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Do, 07:49 Uhr
22.02.2007

Nicht viel übrig geblieben

Nordhausen (nnz). Der Zustand der in den 90er Jahren als „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit“ ausgebauten Strecke zwischen Halle und Kassel über Nordhausen verschlechtert sich entgegen den Zusagen der Deutschen Bahn immer mehr. Darauf verweist die Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ und nennt Einzelheiten.


Vor dem Bahnhof Heringen wurde Anfang Februar eine neue Langsamfahrstelle eingerichtet. Der Zustand der Weichen dieses Bahnhofs ist offenbar so marode, dass die Bahn der Situation nur noch mit neuen Tempolimits Herr wird. Außer in den Bahnhöfen Sangerhausen und Teutschenthal sind 2006 auch keinerlei Arbeiten durchgeführt worden, um den Erhaltungszustand der Strecke zu verbessern. Parallel zu der nach wie vor stark befahrenen Strecke wird mit Hochdruck an der Fertigstellung der Südharzautobahn A 38 gearbeitet. Die zweigleisige, elektrifizierte Bahnlinie taumelt derweil dem Börsengang der Deutschen Bahn entgegen…

Gerade eben hat Bahnchef Mehdorn ein „Rekordergebnis“ für 2006 angekündigt. Die erzielten Milliardengewinne werden offenbar auch dadurch erwirtschaftet, dass die Infrastruktur auf Verschleiß gefahren wird. „Jahr für Jahr werden von der Bahn Bauarbeiten zwischen Halle und Kassel angekündigt und dann doch nicht durchgeführt. Die Fahrzeit der Reisezüge wird immer länger. Wir von „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ sehen dies mit großer Sorge, denn viele Reisende, welche die Südharzstrecke bis Nordhausen nutzen, wollen in Richtung Halle weiterfahren und finden zunehmend unattraktivere Verbindungen vor“ kommentiert Michael Reinboth von der Südharzer Initiative die Situation.

Der Bahn sei im Zeichen des Börsengangs offenbar jedes Mittel Recht, um ihr Ergebnis optisch zu verbessern. Dies gehe, so Reinboth, eindeutig auf Kosten der immer schlechter werdenden Infrastruktur. Aufgrund des ebenfalls stark verzögerten Neubaus des Bahnhofs Erfurt wird die Strecke Halle – Kassel weiterhin für die Umleitung von Güterzügen genutzt und stark beansprucht. Die Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ fürchtet, dass auch nach Ende der Bauarbeiten in Erfurt nichts für die Strecke am Südharzrand getan wird, sondern im Gegenteil nach Ende der Umleitungen erst Recht nichts mehr für das einstige Vorzeigeprojekt übrig ist.
Autor: nnz

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