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Di, 09:25 Uhr
17.04.2007

Frauenanteil steigt, aber...

Nordhausen (nnz). Die Frauen sind in der deutschen Wirtschaft auf dem Vormarsch - wenn auch in kleinen Schritten. Wenige Tage vor dem "Mädchenzukunftstag - Girls Day 2007" belegt eine aktuelle Studie, dass Deutschland im internationalen Vergleich immer noch hinterher hinkt. Die nnz mit weiteren Einzelheiten.


Die Studie "Frauen im Management" des Wirtschaftsinformationsdienstleisters Hoppenstedt untersucht seit 1995 bei den bedeutendsten Unternehmen den Anteil von Frauen an führenden Positionen in der deutschen Wirtschaft. Seit dem Beginn dieser Untersuchung vor zwölf Jahren hat sich die Frauenquote im deutschen Management von 8,2% auf 15,4% immerhin annähernd verdoppelt. Dies ist ein kontinuierlicher Zuwachs, allerdings in vergleichsweise kleinen Schritten und bei einem sehr niedrigen Ausgangsniveau beginnend. Diese Entwicklung des Anteils von weiblichen Führungskräften zeigt sich nach der aktuellen Hoppenstedt-Studie bei allen Branchen und Unternehmensgrößen. Dabei wäre es für die Unternehmen ein lohnendes Geschäft, wenn sie stärker auf weibliche Führungskompetenz bauen würden. Zwei aktuelle Studien haben belegt, dass Firmen mit einem vergleichsweise hohen Frauenanteil im Management profitabler sind und mehr Gewinne erwirtschaften

Kleine Unternehmen haben viele Managerinnen
Die Hoppenstedt-Untersuchung "Frauen im Management" belegt auch, dass der der Anteil von Managerinnen umso höher ausfällt, je kleiner die Unternehmen sind. Während die Frauenquote im Management bei Großunternehmen bei 11,8% liegt, haben Klein- und Mittelständische Unternehmen einen entsprechenden Frauenanteil von rund 17%. In Kleinunternehmen sind sogar mehr als ein Drittel der Manager in der Zweiten Führungsebene weiblich. Gerade bei mittelständischen und kleinen Unternehmen hat es hier in den vergangenen Jahren die stärksten Zuwächse gegeben. Gleichzeitig stagniert aber die Quote von Frauen im Top-Management von mittelständischen Unternehmen.

Chefsessel gehören immer noch den Männern
Auch wenn sich gerade in der zweiten Führungsebene deutliche Zuwächse in den vergangenen Jahren ergeben, so zeigt die Hoppenstedt-Studie auch, dass die Chefsessel in den deutschen Unternehmen unverändert überwiegend mit Männern besetzt werden. In Großunternehmen liegt der Anteil von Frauen im Top-Management lediglich bei 7,5%, kaum besser sieht es mit 9,4% im Mittelstand und 11,9% in Kleinunternehmen aus. Besonders erstaunlich ist die Tatsache, dass der Anteil der Unternehmenseignerinnen (Inhaberin oder Geschäftsführende Gesellschafterin) in den Unternehmen deutlich größer ist, als die übrigen Quoten von Top-Managern wie Vorständen oder Geschäftsführern. Wenn Frauen ein Unternehmen führen wollen, dann müssen sie es nach diesen Zahlen am besten gleich besitzen.

Sehr schwach schneidet das weibliche Geschlecht in den Vorstandsetagen der deutschen Großunternehmen ab. Von annähernd 10.000 Vorständen sind gerade Mal 300 Frauen, was die magere Quote von 3% ergibt. In der aktuellen politischen Entwicklung werden die deutschen Unternehmen von der Realität im hohen Tempo überholt. In Deutschland regiert eine Bundeskanzlerin und sowohl in Frankreich wie auch in den USA greifen mit Hillary Clinton und Ségolène Royal Frauen nach den höchsten Ämtern.

Energiebranche bildet das Schlußlicht
Deutliche Unterschiede gibt es in den einzelnen Branchen beim Anteil von Frauen im Management. Beinahe schon traditionelle Schlusslichter der Hoppenstedt-Analyse in Deutschland sind neben dem Bergbau vor allem die Energiewirtschaft und das Versicherungsgewerbe. Im Top-Management der Energiewirtschaft und Wasserversorgung finden sich sogar nur 2,8% Frauen. Selbst das Bauhauptgewerbe - eigentlich ja eine klassische Männerdomäne - liegt mit einem Frauenanteil im Management von 14% in der Nähe des Durchschnittswertes. In der Zweiten Führungsebene sind dort sogar fast 38% der Manager weiblich. Vergleichsweise schwach schneiden im Vergleich auch die Maschinenbau- und Fahrzeugbranche an. Hier liegen die Anteile von Frauen in beiden Managementebenen recht deutlich unter den Werten anderer Branchen.

Erheblich über dem Durchschnitt liegen die Leder- und die Bekleidungsindustrie mit einer Frauenquote von 22%. Auch der Einzelhandel hat mit 21% einen hohen Gesamtanteil von Frauen im Management. Hier sind mit jeweils rund 14% auch die Anteile von Frauen im Top-Management überdurchschnittlich hoch. Einen erstaunlich hohen Wert von annähernd 38% Frauen im mittleren Management verzeichnet das Ausbau- und Bauhilfsgewerbe. Über dem deutschen Durchschnitt liegen nach der Hoppenstedt-Analyse bei der Zweiten Führungsebene auch die Branchen Landwirtschaft, Leder- und Bekleidungsindustrie, Einzelhandel und der Dienstleistungsbereich. "Es zeigt sich immer mehr, dass gerade in mittleren Management die weibliche Kompetenz stark geschätzt wird", so Klaus Schneider, Leiter des Redaktions- und Rechercheteams bei Hoppenstedt.

Personal- und Kommunikationsbereich in weiblicher Hand
Die aktuelle Hoppenstedt-Studie "Frauen im Management" belegt auch, dass es Berufe und Positionen gibt, in denen Frauen inzwischen die deutliche Mehrheit der Manager stellen. Schwerpunkte sind dabei die Positionen Leitung Kommunikation, Leitung Werbung oder Leitung Marketing. Sehr stark vertreten sind Frauen auch als Leiterin des Personalbereiches mit Anteilen von 70% bei Kleinunternehmen und 64% bei mittleren Unternehmen. In den Bereichen Kommunikation und Personal sind nach den aktuellen Zahlen von Hoppenstedt die Führungsqualitäten von Frauen am stärksten gefragt.

Ganz eindeutig nicht die Stärke des weiblichen Geschlechts sind die Positioen Leitung EDV/IT, Leitung Forschung und Leitung Technik mit Werten von 5 bis 15%. Es ist naheliegend, dass es mit einem Anteil von rund 2% auch recht wenige Braumeisterinnen gibt.

Deutschland im internationalen Vergleich
Nach einer aktuellen Untersuchung der Beratungsgesellschaft Grant Thornton haben insbesondere die Länder Asiens bei der Quote der Managerinnen klar die Nase vorn. Mit einem Frauenanteil von 50% in den Philippinen, 39% in Thailand, 35% in Hongkong, 32% in China und 29% in Taiwan belegen die Länder aus Fernost nahezu alle Spitzenplätze. Die Managerinnenquote von gut 15% in Deutschland fällt hier im Vergleich deutlich ab. Aber eine Besserung zeichnet sich ja nach den aktuellen Zahlen der Hoppenstedt-Studie ab. Unterstützt wird sich sicherlich durch die steigende Zahl von Gymnasiastinnen. 1959 waren 33% der Abiturienten weiblich, heute sind es 60%.
Autor: nnz

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