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Do, 18:45 Uhr
21.05.2026
Wiedereröffnung nach Sanierung erst 2027

Nordhäuser Theater bleibt ein weiteres Jahr Baustelle

Wenn Nordhausens Theater-Intendant Daniel Klajner Donnerstagabend im Theater im Anbau das Programm für die kommende Spielzeit präsentiert, wird er dem Publikum mitteilen, dass auch diese nicht im Haupthaus stattfinden wird. Denn inzwischen ist klar: Vor September 2027 wird das Nordhäuser Theater nicht wiedereröffnet...

Das Haupthaus des Nordhäuser Theaters ist noch offensichtlich Baustelle. Vor September 2027 werden hier keine Gäste empfangen. (Foto: ssc) Das Haupthaus des Nordhäuser Theaters ist noch offensichtlich Baustelle. Vor September 2027 werden hier keine Gäste empfangen. (Foto: ssc)
Bereits einen Tag zuvor, am Mittwochabend, hatte Klajner diese wenig erfreuliche Nachricht den Mitgliedern des Nordhäuser Hauptausschusses berichtet: „Wir planen mit der Wiedereröffnung des Theaters im September 2027. Es gibt keine andere Lösung, wenn wir den Spielbetrieb nicht für zwei bis drei Monate lahmlegen wollen“, sagte Klajner.
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Der eigentliche Zeitplan an Nordhausens längster und teuerster Baustelle kann nicht mehr gehalten werden. Wieder einmal nicht. Ursprünglich sollte der zweite Bauabschnitt am 30. April beendet sein. Dieser betrifft das komplette Haupthaus, also sämtliche Arbeiten vom Dach bis in den Keller. Immer wieder habe es in dem über 100 Jahre alten Gebäude Überraschungen gegeben. Planungen mussten nachgebessert, die Gründung des Hauses komplett erneuert werden. Von den angesetzten 106 Wochen Sanierungszeit ist man derzeit bei 144 Wochen, weitere werden folgen. „Wir haben in dem Haus deutlich mehr gemacht als 2019 vereinbart war“, sagte Oberbürgermeister Kai Buchmann (parteilos). Die Kosten haben sich praktisch fast verdoppelt: von anfänglich 24 Millionen Euro auf inzwischen 44 Millionen Euro. 80 Prozent davon fördert das Land Thüringen.

Im Theater im Anbau, dem Neubau, findet sich derzeit noch die Interimsspielstätte. Hier sollen später die Werkstätte und Proberäume einziehen. (Foto: ssc) Im Theater im Anbau, dem Neubau, findet sich derzeit noch die Interimsspielstätte. Hier sollen später die Werkstätte und Proberäume einziehen. (Foto: ssc)
Bauamtsleiter Kay Alert sprach am Mittwochabend von einer hochkomplexen Baustelle. Die aktuellen Verzögerungen betreffen fast alle Gewerke. Die Abnahmen durch Sachverständige konnten noch nicht erfolgen. Der Aufzug werde derzeit noch montiert, auch der Kassenbereich sei noch nicht fertig. Insbesondere im Keller seien laut Buchmann erst 60 Prozent der Arbeiten erfolgt.

Ursprünglich sollte am 1. Mai der Schlüssel wieder an Hauschef Daniel Klajner übergeben werden, sodass der Umzug in der aktuellen spielfreien Zeit von Mai bis September von der Interimsspielstätte im Neubau ins Haupthaus hätte stattfinden können. Doch daraus wird nun nichts.

„Wir haben gekämpft“, sagte Buchmann im Hauptausschuss. „Und wir sind kurz vor dem Ziel.“ Er halte es für realistisch, bis Ende des Sommers den zweiten Bauabschnitt fertigzustellen und dem Theater anschließend die Schlüssel zu übergeben.

Theater-Intendant Daniel Klajner stellte am Mittwochabend im Hauptausschuss der Stadt Nordhausen seine Umzugslösung für das Theater vor. (Foto: ssc) Theater-Intendant Daniel Klajner stellte am Mittwochabend im Hauptausschuss der Stadt Nordhausen seine Umzugslösung für das Theater vor. (Foto: ssc) Doch für Klajner ist das viel zu spät, zumindest um noch in diesem Jahr wieder zu eröffnen. Im September läuft der Spielbetrieb wieder an. Verträge mit externen Darstellern sind bereits unterschrieben. Klajner sagte, ein Umzug mitten in der laufenden Spielzeit sei weder personell noch technisch machbar. Das technische Equipment im Wert von einer halben Million Euro, das im Haupthaus noch eingebaut werden müsse, befinde sich gegenwärtig im Theater im Anbau. Bei einem Umzug während des laufenden Betriebs müsste diese Technik praktisch doppelt vorgehalten werden: einmal für die Interimsspielstätte und einmal für die große Bühne.

Ein weiterer Knackpunkt, so Klajner: Das technische Personal sei bei einem laufenden Spielbetrieb komplett eingebunden und könne zusätzlich keinen Umzug stemmen. Es bleibe daher nur, auf die nächste spielfreie Zeit zu warten – also genau ein Jahr.

„Wir brauchen zehn bis zwölf Wochen, um mit dem Spielbetrieb umzuziehen“, sagte Klajner. Zudem müssten technische Proben erfolgen, die ebenfalls zwei bis drei Wochen dauerten, ehe sich der Vorhang das erste Mal auf der großen Bühne heben könne. Neben der Hauptbühne müssten allein acht Nebenräume wie Maske, Chorsaal, Foyer, Büros und auch das Catering noch eingeräumt werden.

Der dritte Bauabschnitt ist dann der Rückbau der Interimsspielstätte. Ist dieser erfolgt, sollen im jetzigen Theater im Anbau die Werkstätten einziehen, die sich aktuell noch in der Loge befinden. All das könne neben dem Spielbetrieb bewerkstelligt werden, ist Klajner sicher. Für den Intendanten steht fest: 2027 sei ein gutes Jahr für die Wiedereröffnung. „Dann feiert Nordhausen 1100 Jahre Stadtgeschichte und das Theater zugleich sein 110-jähriges Bestehen“.

Hans-Georg Müller (SPD) sagte, die Bauzeitverzögerung ziehe einen ganzen Rattenschwanz hinter sich her. Welche zusätzlichen Kosten entstünden denn nun, wollte er wissen. Auch Frank Kramer (AfD) fragte nach den Mehrkosten. Buchmann sagte, man wolle den Stadträten in der nächsten Stadtratssitzung am 8. Juni eine entsprechende Übersicht präsentieren. Und ja, man wolle die Mehrkosten, die durch die erneute Verzögerung entstanden seien, natürlich so gering wie möglich halten. Keine Probleme gebe es mit Verträgen mit all den involvierten Firmen, sagte Alert. Man müsse sich allerdings jeden einzeln anschauen und gegebenenfalls anpassen.

Zahlen hatte am Mittwochabend Klajner parat: Er rechnet mit Mehrkosten in Höhe von rund 30.000 Euro allein für die Miete der Probenräume der Ballettkompanie, die derzeit in Niedersalza untergebracht ist, sowie für die Loge, in der sich aktuell die Werkstätten befinden.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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Kommentare
Straßenfeger
21.05.2026, 19:11 Uhr
Von 24 auf über 40 Millionen fürs Theater ....
... das wäre anderswo ein Fall für einen Untersuchungsausschuss. Hier in NDH wird es unter Kleinigkeiten abgetan von einem OB und einem Stadtrat im Schlafwagen.

Wo bleiben die Ausichtsbehörden? Wer hat das zu verantworten? Was tat der Aufsichtsrat? Seit wann ist es bekannt? Wer haftet?
emmerssen
21.05.2026, 20:02 Uhr
In der DDR
Gab es die Straftat: Verschwendung von Staatsvermögen. Wo es danach mit diesen Personen hin ging ist ja wohl allseits bekannt.
Hier interessiert es keine S......
Checker
21.05.2026, 20:54 Uhr
Nordhäuser Theater…
Wie viel Geld soll denn da noch verbrannt werden. Sollen es doch die die es wollen in Form von Eintrittspreisen bezahlen. Ich brauche diese Anstalt nicht.
diskobolos
21.05.2026, 22:11 Uhr
@checker
" Ich brauche diese Anstalt nicht."

Ja so ist das leider: Für den einen gehören Goethe und Mozart zum Leben, dem anderen reichen BILD, RTL2 und TikTok-Katzenvideos . . .
RWE
22.05.2026, 05:40 Uhr
Ja diskobolus
der eine mag Goethe und Mozart, dem anderen reichen BILD, RTL2 und TikTok-Katzenvideos . . . Ist doch schön, dass jeder tun und lassen kann was er mag. Der Unterschied ist, für Katzenvideos und private Medien (es gibt übriges auch seriöse) muss sich die öffentliche Hand nicht verschulden.
Egal on Kino, Antenne Thüringen oder Social Media-die liegen uns nicht auf de Tasche und verschwinden vom Markt wenn es nicht läuft. Übrigens: Musical Theater müssen nicht subventioniert werden. Auf der anderen Seite will sich jedes Provinzstädtchen unter 100.000 Einwohnern den Luxus eines Theaters leisten.
Kobold2
22.05.2026, 07:06 Uhr
Mit dem
"Ich" ( brauche das nicht) sieht man gut, was gesellschaftlich schief läuft. Aber ich bin mir in zwei Dingen sicher, einmal, dass solche Menschen wohl nie in einem Theater waren und gar nicht wissen, worüber sie urteilen und dass ausser uns, sich noch viele Menschen auf die bevorstehenden Schlossfestspiele freuen und natürlich auch auf die geplante Wiedereröffnung.
Hercule Poirot
22.05.2026, 07:45 Uhr
Die Baustelle ist bemerkenswert
Jeden Tag biege ich von der Töpferstraße mehrfach in die Käthe - Kollwitz - Straße ein und fahre somit am Nordhäuser Theater vorbei. Jedes Mal entsetzt es mich, wie die Baustelle rund um das Theater aussieht. Es gibt wahrlich viele Baustellen in der Stadt und jeder kann ein Lied davon singen, aber keine Baustelle gleicht dieser.

Denn die Baustelle am Theater ist bemerkenswert.

Keiner ist bemüht, das meterhoch wachsende Unkraut zu beseitigen. Es erfreut sich bester Gesundheit. Fairerweise muss ich sagen, dass ich umgekehrt auch noch niemanden gesehen habe, der diese „Wildkräuter“ - wie es angeblich richtig heißt - gießt.

Der musikalisch geschulte Fachmann könnte ahnen, dass in der kommenden Spielzeit das Märchen - Ballett „Dornröschen“ von Tschaikowsky aufgeführt wird. Dazu haben die Bühnenbildner die geniale Idee, das Theater zum Dornröschen Schloss zu gestalten und mit „Wildkräutern“ überwuchern zu lassen. Sensationelle Idee der Theater - Menschen, das Gebäude und die Flächen rundum in das Projekt einzubeziehen.

Doch leider muss ich diese Gedanken gleich wieder verwerfen, denn für diesen genialen Einfall müsste ja nicht so viel Gerümpel herumliegen.

Dann wird wohl doch die Oper „Aufstieg und Fall der ‚Stadt Mahagonny‘“ von Kurt Weill und Bertolt Brecht aufgeführt, die sich der biblischen Geschichte von Sodom und Gomorrha als Themas bedient.

Vielleicht liege ich aber auch mit diesen Gedankengängen völlig falsch, und es ist eine moderne Inszenierung des Theaters zum Tag des Denkmals geplant.


Einen ganz profanen Grund für solch ein Chaos und so viel „Wildkräuter“ möchte ich mir nicht vorstellen.


Schließlich gibt es viele kluge Köpfe in der Stadtverwaltung, im Stadtrat und in den Gremien des Theaters, die sich sehr viel dabei gedacht haben, und uns zur gegebenen Zeit mit ihren Ideen zu diesem Chaos sicherlich überraschen. Darauf vertraue ich und wäre dankbar, nicht enttäuscht zu werden. Ich hoffe nur, dass ich mit meinen Ausführungen Ihnen die geplante Überraschung für die Bürger der Stadt und die Theaterfreunde nicht vorweg genommen habe. Wenn JA, dann sage ich von ganzem Herzen: SORRY - kommt nicht wieder vor.
Hallogemeinde
22.05.2026, 08:08 Uhr
an die Kulturbanausen...
Also grundsätzlich finde ich es auch nicht so toll, dass hier soviel Steuer-Geld versenkt wird. Die Gründe dafür scheinen zumindest zum Teil nachvollziehbar zu sein. Wer schon mal ein historisches Haus gekauft und es saniert hat, stößt immer auf Überraschungen die man vorher nicht einkalkuliert hatte. Ob das nun alle Gründe sind oder zum Teil auch Planungsversagen oder Verschwendung oder Unvermögen hinzukommen sind erstmal nur Vermutungen oder nicht belegte Behauptungen.
Aber...
Theater hin oder her, Kleinstadt oder Großstadt, so ein schönes historisches Gebäude muss erhalten werden. Oder würden die Nörgler hier in der Kommentarspalte zu diesem Thema etwa einen Verfall oder Abriss eines so schönen Bauwerks bevorzugen? Kann ich mir nicht vorstellen.
Wutz
22.05.2026, 08:36 Uhr
Aufsichtsbehörden?
@Straßenfeger: Vielmehr wäre es wohl sinnvoller einen Staatsanwalt und dessen Komitee zu beauftragen.
Di72
22.05.2026, 09:17 Uhr
Ja...
...wir alle brauchen Kunst und Kultur, somit auch Theater!
Aber, was machen die dort eigentlich? Warum dauert das so lange?
Mittlerweile dauert die Sanierung des Nordhäuser Theaters wesentlich länger als damals der Neubau und der Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg zusammengenommen!
Ulli NDH
22.05.2026, 11:22 Uhr
Kosten der Renovierung
Solch eine Verdoppelung der Kosten ist schon ganz schön heftig .
Da frage ich mich doch, was da für planerische Fachkräfte an den Schreibtischen sitzen.
Natürlich kann immer mal etwas unvorhergesehenes dazu kommen , aber in solchen Dimensionen?
Und das ,dass Hauptgebäude etliche Jahre auf dem Buckel hat, dürfte ja allen zuständigen Verantwortlichen nicht entgangen sein, um dementsprechend vorher zu aggieren...?

Zum Zustand des Vorplatzes unseres Theaters...ein schlimmer, trauriger Anblick.

Bleibt nur zu hoffen das dies zum Jubiläum im nächstes Jahr behoben ist.
Auf ein gutes Gelingen und ein schönes Theater.
emmerssen
22.05.2026, 13:39 Uhr
Außer Zweifel
Steht doch wohl, das ein Theater wenn schon mal vorhanden auch mal renoviert werden muss. Auch wird man nie alle Leute dazu bewegen können, doch mal einen Besuch dort hin zu planen.
Es hat eben jeder seine Favoriten in der Freizeit.
Aber welche "Fachkräfte " haben denn hier geplant und gerechnet. Solche Abweichungen bei der geplanten Summe, so eine ewig lange Bauzeit, wie leicht gläubig hat man den Umbau eingeschätzt? Jeder 3.Weltstaat bekommt das besser hin. Was ist nur los bei uns?
Lautaro
22.05.2026, 14:02 Uhr
Nebenbei, ich liebe gutes Schauspiel und kann mit Ballett und gesungenen Geschichten nichts viel
anfangen. Schuldig !
Ende der 70er hatten wir in der AG-Literatur einen wundervollen Lehrer, welcher uns immer nah ans Theater brachte. Ob Kleist, Schiller....seine Leidenschaft inspirierte uns. Wir waren (frühe NGOs) auf Staatskosten in allen möglichen Städten und sogar in Wroclaw..
Dieser Monsterbau hingegen, welcher die Promenade seit vielen Jahre verschandelt und vielen Geringverdienern einigen Zorn hervorruft, erinnert mich an frühe Veranstaltungen (Bühnenball), welche von Menschen frequentiert wurden , die mit Theater und Literatur überhaupt nichts am Hut hatten. Sehen und gesehen werden war ihre Intention !
Und nebenbei merkwürdige Leute welche jeden Kritiker als RTL2 Konsumenten einstufen....Ich bin jederzeit bereit Euch in einem kulturellen Contest zu zeigen, dass Ihr keine Ahnung habt.
Wie Bitte
22.05.2026, 16:55 Uhr
Als Grund, nicht ins Theater zu gehen -
- den alle zwei Jahre für zwei Tage stattfindenden Bühnenball anzuführen (ich weiß, im vergangenen Jahrhundert hat er jährlich stattgefunden) offenbahrt natürlich jede Menge tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem Thema "Stadttheater Nordhausen".
Bei so viel Kenntnis der Materie würde ich mir im Leben nicht trauen, auf den angebotenen "kulturellen Contest" einzugehen (deutsch: Wettbewerb, aber wahrscheinlich nächster Grund, nicht ins Theater zu gehen, zu viel Deutsch), denn bei so viel Sachkenntnis (Verzeihung: knowledge) kann man da ja nur den Kürzeren ziehen.
Lautaro
22.05.2026, 21:14 Uhr
Sie haben natürlich recht,....Wie bitte..... !
Diese Monsterbaustelle haben die Bürger natürlich auszuhalten, denn sie haben schliesslich demokratisch darüber entschieden.
Germanen
22.05.2026, 22:11 Uhr
"Umbau oder Neubau??" 🤷🤔
Der Neubau ist ja bekanntlich der Anbau auf der Westseite des altehrwürdigen Theaters. Ob allerdings für eine Sanierung/Modernisierung, des nunmehr über 100-jährigen Hauses, sage und schreibe rund 44 Mio Euro "verballert" werden müssten, das wage ich echt zu bezweifeln. Hinzu kommt eine unglaublich lange Bauzeit, welche immer wieder verlängert wird ("ein Schelm, der böses dabei denkt "). Seit 2019 ist der schöne TP nicht mehr begehbar, keine Veranstaltungen finden mehr vor dieser schönen alten Theaterkulisse, der Blutbuche und dem angrenzenden Park statt. Wie viele Nordhäuser und andere Besucher wären so gern noch einmal zum Open Air, wie etwa "Klassik meets Rock" oder zum Weihnachtsmarkt und -kalender, gekommen..., manche sind in den bislang fast 7 Jahren sicher schon nicht mehr unter uns und konnten eine Wiedereröffnung somit leider nicht mehr erleben.
Ich bin sicher, dass man mit diesen 44 Mio Euro in Nordhausen mehrere Projekte gleichzeitig und in wesentlich kürzerer Zeit hätte realisieren können.
Das Salzaquellbad beispielsweise spricht in der Saison alle an, vom Kind über Familien bis zum Senioren aller Coleur, vom Sozialhilfeempfänger bis zum Arzt aus dem Südharz Klinikum und alles bei moderaten Eintrittspreisen, soll heißen, das Klientel, welches regelmäßig ins Theater geht, ist eine vergleichsweise kleine Gruppe von "Kulturinteressierten", häufig Akademikern, welche sich die üppigen Ticketpreise dann auch leisten können. Traurig ist es für Leute mit geringem Einkommen, denn an den Wochenenden sieht es schon jetzt ziemlich düster aus, was Veranstaltungen für alle Bevölkerungsschichten und erschwingliche Preise betrifft, Bahnhofs-und Altstadtfest sind mittlerweile auch Geschichte, denkt mal darüber nach, liebe Nordhäuser Amtsträger!
Boris Weißtal
22.05.2026, 23:16 Uhr
Der Prophet im eigenen Land
Was läuft eigentlich nicht rund bei den Kommentatoren? Geballter persõnlicher Lebensfrusst?

1. Die kleine Stadt Nordhausen sollte stolz wie Bolle sein, so einen Kulturtempel zu haben. Manche 150.000-Einwohnerstadt im Westen beneidet uns.
2. Was mich besonders aufregt: Dieselben Leute, die sich über die Preiserhöhung für ein tolles Musical in NDH VON 25 auf 27 € aufregen, posten auf Facebook wie toll König der Löwen in Hamburg war. Kosten für eine dreiköpfige Familie inkl. Hotel und Sprit etwa 700€.. Mindestens 80% der Qualität hätten die in NDH für unter 100 € haben können.
3. Zu den Umbaukosten:
Wer jemals versucht hat, ein über 100 Jahre altes Haus zu sanieren, kennt das Problem. Man zieht die alte Tapete ab und die halbe Wand stürzt ein. Von Folgeschäden der DDR-Mangelwirtschaft (Aluleitungen, Nichteinhaltung Internationaler Bauvorhaben) ganz zu schweigen... Also haltet mal die Füße still.
4. Nächstes Vorurteil: “Nordhausen zahlt alles".
FALSCH!
Träger des Theaters Nordhausen/Loh-Orchesters Sondershausen sind:
a) Stadt Nordhausen
b) Landkreis Nordhausen
c) Stadt Sondershausen
d) Landkreis Kyffhäuser
e) der Freistaat Thüringen

Jede Kostensteigerungen betrifft daher alle Träger.

5.
Einsparpotential?
Die sind riesig!
Jeder Anwohner des Theaters kennt das Problem. Busse und Privatpkws verstopfen den Destrikt bei Theateraufführungen.
Woher kommen diese?
Wie jeder weiss:
Eichsfeld
Niedersachsen
Hessen
Und Sachsen-Anhalt
nutzen unser subventioniertes Theater, ohne sich an den Kosten zu beteiligen.

Mein Vorschlag:
50 % Ticketaufschlag für alle Nichtthüringer
25 % Aufschlag für alle sonstigen Thüringer. deren Kommunen sich nicht an unserem Theater beteiligen.

Nach zehn Jahren hätten wir die Mehrkosten locker drin.

.Warum nicht einfach mal neue Wege beschreiten?
Zwischenakt
23.05.2026, 01:58 Uhr
Viel Empörung, wenig Vergleich
Man kann die Kostensteigerungen und die lange Bauzeit am Nordhäuser Theater kritisieren – aber man sollte fair bleiben und die Fakten mit anderen Theaterprojekten vergleichen.

Die eigentlichen Maßnahmen mit Neubau begannen 2020. Das Haupthaus wurde 2022 geschlossen. Parallel entstanden der neue Anbau und die Interimsspielstätte, die 2023 eröffnet wurden. Die Baumaßnahmen sollen Ende 2026 abgeschlossen sein, die Wiedereröffnung des Haupthauses ist für September 2027 geplant.

Nordhausen liegt damit keineswegs außerhalb dessen, was bei Theatersanierungen inzwischen üblich ist. In Altenburg dauert die Sanierung von 2019 bis mindestens 2027, in Rudolstadt wurde von 2017 bis 2025 gebaut. Die Generalsanierung des DNT Weimar ist mit rund fünf Jahren Bauzeit und etwa 167 Millionen Euro veranschlagt. Auch Projekte wie die Kölner Oper oder die Staatsoper Berlin zeigen, wie kompliziert und teuer Kulturbauten im Bestand werden können.

Dabei wird in Nordhausen nicht einfach renoviert. Es geht um:

* Denkmalschutz,
* moderne Bühnen- und Sicherheitstechnik,
* Brandschutz,
* energetische Sanierung,
* neue Werkstätten,
* barrierefreie Zugänge
* und den Weiterbetrieb des Theaterlebens während der Bauzeit.

44 Millionen Euro wirken zunächst viel Geld. Gleichzeitig werden rund 80 Prozent der Kosten vom Land Thüringen gefördert. Der Eigenanteil der Stadt liegt also deutlich niedriger, als oft dargestellt wird.

Außerdem reden wir hier nicht über irgendein Zweckgebäude, sondern über eines der wichtigsten historischen und kulturellen Gebäude der Stadt. Viele Menschen wünschen sich lebendige Innenstädte, kulturelles Leben und attraktive Städte – all das gibt es nicht zum Nulltarif. Gerade geförderte Kultur sorgt dafür, dass Veranstaltungen und Theaterangebote für breite Teile der Bevölkerung bezahlbar bleiben. Wenn solche Angebote wegbrechen, verliert eine Stadt nicht nur Lebensqualität, sondern auch Begegnungsorte, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Attraktivität für Besucher, Familien und junge Menschen.

Natürlich muss man kritisch nachfragen, warum Kosten steigen oder Termine verschoben werden. Transparenz ist wichtig. Aber so zu tun, als sei Nordhausen ein einmaliger Skandal, wird der Realität große
Novize
23.05.2026, 07:21 Uhr
Realität
Es wurde mehr gemacht. Sind denn die Mehrkosten auch durch Fördermittel gedeckt oder zahlt das Rathaus mehr?

Viele Bauprojekte werden teurer. In Rotheshütte steht ein Turm, da wurde nicht mehr gemacht und trotzdem verdreifachten sich fast die Kosten. Oder sieht man sich den AKS an. Hier verbaut der Landrat Millionen für 200 Fans alle zwei Wochen.

Die Stadt wiederum hat ein neues Hortgebäude an die Käthe gebaut. Seit einem Jahr fertig. Scheinbar nicht in Betrieb. Warum?
Wie Bitte
23.05.2026, 10:40 Uhr
Man kann niemandem "Sie haben natürlich Recht!" geben für Dinge,
die nie gesagt wurden, um die eigene Position zu unterstützen.
Ich habe kein Wort zur Baustelle verloren, Lautaro, wie können Sie mir da also "Recht" geben wollen?

Ich habe lediglich festgestellt, dass "dort finden Bühnenbälle statt, deswegen gehe ich auch sonst nicht ins Theater" sich einreiht in solche, mit Verlaub, dummen Rechtfertigungen "ich gehe nicht ins Theater, dort wurden Corona-Maßnahmen umgesetzt"/"sind alle links"/"werden unsere Kinder indoktriniert"/"sind nur die oberen Zehntausend von Nordhausen" etc pp.
Ich unterstelle jedem, der solche Vorwände bemüht, dass er auch sonst nicht ins Theater gegangen wäre.

Und das ist dann halt ein gänzlich persönliches Ding, so wie ich nicht zum Fußball gehe, aber das Stadion von mir aus trotzdem saniert werden kann für alle, die Fußball mögen.
Pe_rle
23.05.2026, 12:53 Uhr
Der Beitrag wurde gespeichert und die Freigabe beantragt.
Lautaro
23.05.2026, 12:59 Uhr
Der Beitrag wurde gespeichert und die Freigabe beantragt.
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