Do, 12:25 Uhr
15.02.2007
Thüringen bei Schlußlichtern
Nordhausen (nnz). Gestern hat UNICEF in einer neu veröffentlichten Studie auf die Lage der Kinder in Deutschland hingewiesen. Für die Kinder in Thüringen stellt sich die Situation besonders dramatisch dar. Mehr dazu mit dem bekannten Klick.
Den 10. Platz belegt der Freistaat und zählt so zu den Schlusslichtern im Vergleich der Länder. Für die Kinder hat sich nichts verändert, so der Thüringer Landesverband des Deutschen Kinderschutzbundes in einem Statement.
Bewertet wurde die Lebenslage der Kinder in Bezug auf die materielle Lage, Gesundheit und Sicherheit, Bildung und die Beziehungen zu Eltern und Freunden. Und wieder wird damit deutlich, dass endlich politische Weichen gestellt werden müssen, sowohl auf Landes- als auf Bundesebene, um Kindern mehr Zukunftschancen zu geben.
Allein ein Aufwachsen in armen Lebensverhältnissen minimiert die Chancen im Leben eines Kindes beträchtlich. In Thüringen leben ca. 67.000 Kinder in armen Lebensverhältnissen (Juni 2006). Das sind bezogen auf die Altersgruppe der unter 15-jährigen 25,5 %! Die Zahlen bleiben weiter auf hohem Niveau. Besonders der hohe Anteil arbeitsloser Frauen (in Thüringen über die Hälfte der Gesamtarbeitslosen) oder schlecht bezahlter Frauen lässt Hoffnungen einer Wende minimieren. Ein zaghaft beginnender wirtschaftlicher Aufschwung füllt die Kassen derer, die Renditen erhalten, nicht derer, die es nötig brauchen.
Die Folgen dieser Lebensverhältnisse sind hinlänglich bekannt und werden in der UNICEF-Studie erneut unterstrichen. Schlechtere Leistungen in der Schule, niedere Bildungswege, schlechtere Gesundheit und Ernährung, weniger Freunde usw. Die Aussichten der Kinder in diesen Verhältnissen sehen düster aus. So ist bspw. die Chance von Kindern aus armen Elternhäusern ein Studium aufzunehmen 7,4-fach geringer als der Kinder wohlhabenderer Familien. Ihr Gesundheitszustand ist 4-Mal schlechter als der Kinder oberer Schichten. 8,5 % der armen Kinder geben an, keine Vertrauensperson zu haben.
Abhilfe und Unterstützung schaffen u.a. ein weit ausgebautes und möglich kostenfreies Betreuungsnetz von einem Jahr an und Schulen in denen Kinder nicht aussortiert, sondern entsprechend ihrer Fähigkeiten und Ressourcen so lange wie möglich einen gemeinsamen Bildungsweg gehen können. Schulen, wie Ganztagsschulen, die insbesondere in armen Stadtteilen die Lebenslage der Kinder im Unterricht berücksichtigen. Besonders wichtig stellt sich auch ein umdenken in der Familienpolitik dar. Im Fokus der Förderung darf nicht die Ehe stehen, sondern insbesondre immer mehr allein Erziehende wie auch andere Formen des Zusammenlebens.
Autor: nnzDen 10. Platz belegt der Freistaat und zählt so zu den Schlusslichtern im Vergleich der Länder. Für die Kinder hat sich nichts verändert, so der Thüringer Landesverband des Deutschen Kinderschutzbundes in einem Statement.
Bewertet wurde die Lebenslage der Kinder in Bezug auf die materielle Lage, Gesundheit und Sicherheit, Bildung und die Beziehungen zu Eltern und Freunden. Und wieder wird damit deutlich, dass endlich politische Weichen gestellt werden müssen, sowohl auf Landes- als auf Bundesebene, um Kindern mehr Zukunftschancen zu geben.
Allein ein Aufwachsen in armen Lebensverhältnissen minimiert die Chancen im Leben eines Kindes beträchtlich. In Thüringen leben ca. 67.000 Kinder in armen Lebensverhältnissen (Juni 2006). Das sind bezogen auf die Altersgruppe der unter 15-jährigen 25,5 %! Die Zahlen bleiben weiter auf hohem Niveau. Besonders der hohe Anteil arbeitsloser Frauen (in Thüringen über die Hälfte der Gesamtarbeitslosen) oder schlecht bezahlter Frauen lässt Hoffnungen einer Wende minimieren. Ein zaghaft beginnender wirtschaftlicher Aufschwung füllt die Kassen derer, die Renditen erhalten, nicht derer, die es nötig brauchen.
Die Folgen dieser Lebensverhältnisse sind hinlänglich bekannt und werden in der UNICEF-Studie erneut unterstrichen. Schlechtere Leistungen in der Schule, niedere Bildungswege, schlechtere Gesundheit und Ernährung, weniger Freunde usw. Die Aussichten der Kinder in diesen Verhältnissen sehen düster aus. So ist bspw. die Chance von Kindern aus armen Elternhäusern ein Studium aufzunehmen 7,4-fach geringer als der Kinder wohlhabenderer Familien. Ihr Gesundheitszustand ist 4-Mal schlechter als der Kinder oberer Schichten. 8,5 % der armen Kinder geben an, keine Vertrauensperson zu haben.
Abhilfe und Unterstützung schaffen u.a. ein weit ausgebautes und möglich kostenfreies Betreuungsnetz von einem Jahr an und Schulen in denen Kinder nicht aussortiert, sondern entsprechend ihrer Fähigkeiten und Ressourcen so lange wie möglich einen gemeinsamen Bildungsweg gehen können. Schulen, wie Ganztagsschulen, die insbesondere in armen Stadtteilen die Lebenslage der Kinder im Unterricht berücksichtigen. Besonders wichtig stellt sich auch ein umdenken in der Familienpolitik dar. Im Fokus der Förderung darf nicht die Ehe stehen, sondern insbesondre immer mehr allein Erziehende wie auch andere Formen des Zusammenlebens.

