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Di, 07:52 Uhr
10.04.2007

Richter Kropp: Gefährliches Fahrgeschäft

Nordhausen (nnz). Die Ereignisse am Martinimarkt am 31.10.2003 in Sondershausen werden viele der Beteiligten und Zuschauer nicht vergessen haben: An jenem Tag war auf diesem Markt das Fahrgeschäft „Break-Dance“ errichtet, mit dem sich jetzt Richter Christian Kropp beschäftigen musste.


Beim „Break Dance“ handelt es sich um ein Fahrgeschäft mit fliegenden Bauten, auf einer großen drehbaren Basisscheibe befanden sich vier drehbare Kreuzachsen mit jeweils vier drehbaren zweisitzigen Gondeln. Eine Gesellschaft hatte sich um 21.40 Uhr an diesem Tag auf die betretbare Fläche des Fahrgeschäftes begeben, als sich eine Handradattrappe aus einer Gondel löste, durch die Luft folg und eine Besucherin am Kopf traf. Diese erlitt ein offenes Schädelhirntrauma, also ein Durchschlagen der Kopfhaut und der Kopfschwarte. Der Schädelknochen war eingedrückt. Durch diesen Unfall wurden Hirnanteile des linken Paritalhirns zerstört. Die Geschädigte befand sich eine Woche lang in stationärer Behandlung und hatte glücklicherweise keine Folgeschäden davongetragen. Ursache für diesen Unfall war die mangelhafte Befestigung der Handradattrappe, wie ein Gutachten des TÜV Thüringen bestätigte.

Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen hat jetzt gegen den fünfunddreißigjährigen Betreiber des Fahrgeschäftes vor dem Sondershausen Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung erhoben. Vor Gericht zeigte sich der Angeklagte, der mehrfach vorbestraft ist, geständig. Er habe seinem Bruder die Betriebsführung übertragen und sich nicht weiter um das Geschäft gekümmert. Dieses Geständnis und die Tatsache, dass die Geschädigte keine Folgeschäden erlitten hatte, führte dazu, dass der Angeklagte durch eine Strafrichterin des Amtsgerichts Sondershausen zu einer dreimonatigen Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt wurde. Er hat in der Bewährungszeit 1.000 Euro als Schmerzensgeld an die Geschädigte zu zahlen.

Das Urteil ist noch im Sitzungssaal rechtskräftig geworden. Das Fahrgeschäft mit seinen Gondeln gibt es auch heute noch. Anfang des Jahres wurde es in China gesichtet, wo jedoch der chinesische Zoll seine Hände „drauf hatte“.
Autor: nnz

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