Di, 15:25 Uhr
06.03.2007
Drehleitern gefunden
Nordhausen (nnz). Mit der neu-gebrauchten Drehleiter in Bleicherode verfügt der Landkreis Nordhausen endlich wieder über zwei Drehleitern, so Kreisbrandinspektor Erich Etzrodt gestern im Kreisausschuß des Nordhäuser Kreistages. Die nnz hingegen hat noch zwei weitere Drehleitern gefunden...
Die beiden Fahrzeuge mit den ausfahrbaren Drehleitern stehen bei der Freiwilligen Feuerwehr in Sollstedt und bei der Freiwilligen Feuerwehr Nordhausen-Mitte. Das allerdings hatten die Brand- und Katastrophenschutzverantwortlichen des Landkreises Nordhausen, Günter Uebner und Erich Etzrodt, vergessen mitzuteilen. Beide Fahrzeuge samt Leitern sind zwar DDR-Produkte, sie sind jedoch TÜV-geprüft und werden einer ständigen Kontrolle in Karlsruhe unterzogen, wie die nnz von der Berufsfeuerwehr in Nordhausen erfuhr.
Die nnz konfrontierte daraufhin Erich Etzrodt mit den beiden gefundenen Drehleiterfahrzeugen. Ja, freilich gibt es da diese beiden Fahrzeuge, doch die können nicht zur Personenrettung eingesetzt werden. Die verfügen nicht über Körbe und sind keine originären Rettungsleitern. Solche modernen Fahrzeuge gibt es nur bei der Berufsfeuerwehr in Nordhausen und jetzt eben in Bleicherode. Wir haben in unserem Bestand auch noch eine Anhängeleiter, die müssten wir ja dann auch noch mitzählen, winkt Etzrodt ab. Nach Ansicht des Kreisbrandinspektors könnten mit den Fahrzeugen nicht die geforderten Aufgaben bewältigt werden. Da kann man nur noch mit einem Strick einen Schlauch anbinden.
Ganz so sieht das der Chef der Nordhäuser Berufsfeuerwehr, Helmut Neblung, nun nicht. Mit der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr könne man in der Tat auch Menschen aus brennenden Häusern retten, da werde die Leiter eben unterhalb eines Fensters angestellt.
Für Neblung ist vielmehr der Landkreis Nordhausen in der Pflicht. Der müsse eigentlich die Stützpunktfeuerwehren mit der nötigen Technik ausrüsten. Die moderne Drehleiter, die der Stadt Nordhausen gehört und bezahlt wurde, dürfte eigentlich nur im Stadtgebiet zum Einsatz kommen. Für die Aufgaben im Landkreis Nordhausen müsste eine weitere Drehleiter angeschafft werden, auf Kosten des Landkreises.
Da es im Landkreis Nordhausen nun neun Stützpunktfeuerwehren gibt (Sollstedt ist auch – wie Bleicherode – Stützpunktfeuerwehr), ist die Kreisverwaltung schier überfordert, die Finanzierung der Aufgaben zu übernehmen, die eine Stützpunktfeuerwehr ausmacht: Nicht nur Hilfe in der eigenen Gemeinde, sondern auch in Nachbargemeinden leisten. Und dafür muß zusätzliche Technik bereitstehen.
Aber gerade diese neun Stützpunktfeuerwehren sind seit langem ein Politikum, das nur niemanden interessiert. Es sind momentan andere Probleme wie die Entscheidung zu Schulstandorten, die Bestellung von einem oder zwei Kreisheimatpflegern und, und, und.
Eine Begebenheit sollten den Kreistagsmitgliedern zu denken geben: Als in Bleicherode der Brand eines Wohnhauses gelöscht werden musste, da war auch die Drehleiter aus Nordhausen mit im Einsatz. Erich Etzrodt, der erfahrene Feuerwehrexperte hatte ein mulmiges Gefühl: Was passiert, wenn in Nordhausen in der Innenstadt ein Achtgeschosser brennt? Diese Angst beschleicht auch Helmut Neblung und seine Kollegen von der Berufsfeuerwehr. Sie sind dennoch auf Anforderung nach Bleicherode gefahren: Wir können die Menschen doch nicht verbrennen lassen, nur weil es keine klaren Regelungen gibt und kein Geld für eine notwendige Struktur der Feuerwehren im Landkreis Nordhausen vorhanden ist.
Autor: nnzDie beiden Fahrzeuge mit den ausfahrbaren Drehleitern stehen bei der Freiwilligen Feuerwehr in Sollstedt und bei der Freiwilligen Feuerwehr Nordhausen-Mitte. Das allerdings hatten die Brand- und Katastrophenschutzverantwortlichen des Landkreises Nordhausen, Günter Uebner und Erich Etzrodt, vergessen mitzuteilen. Beide Fahrzeuge samt Leitern sind zwar DDR-Produkte, sie sind jedoch TÜV-geprüft und werden einer ständigen Kontrolle in Karlsruhe unterzogen, wie die nnz von der Berufsfeuerwehr in Nordhausen erfuhr.
Die nnz konfrontierte daraufhin Erich Etzrodt mit den beiden gefundenen Drehleiterfahrzeugen. Ja, freilich gibt es da diese beiden Fahrzeuge, doch die können nicht zur Personenrettung eingesetzt werden. Die verfügen nicht über Körbe und sind keine originären Rettungsleitern. Solche modernen Fahrzeuge gibt es nur bei der Berufsfeuerwehr in Nordhausen und jetzt eben in Bleicherode. Wir haben in unserem Bestand auch noch eine Anhängeleiter, die müssten wir ja dann auch noch mitzählen, winkt Etzrodt ab. Nach Ansicht des Kreisbrandinspektors könnten mit den Fahrzeugen nicht die geforderten Aufgaben bewältigt werden. Da kann man nur noch mit einem Strick einen Schlauch anbinden.
Ganz so sieht das der Chef der Nordhäuser Berufsfeuerwehr, Helmut Neblung, nun nicht. Mit der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr könne man in der Tat auch Menschen aus brennenden Häusern retten, da werde die Leiter eben unterhalb eines Fensters angestellt.
Für Neblung ist vielmehr der Landkreis Nordhausen in der Pflicht. Der müsse eigentlich die Stützpunktfeuerwehren mit der nötigen Technik ausrüsten. Die moderne Drehleiter, die der Stadt Nordhausen gehört und bezahlt wurde, dürfte eigentlich nur im Stadtgebiet zum Einsatz kommen. Für die Aufgaben im Landkreis Nordhausen müsste eine weitere Drehleiter angeschafft werden, auf Kosten des Landkreises.
Da es im Landkreis Nordhausen nun neun Stützpunktfeuerwehren gibt (Sollstedt ist auch – wie Bleicherode – Stützpunktfeuerwehr), ist die Kreisverwaltung schier überfordert, die Finanzierung der Aufgaben zu übernehmen, die eine Stützpunktfeuerwehr ausmacht: Nicht nur Hilfe in der eigenen Gemeinde, sondern auch in Nachbargemeinden leisten. Und dafür muß zusätzliche Technik bereitstehen.
Aber gerade diese neun Stützpunktfeuerwehren sind seit langem ein Politikum, das nur niemanden interessiert. Es sind momentan andere Probleme wie die Entscheidung zu Schulstandorten, die Bestellung von einem oder zwei Kreisheimatpflegern und, und, und.
Eine Begebenheit sollten den Kreistagsmitgliedern zu denken geben: Als in Bleicherode der Brand eines Wohnhauses gelöscht werden musste, da war auch die Drehleiter aus Nordhausen mit im Einsatz. Erich Etzrodt, der erfahrene Feuerwehrexperte hatte ein mulmiges Gefühl: Was passiert, wenn in Nordhausen in der Innenstadt ein Achtgeschosser brennt? Diese Angst beschleicht auch Helmut Neblung und seine Kollegen von der Berufsfeuerwehr. Sie sind dennoch auf Anforderung nach Bleicherode gefahren: Wir können die Menschen doch nicht verbrennen lassen, nur weil es keine klaren Regelungen gibt und kein Geld für eine notwendige Struktur der Feuerwehren im Landkreis Nordhausen vorhanden ist.

