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Sa, 09:00 Uhr
02.06.2007

Ballettkompanie mit Visionen

Nordhausen (nnz). Wenn Tänzer Visionen haben, dann liegt es nahe, dass sie die auch tänzerisch nach außen tragen, auf die Bühne bringen, dem Publikum zeigen – bei einem Kammertanzabend. Weitere Einzelheiten wie immer mit einem einzigen Klick.


Konnte die Kompanie im vergangenen Jahr seine Zuschauer mit „Erinnerungen getanzter Art“ ein Stück in die Vergangenheit mitnehmen, will es sie in diesem Jahr mit „Visionen getanzter Art“ gedanklich in die Zukunft reisen lassen.

Caroline Barnard (Foto: T. Graner) Caroline Barnard (Foto: T. Graner) Der Kammertanzabend ist zugleich eine Herausforderung für das Ballett des Theaters Nordhausen. Denn die Tänzer sind nicht nur als Tanzende gefordert, sondern auch als Choreographen, die wiederum eigene Werke für Kollegen verfassen. Von den 12 Tänzerinnen und Tänzern haben sich in diesem Jahr sieben als Choreographen versucht, der größte Teil das aller erste Mal. Wie beispielsweise Kei Onishi. Sie will den klassischen Tanz in seiner ganzen Schönheit zeigen, die Sprache des Körpers, die Bewegung. Für die junge Japanerin singt der Körper. Sie ist die einzige an diesem Abend, die ein klassisches Ballett zeigt – nach Musik von Mendelssohn.

Ebenfalls mit ihrer ersten Choreographie präsentiert sich die Brasilianerin Leticia Forattini Martins. Seit September gehört sie zur Kompanie und hat viel Spaß und Freude am Tanzen. Das will sie auch in ihrem Ballett „Rhythm and Beat“ zeigen, das mit Musik einer brasilianischen Gruppe unterlegt ist. Eine Choreographie, die von vier Frauen getanzt wird. Sie findet es gut, dass die Tänzer mit dem Kammertanzabend am Theater Nordhausen die Chance erhalten, auch zu choreographieren. „Wir merken auch, jeder hat seinen eigenen Stil und alle von uns haben etwas zu sagen“, so Leticia Forattini Martins.

Schon Erfahrung mit eigenen Choreographien hat Tara Yipp. Ihr Stück heißt: ..Kainotophobia. Es geht darum, das bei vielen Menschen das Leben nach dem gleichen Muster verläuft, sie sich darüber ärgern, aber nichts dagegen unternehmen. Es ist Taras dritte Choreographie. Begonnen hatte sie mit einem Solo, im vergangenen Jahr kam ein Pas de deux und in diesem Jahr wird eine Gruppe tanzen. Und das Besondere daran, Tara Yipp hat sogar einen Teil der Musik selbst komponiert. Zum ersten Mal.

Gleich zwei Choreografien stellt der Brasilianer Renato Jones an diesen Abend vor – die eine ist für eine Gruppe von sechs Tänzern, die andere für einen Solisten – in diesem Fall für sich selbst. Die Gruppe tanzt nach Musik von den Beatles – einer Coverversion einer Band aus Brasilien „Suite B“ und ist über Leute, die unterwegs sind – Ankunft und Abschied. „In der letzten Spielzeit waren Tänzer weggegangen und eine Zuschauerin hat mich gefragt, ob das nicht weh tut, ob das für die anderen schwer ist, wie es die Kollegen überhaupt aufnehmen, wenn einer geht“, erklärt Renato Jones. Daraufhin hatte er sich mit diesem Thema gedanklich befasst und daraus ist seine neue Choreographie entstanden. Sein solistisches Stück ist eine Hommage an Louis Armstrong und der Tänzer hofft, dass die Zuschauer genauso viel Spaß daran haben, wie er selbst.

Kathrin Weiss und Caroline Barnard wollen das Publikum mit einer gemeinsamen Choreographie begeistern. Bei ihrem Tanz geht es um das innere und äußere „Ich“ – um Menschen, die innen sie selbst sind, aber nach außen jemand anderes darstellen, sozusagen eine Maske tragen. Die Zuschauer sollen das auch im Tanz auf der Bühne so sehen. Zwei Tänzerinnen sind durch einen Vorhang getrennt – Man sieht sie als Schatten – die Person, die sie darstellen ist im Streit mit sich, aber auf dem Weg, zu sich selbst zu finden. Musik ist von Dream Theatre. Die aus der Schweiz und aus den Niederlanden stammenden Tänzerinnen finden es sehr gut, dass sich die Tänzer auch in dieser Rolle als Choreograph dem Publikum vorstellen können.


Der Ungar Sándor Németi hat für seine Choreographie das Thema Angst gewählt mit ihren vielen Facetten. Jeder hat Ängste und will seine eigenen Ängste auch bekämpfen. Die Beziehung zwischen Ängsten verstärkt der Tänzer noch mit Videoszenen und der Musik des (Jenkins’)Requiems, allerdings mit modernen Effekten. Sándor Németi hat schon mehrere Choreographien gemacht – u.a. auch für die Aufführung zum Frühlingstanzfestival in Budapest.
Autor: nnz

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