Mo, 17:12 Uhr
28.05.2007
Pfingsten 1927: Regen und Niederlagen
Nordhausen (nnz). nnz.-Autor Klaus Verkouter hat an diesem verregneten Pfingstmontag mal wieder in seine Fussball-Archive geschaut. Und tatsächlich – vor 80 Jahren gab es Spiele der Nordhäuser und: Regen....
Der 1. SV Wacker 05 Nordhausen fährt zu zwei Freundschaftsspielen nach Bernburg und Wolfen. In den Blau-weiß Mitteilungen 8/1927 des Vereins wird dieser Ausflug von den Sportfreunden Müller und Schulze ausgewertet. Über diese Art von Humor hat man vor 80 Jahren gelacht. Hier einige Auszüge:
M: Schön war’s uff de Pfingsttour, was meenste Schulze?
S: Du, so ville Wasser wie’s dort in Bernburg gab, hat mir ordentlich imponiert.
M: In de Saale sind bestimmt ein paar Liter mehr drin als in de Zorge.
S: Ich meine hauptsächlich det Wasser, was so gegen Mittag rum neben die Saale getroppelt ist.
M: Na, ein Teil davon soll da der Wirt vom Stadtpark in die Sauciere uffgefangen haben.
S: Selbst die kühle Witterung an dem Tage soll Schuld haben, dass die Wirtin den Kasseler und Rindsbraten nicht richtig warm gekriegt hat.
M: Am Nachmittag det Spiel erst, war zum Davonloofen.
S: Da haste Recht, Müller, selbst die Spieler hatten keen richtiges Interesse dran, die sind vor dem Gegner fortgeloofen, als wie en Elefant vor Angst, wenn ihn ein Floh hypnotisiert.
M: Abends in de Tanzdiele, da gingen se anders ran, det scheenste for mir alten Knaben waren natürlich die Beenekens.
S: Wenn de denkst, se polieren dir nun uffen Fußballplatz de Beene, da biste schief gewickelt.
M: Da konnte een den ganzen Tag der Schuh dricken, abends, wo so’ne Stimmung war, passte uff einmal alles.
…
M: Den zweiten Pfingsttag, als wir nach Wolfen fuhren, gab’s wieder ne Überraschung.
S: Da haben se den Spielführer Ema mit ner Extralokomotive gefahren, weil de die vielen Fahrkarten mit dem fahrplanmäßigen nicht befördern könnten!-?
M: Nun erinnere mich um Gottes willen nicht an das Spiel in dem Nest, wo sich die Füchse jute Nacht sagen.
S: Da haste Recht, wenn an diesem Tage ne Tropenhitze gewesen wäre, hätte ich mich direkt in ne Sandwüste versetzt gefühlt.
M: Det Jras stand uff verschiedenen Stellen mannshoch, dass unsere kleinen Außenstürmer bloß mit den Köppen zu sehen waren.
S: Nun Schluss damit, das eine steht fest, nächste Pfingsten fahren wir nicht wieder nach so’n Nest wie W., wo man von Jlück sagen kann, nicht mit einem K.o. nach Hause zu kommen.
Die Spiele gingen so aus:
Wacker Bernburg – 1. SV Wacker 05 Nordhausen 5:2
VfL Wolfen – 1. SV Wacker 05 Nordhausen 2:1
Gefunden und aufgeschrieben von Klaus Verkouter
Autor: nnzDer 1. SV Wacker 05 Nordhausen fährt zu zwei Freundschaftsspielen nach Bernburg und Wolfen. In den Blau-weiß Mitteilungen 8/1927 des Vereins wird dieser Ausflug von den Sportfreunden Müller und Schulze ausgewertet. Über diese Art von Humor hat man vor 80 Jahren gelacht. Hier einige Auszüge:
M: Schön war’s uff de Pfingsttour, was meenste Schulze?
S: Du, so ville Wasser wie’s dort in Bernburg gab, hat mir ordentlich imponiert.
M: In de Saale sind bestimmt ein paar Liter mehr drin als in de Zorge.
S: Ich meine hauptsächlich det Wasser, was so gegen Mittag rum neben die Saale getroppelt ist.
M: Na, ein Teil davon soll da der Wirt vom Stadtpark in die Sauciere uffgefangen haben.
S: Selbst die kühle Witterung an dem Tage soll Schuld haben, dass die Wirtin den Kasseler und Rindsbraten nicht richtig warm gekriegt hat.
M: Am Nachmittag det Spiel erst, war zum Davonloofen.
S: Da haste Recht, Müller, selbst die Spieler hatten keen richtiges Interesse dran, die sind vor dem Gegner fortgeloofen, als wie en Elefant vor Angst, wenn ihn ein Floh hypnotisiert.
M: Abends in de Tanzdiele, da gingen se anders ran, det scheenste for mir alten Knaben waren natürlich die Beenekens.
S: Wenn de denkst, se polieren dir nun uffen Fußballplatz de Beene, da biste schief gewickelt.
M: Da konnte een den ganzen Tag der Schuh dricken, abends, wo so’ne Stimmung war, passte uff einmal alles.
…
M: Den zweiten Pfingsttag, als wir nach Wolfen fuhren, gab’s wieder ne Überraschung.
S: Da haben se den Spielführer Ema mit ner Extralokomotive gefahren, weil de die vielen Fahrkarten mit dem fahrplanmäßigen nicht befördern könnten!-?
M: Nun erinnere mich um Gottes willen nicht an das Spiel in dem Nest, wo sich die Füchse jute Nacht sagen.
S: Da haste Recht, wenn an diesem Tage ne Tropenhitze gewesen wäre, hätte ich mich direkt in ne Sandwüste versetzt gefühlt.
M: Det Jras stand uff verschiedenen Stellen mannshoch, dass unsere kleinen Außenstürmer bloß mit den Köppen zu sehen waren.
S: Nun Schluss damit, das eine steht fest, nächste Pfingsten fahren wir nicht wieder nach so’n Nest wie W., wo man von Jlück sagen kann, nicht mit einem K.o. nach Hause zu kommen.
Die Spiele gingen so aus:
Wacker Bernburg – 1. SV Wacker 05 Nordhausen 5:2
VfL Wolfen – 1. SV Wacker 05 Nordhausen 2:1
Gefunden und aufgeschrieben von Klaus Verkouter


