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Sa, 15:24 Uhr
21.04.2007

Lyrische Hexerei

Nordhausen (nnz). In einer Woche (28. 4.) findet in der „Dichterstätte“ ein weiteres abwechslungsreiches Programm statt. Dann stehen Zaubersprüche und Weissagungen literarischer Art im Mittelpunkt...


Es wirken mit Schülerinnen und Schüler des Kurses „Darstellen und Gestalten“ der Regelschule „Hainleite“ unter Leitung von Steffen Adam und Andrea Wiegand, das Lehrerteam Liane Corneli, Karin Engelke-John, Andrea Wiegand, Steffen Adam und vom Förderverein Karin Kisker und Heidelore Kneffel.

Immer im April, im Geburtsmonat Sarah Kirschs, wird in ihrem Geburtshaus in Limlingerode eine Veranstaltung ersonnen, in der das Dichten dieser Poetin im Mittelpunkt steht. Dieses Mal wurde das Literaturprogramm um ihren Lyrikband „Zaubersprüche“ gruppiert. Mit den Gedichten dieses Bandes wurde Sarah Kirsch als unverwechselbare lyrische Stimme bekannt, ja berühmt.

In zahlreichen Dichtungen der Welt spielen Weissagungen und Zaubersprüche, oft von weiblichen Wesen vorgetragen, die man als Feen oder Hexen benennt, eine große Rolle. Gutes oder Böses spielt sich dann ab, manch Rätselhaftes passiert.

Am Samstag treten die Zauberin Kirke auf und die Sirenen, vom antiken Dichter Homer in den „Irrfahrten des Odysseus“ in die Welt gesetzt. Auch in den beiden „Merseburger „Zaubersprüchen“, um 750 entstanden, geschieht Unglaubliches: Mit dem 1. Spruch sollen Gefangene befreit werden, mit dem 2. Pferde geheilt. Die Donauweiber aus dem „Nibelungenlied“ mit ihren schrecklichen Weissagungen kommen zu Wort, die Hexen aus Shakespeares „Macbeth“ mit ihren unglaublichen Prophezeiungen, die Hexe aus der Hexenküche in Goethes „Faust“ mit ihrem rätselhaften Hexeneinmaleins, der „Zauberlehrling“ des gleichen Dichters, der scheitert, als er es dem Hexenmeister gleichtun will, der „Fischer“, der den Verlockungen einer Nixe nicht wiederstehen kann und verschwindet, der Schiffer, der am betörenden Gesang der „Loreley“, aufs Papier gebannt von Heine, zugrunde geht.

Den Abschluss des Nachmittags in Limlingerode bilden Verse Sarah Kirschs, die 1973 in einem Interview zu ihrem Gedichtband auf die Frage „Sie nennen die neue Sammlung ihrer Gedichte Zaubersprüche ...?“ sagte: „Ja. Ich hoffe, daß Hexen, gäbe es sie, diese Gedichte als Fachliteratur nutzen könnten“.

„Dichterstätte Sarah Kirsch“ | Limlingerode | 28. 4. 2007 | 14.30
Autor: nnz

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