eic kyf msh nnz uhz tv nt
Mo, 16:15 Uhr
02.04.2007

Neuanfang am Kohnstein

Nordhausen (nnz). Aus der einstigen NOI Rotortechnik GmbH wurde die SINOI GmbH. Doch hinter den zwei neuen Buchstaben verbirgt sich mehr als nur eine Fast-Namensgleichheit. Es ist ein Neuanfang, der hoffen lässt. Die nnz war für Sie dabei.


Lange Zeit stellten die Chinesen ihre Rohstoffe, ihre billigen Arbeiter und ihren industriellen Hunger für Investoren bereit. Langsam aber sicher schlägt das Pendel um. Jetzt stehen chinesische Investoren vor den Toren der Rolandstadt, nehmen mehrere Millionen Euro in die Hand, schaffen Arbeitsplätze und wollen den europäischen Markt erobern.

Alle wollten was sagen (Foto: nnz) Alle wollten was sagen (Foto: nnz)

Die chinesische Unternehmensgruppe „China National Building Material Group Corporation“ (CNBM) hatte Ende 2006 die insolvente NOI-Rotortechnik im Gewerbegebiet Kohnstein übernommen. Heute wurde symbolisch der Produktionsstart vollzogen. Dazu kam unter anderem der Vorstandsvorsitzende des staatlichen Unternehmens, Zhiping Song, nach Nordhausen und zeigte sich erfreut über die bisherige gute Zusammenarbeit mit den Behörden in der Stadtverwaltung Nordhausen und im Land Thüringen. Song erhofft sich natürlich auch weiterhin eine solche Unterstützung.

Diesen Ball nahm Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) gern auf und verwies auf die guten Gespräche in seinem Hause sowie bei der Landesentwicklungsgesellschaft. Vor allem in China sieht Reinholz ein Betätigungsfeld für Thüringer Unternehmen in punkto dezentraler und regenerativer Energiegewinnung. Unternehmen, die in Thüringen Arbeitsplätze schaffen, die seien herzlich willkommen und werden auch weiterhin unterstützt.

Die Unternehmensspitze in Nordhausen kann bereits auf einen Auftrag verweisen. 50 Sätze Rotorblätter sollen für einen Kunden in den USA geliefert werden. Das schaffe, so der kaufmännische Leiter der SINOI GmbH, Carsten Zaremba, Arbeit für 140 Leute bis zum Februar kommenden Jahres. Derzeit sind es 50 Männer und Frauen, die die schwere Zeit der Insolvenz „überlebt“ haben und nun voller Hoffnung in die neue Gesellschaft den Neuanfang wagen. Zielsicher soll die Belegschaft unterhalb des Kohnsteins auf 170 Mitarbeiter aufgestockt werden.

Zwei Millionen Euro hat die chinesische „Mutter“ als Stammkapital in die GmbH eingebracht. Für einen Konzern mit einem Jahresumsatz von fünf Milliarden Dollar und 300 Tochterunternehmen eigentlich die berühmten Peanuts, für eine Unternehmensgründung in der Region jedoch ein starkes Zeichen.

Mit der Vergangenheit von NOI habe man gebrochen, die Schwierigkeiten (siehe hierzu im nnz-Archiv) sollen der Vergangenheit angehören. Arbeitsbedingungen, die gemeinsam mit der Berufsgenossenschaft und der Betriebsärztin entwickelt und vervollkommnet wurden sowie Stundenlöhne zwischen acht und neun Euro sollen dafür sorgen, dass in den Werkhallen 40 Meter lange Rotorblätter nicht nur in Masse, sondern vor allem in hoher Qualität hergestellt werden.

Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) sieht mit dem Einstieg von CNBM vor allem Hoffnungen für die Menschen in der Region verbunden. Hoffnungen auf Arbeitsplätze. Sie verwies gegenüber den chinesischen Gästen auf die Möglichkeiten, die Nordhausen bieten könne, zum Beispiel mit dem Industriegebiet am anderen Ende der Rolandstadt. Sie verwies aber auch – mit einem zwinkernden Auge – auf die chinesischen Wochen im Bereich der Kultur.

Die neuen Buchstaben SI stehen nun gleichsam für diesen Neuanfang am Kohnstein, sie wollen dokumentieren, dass die fernöstlichen Investoren keine Fortsetzung der Vergangenheit favorisieren, sondern eine Marke setzen wollen. Hier in Nordhausen, aber auch in Europa, wo der künftige Markt für Rotorblätter und die entsprechenden Werkzeuge zu ihrer Herstellung gefunden werden soll.

Es gibt ein chinesisches Sprichwort: Ein Geschäft eröffnen ist leicht; schwer ist es, es geöffnet zu halten. Das wissen alle Partner. Am Standort Nordhausen möge es den Investoren aus China und den Menschen aus dieser Region gemeinsam gelingen.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)