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Mi, 13:24 Uhr
06.02.2002

nnz-Betrachtung : 1.144!

Nordhausen (nnz). „Es wird nicht besser!“ - so titelte die nnz in ihrer Betrachtung zum Neuen Jahr. Die war ziemlich düster gehalten, auch hinsichtlich der Entwicklung des Arbeitsmarktes. Die sieht ziemlich düster aus. Dazu folgende Betrachtung.


Mit der intensiven Einschätzung und Bewertung dieser Zahlen werden sich die Politiker und alle sonstigen Experten vielleicht noch ein bisschen Zeit lassen, zu tief sitzt der Schock. Im Landkreis Nordhausen sind über 10.000 Frauen und Männer arbeitslos, hinzu kommen noch etwa 3.000, die sich in irgendwelchen Beschäftigungsmaßnahmen tummeln. Seit diesem Monat bieten die Arbeitsämter sogar den Besuch auf der psychosozialen Couch an. Damit sollen die künftigen Bewerber um die heiß begehrten Jobs passgenau „profiliert“ werden.

Die Ideen der Arbeitsverwalter sind schier grenzenlos, vor allem wenn es um Selbstbeschäftigung geht. Doch da kann die Kreativität mit Modellvorhaben, Pilotprojekten oder Kombilöhnen noch so strapaziert werden, wenn keine Arbeitsplätze vorhanden sind, dann wird die Quote eventuell nur temporär gedrückt.

Arbeitsplätze müssen also her, nur Arbeitsplätze sind das Allheilmittel, die den jetzigen und künftigen Arbeitslosen einen Funken Hoffung für ihre Selbstverwirklichung vermitteln können. Und da sind wir wieder beim Industriegebiet angelangt. Es muß erschlossen werden. Es ist der Strohhalm für diese Region. Mehr als das Hoffen auf Investoren wird zwar auch dann nicht bleiben, aber die Verantwortlichen müssen sich nicht den Vorwurf gefallen zu lassen, dass sie gar nichts getan hätten. Wenn denn ausgewiesene Wirtschaftsexperten meinen, dass eine Fläche über 100 Hektar noch Investoren anlocken könnte, dann muß diese einzige Fläche im Norden Thüringens erschlossen werden. Diese Erschließung, so bitter das auch für die Gegner klingt, sollte nicht länger verhindert werden.

Sicher, auch die Mitglieder der Bürgerinitiative haben ihre Gründe - sie reichen von gesellschaftlichen bis zu privaten Motiven - die aus ihrer Sicht gegen ein Industriegebiet sprechen. Doch mit Verlaub festgestellt, die Goldene Aue ist nicht der Hochharz, der Hainich oder die Karstlandschaft im Südharz. Sie ist eben nur mal -­ zwar hochwertiger -­ aber trotzdem stinknormaler Acker! Und wenn man nun plötzlich auf diesem Terrain irgendein seltener Wurm oder ein Insekt entdeckt wurde, dann soll diese Spezies doch in Gottes Namen umgesiedelt und nicht zum Anlaß für Klagen genommen werden. Wenn die Räder der Traktoren einen Wurm zerquetschen oder die Schneidwerke der Mähdrescher einen Hasen erwischen, dann kippte das natürliche Gleichgewicht dieser Region auch nicht sofort um.

Laßt den Planern den Versuch unternehmen, in der Goldenen Aue etwas Lockendes für Investoren zu etablieren. Kein Unternehmen, ob groß, mittel oder klein, fragt nach, wann denn ein Revier für seine Expansion abgesteckt werden könnte. Es will sich die erschlossene Fläche ansehen, will die Infrastruktur checken und dann entscheiden. Der Konkurrenzkampf der Region um Investoren hat längst europäische oder globale Dimensionen angenommen. Wenn der Strohhalm Industriegebiet nicht vorher umknicken soll, dann sollte er wenigstens akzeptiert werden. Und vielleicht noch ein Argument für das Gebiet: Im Monat Januar waren offiziell 1.144 Arbeitslose jünger als 25 Jahre, die Zahl hat sich gegenüber dem Dezember des Vorjahres wieder um 120 erhöht. Ein Trend, der seit Monaten anhält!
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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