Mo, 14:15 Uhr
19.03.2007
Eine Frage der Ehre
Nordhausen (nnz). Niederlagen in Folge, enttäuschte Fans, ein sprachloses Präsidium das ist der derzeitige Zustand bei Thüringenligist Wacker Nordhausen. Die nnz mit einer Bestandsaufnahme.
Im Forum der offiziellen Wacker-Website ist die Enttäuschung der Fans nachzulesen. Viele fahren alle zwei Wochen in Thüringen umher, um ihrer Mannschaft zur Seite zu stehen. In Heiligenstadt wurden sie abermals enttäuscht. Woran liegt es, dass die Mannen um Sven Pistorius oder Jens Ludwig nicht mehr gewinnen.
In der vergangenen Woche hatte ich ein Gespräch mit Frank Ludwig. Das Wacker-Urgestein sprach der jetzigen Mannschaft den unbedingten Siegeswillen ab. Da sind keine Männer auf dem Platz. Sie kennen keine Disziplin, keinen Respekt, keinen Kampf, keine Ehre. All das waren Tugenden, mit denen sich Ludwig und Co. einst in der dritthöchsten Spielklasse in Deutschland gegen wesentlich stärkere Teams mehrere Jahre behaupteten. Wenn der Trainer gesagt hätte, spring durch die Glastür, ich wäre durchgesprungen, meinte Kanki, der mit vielen Trainern mehr oder minder zurechtkam. Das war auch nicht ausschlaggebend. Frank Ludwig kämpfte dann, wenn es notwendig war, für 90 Minuten auf dem Platz für seinen Verein, für seine Mitspieler, für die Fans.
Die jetzigen Akteure würden für Udo Hoffmann nicht springen, sie wären auch für Uwe Etzrodt nicht gesprungen. Sie sind satt. Was hatte das Präsidium in der Winterpause nicht alles investiert: Trainingseinheiten in der Halle, auf dem Platz, gemeinsame Mittagessen, eine Ausrüstung von der Mütze bis zur Tasche alles da, alles vom Feinsten. Gemeinsame Bowlingabende in Neustadt alles auf Kosten des Vereins. Wer vor fünf Wochen noch auf eine Art sportliche Rückzahlung gehofft hatte, der ist spätestens seit dem vergangenen Wochenende enttäuscht.
Eigentlich müsste die komplette Mannschaft ausgewechselt werden. Das ist kein Team mehr, da werden Mitspieler ignoriert, sie bekommen keinen Ball. Egoismus geht vor Teamgeist. Man fühlt sich als Spieler eines Thüringenligateams, man ist wer, die Fangemeinde huldigt ob im AKS oder in der Disko. Starallüren sind angesagt von Stars, die nicht mal in die Nähe zu bewundernder Sportler kommen.
Im März hat das Team drei Spiele verloren, gibt es am Samstag eine weitere Niederlage, dann sollte das Präsidium die Auszahlung der Gehälter und Prämien für diesen Monat zurückhalten. Statt dessen sollte der Betrag für die Nachwuchsarbeit gesponsert werden. Geld für Arbeitsverweigerung gibt es nirgends.
Noch vor Monaten träumten die Präsidialen von einer Mitgliedschaft in der Oberliga, auch sie wurden auf den Boden der Realität zurückgeholt. Sie müssen sich eingestehen, dass mit dieser Mannschaft kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist, nicht mal ein Spiel in Heiligenstadt. Ob die Saison 2007/2008 mit dieser Truppe überhaupt angegangen werden kann, das ist mehr als zweifelhaft. Es geht jetzt nicht mehr darum, diese Saison runterzuspielen, es wird wenn es dumm läuft ums Überleben in der Thüringenliga gehen.
Ob die Hardcore-Fans den Spielern am kommenden Samstag aus Protest temporär den Rücken zukehren oder nicht, das ist egal. Nicht egal wird es dem Schatzmeister im Präsidium sein. Neben den zurückgehenden Zuschauereinnahmen wird sich kein Unternehmen noch finden, das denen einen oder anderen Euro in das Wacker-Team investiert. Selbst bei einem Sponsoring soll und muß sich eine Investition refinanzieren. Dafür verantwortlich sind allein die Spieler. Ob da ein neuer Trainer ob nun Petersen oder Venth alles richten wird, das ist egal. Sie würden die Kicker mit ihren Anforderungen wohl eher überfordern statt fordern. Die können nicht einmal den taktischen Anweisungen von Udo Hoffmann folgen. Und der hat seine Anforderungen an die Wackeren schon drastisch nach unten gefahren.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzIm Forum der offiziellen Wacker-Website ist die Enttäuschung der Fans nachzulesen. Viele fahren alle zwei Wochen in Thüringen umher, um ihrer Mannschaft zur Seite zu stehen. In Heiligenstadt wurden sie abermals enttäuscht. Woran liegt es, dass die Mannen um Sven Pistorius oder Jens Ludwig nicht mehr gewinnen.
In der vergangenen Woche hatte ich ein Gespräch mit Frank Ludwig. Das Wacker-Urgestein sprach der jetzigen Mannschaft den unbedingten Siegeswillen ab. Da sind keine Männer auf dem Platz. Sie kennen keine Disziplin, keinen Respekt, keinen Kampf, keine Ehre. All das waren Tugenden, mit denen sich Ludwig und Co. einst in der dritthöchsten Spielklasse in Deutschland gegen wesentlich stärkere Teams mehrere Jahre behaupteten. Wenn der Trainer gesagt hätte, spring durch die Glastür, ich wäre durchgesprungen, meinte Kanki, der mit vielen Trainern mehr oder minder zurechtkam. Das war auch nicht ausschlaggebend. Frank Ludwig kämpfte dann, wenn es notwendig war, für 90 Minuten auf dem Platz für seinen Verein, für seine Mitspieler, für die Fans.
Die jetzigen Akteure würden für Udo Hoffmann nicht springen, sie wären auch für Uwe Etzrodt nicht gesprungen. Sie sind satt. Was hatte das Präsidium in der Winterpause nicht alles investiert: Trainingseinheiten in der Halle, auf dem Platz, gemeinsame Mittagessen, eine Ausrüstung von der Mütze bis zur Tasche alles da, alles vom Feinsten. Gemeinsame Bowlingabende in Neustadt alles auf Kosten des Vereins. Wer vor fünf Wochen noch auf eine Art sportliche Rückzahlung gehofft hatte, der ist spätestens seit dem vergangenen Wochenende enttäuscht.
Eigentlich müsste die komplette Mannschaft ausgewechselt werden. Das ist kein Team mehr, da werden Mitspieler ignoriert, sie bekommen keinen Ball. Egoismus geht vor Teamgeist. Man fühlt sich als Spieler eines Thüringenligateams, man ist wer, die Fangemeinde huldigt ob im AKS oder in der Disko. Starallüren sind angesagt von Stars, die nicht mal in die Nähe zu bewundernder Sportler kommen.
Im März hat das Team drei Spiele verloren, gibt es am Samstag eine weitere Niederlage, dann sollte das Präsidium die Auszahlung der Gehälter und Prämien für diesen Monat zurückhalten. Statt dessen sollte der Betrag für die Nachwuchsarbeit gesponsert werden. Geld für Arbeitsverweigerung gibt es nirgends.
Noch vor Monaten träumten die Präsidialen von einer Mitgliedschaft in der Oberliga, auch sie wurden auf den Boden der Realität zurückgeholt. Sie müssen sich eingestehen, dass mit dieser Mannschaft kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist, nicht mal ein Spiel in Heiligenstadt. Ob die Saison 2007/2008 mit dieser Truppe überhaupt angegangen werden kann, das ist mehr als zweifelhaft. Es geht jetzt nicht mehr darum, diese Saison runterzuspielen, es wird wenn es dumm läuft ums Überleben in der Thüringenliga gehen.
Ob die Hardcore-Fans den Spielern am kommenden Samstag aus Protest temporär den Rücken zukehren oder nicht, das ist egal. Nicht egal wird es dem Schatzmeister im Präsidium sein. Neben den zurückgehenden Zuschauereinnahmen wird sich kein Unternehmen noch finden, das denen einen oder anderen Euro in das Wacker-Team investiert. Selbst bei einem Sponsoring soll und muß sich eine Investition refinanzieren. Dafür verantwortlich sind allein die Spieler. Ob da ein neuer Trainer ob nun Petersen oder Venth alles richten wird, das ist egal. Sie würden die Kicker mit ihren Anforderungen wohl eher überfordern statt fordern. Die können nicht einmal den taktischen Anweisungen von Udo Hoffmann folgen. Und der hat seine Anforderungen an die Wackeren schon drastisch nach unten gefahren.
Peter-Stefan Greiner

