Jugendsozialwerk eint aber noch ein weiteres gemeinnütziges Unternehmen. Sie sind Gesellschafter in der gemeinnützigen GmbH namens „Hilfswerk Nordhausen“.

All diese Querverbindungen sollen an dieser Stelle nicht bewertet werden, sie sind aber vorhanden und den Kreistagsmitgliedern bekannt. Fakt ist: Der Arbeit der sozialen Vereine und Verbände wird im Landkreis Nordhausen nicht nur von der kommunalen Politik eine ausgezeichnete Qualität bescheinigt. Sie wird auch nicht von politischen Grundeinstellungen behindert, die „politische Neigung“ der exponiert handelnden Personen reichte dabei einst von PDS über SPD bis hin zur CDU. Wie eingangs erwähnt, die Stellungnahme an die Mitglieder des Kreistages hätte auf eine wesentlich breitere Basis gestellt werden können und müssen. Sie ist aber auch schon wieder Geschichte. Die SPD-Fraktion hatte ihre Forderung nach der Niederlegung des DRK-Vorsitzes von Landrat Claus bereits im vergangenen Jahr zurückgenommen.
Autor: nnz

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