Mi, 07:06 Uhr
31.01.2007
Mehrwertsteuer-Delle bleibt aus
Nordhausen (nnz). Laut den statistischen Landesämtern bleibt die Preiserhöhung im Januar weit hinter den Befürchtungen zurück. Offenbar verzichteten Händler auf die Überwälzung der neuen Steuer auf ihre Kunden. nnz mit einem Überblick.
Erste Erhebungen in den Bundesländern zeigen, dass die Lebenshaltungskosten insgesamt mit Ausnahme Sachsens von Dezember auf Januar nicht gestiegen sind. Grund waren sehr starke Preisnachlässe bei vielen Waren und Dienstleistungsangeboten, wie die Landesämter am Dienstag mitteilten.
Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen erhöhte sich die Teuerungsrate im Januar gegenüber dem Vorjahr nur um 0,4 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent, in Brandenburg um 0,2 Prozent. In Baden-Württemberg stieg sie um 0,3 auf 1,7 Prozent, in Hessen allerdings deutlicher um 0,7 Prozentpunkte auf 2 Prozent, wie die Statistiker der Länder am Dienstag mitteilten. Im Vergleich zum Dezember sanken die Raten teilweise.
Hätte der Einzelhandel die Mehrwertsteuererhöhung komplett weitergeben, hätte allein dieser Effekt nach Angaben der Statistiker zu einem Anstieg der Inflationsrate um knapp 1,4 Prozent geführt. Denn rund die Hälfte der bei der Preisermittlung berücksichtigten Waren unterliegt den höheren Mehrwertsteuersatz.
Bankenexperten sehen die Preisstabilität trotz der Steuererhöhung nicht gefährdet. Die Sorge vor einem kräftigen Preisschub war wohl nicht berechtigt", sagte z.B. Gernot Griebling von der LBBW.
Die Verbraucher profitierten im Januar allerdings auch vom Rückgang der Mineralölpreise, der die höhere Mehrwertsteuer in diesem Sektor mehr als wettmachte. In anderen Branchen beobachteten die hessischen Statistiker große Unterschiede im Umgang mit der Steuererhöhung.
So habe der starke Wettbewerb im Möbel- und Einrichtungshandel sogar zu einem Preisverfall geführt. Auch im Bereich Unterhaltungselektronik gebe es keine Anhaltspunkte für eine Weitergabe der höheren Umsatzsteuer an die Verbraucher.
Ganz anders sieht es beim Kauf von Neuwagen, bei Autoreparaturen, Haushaltsgeräten und Telekommunikationsdienstleistungen aus, die deutlich teurer wurden. Bei der Preisentwicklung in diesen Bereichen habe wohl die höhere Umsatzsteuer eine gewichtige Rolle gespielt, urteilten die Statistiker.
Bei Bekleidung und Schuhen vermutetet das Hessische Landesamt, dass die Mehrwertsteuererhöhung bereits im vergangenen Jahr vorweggenommen wurde. Denn die Jahresteuerungsrate sei in diesem Bereich mit 3 Prozent auffällig hoch ausgefallen, was vor allem auf deutliche Preissteigerungen im September zurückzuführen sei.
Doch auch in Bereichen, die überhaupt nicht von der Mehrwertsteuererhöhung betroffen waren, gab es deutliche Preissteigerungen: das galt etwa für Gemüse.
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht voraussichtlich am Nachmittag die vorläufige Inflationsrate für Deutschland auf Basis der ersten Länderdaten. Von Reuters befragte Volkswirte erwarten einen Anstieg der Preise um 0,2 Prozent zum Dezember und eine Jahresteuerung von 2,1 Prozent. Im Dezember waren die Verbraucherpreise zum Vormonat um 0,8 Prozent und zum Vorjahr um 1,4 Prozent gestiegen.
Julius Sefert
Autor: jsErste Erhebungen in den Bundesländern zeigen, dass die Lebenshaltungskosten insgesamt mit Ausnahme Sachsens von Dezember auf Januar nicht gestiegen sind. Grund waren sehr starke Preisnachlässe bei vielen Waren und Dienstleistungsangeboten, wie die Landesämter am Dienstag mitteilten.
Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen erhöhte sich die Teuerungsrate im Januar gegenüber dem Vorjahr nur um 0,4 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent, in Brandenburg um 0,2 Prozent. In Baden-Württemberg stieg sie um 0,3 auf 1,7 Prozent, in Hessen allerdings deutlicher um 0,7 Prozentpunkte auf 2 Prozent, wie die Statistiker der Länder am Dienstag mitteilten. Im Vergleich zum Dezember sanken die Raten teilweise.
Hätte der Einzelhandel die Mehrwertsteuererhöhung komplett weitergeben, hätte allein dieser Effekt nach Angaben der Statistiker zu einem Anstieg der Inflationsrate um knapp 1,4 Prozent geführt. Denn rund die Hälfte der bei der Preisermittlung berücksichtigten Waren unterliegt den höheren Mehrwertsteuersatz.
Bankenexperten sehen die Preisstabilität trotz der Steuererhöhung nicht gefährdet. Die Sorge vor einem kräftigen Preisschub war wohl nicht berechtigt", sagte z.B. Gernot Griebling von der LBBW.
Die Verbraucher profitierten im Januar allerdings auch vom Rückgang der Mineralölpreise, der die höhere Mehrwertsteuer in diesem Sektor mehr als wettmachte. In anderen Branchen beobachteten die hessischen Statistiker große Unterschiede im Umgang mit der Steuererhöhung.
So habe der starke Wettbewerb im Möbel- und Einrichtungshandel sogar zu einem Preisverfall geführt. Auch im Bereich Unterhaltungselektronik gebe es keine Anhaltspunkte für eine Weitergabe der höheren Umsatzsteuer an die Verbraucher.
Ganz anders sieht es beim Kauf von Neuwagen, bei Autoreparaturen, Haushaltsgeräten und Telekommunikationsdienstleistungen aus, die deutlich teurer wurden. Bei der Preisentwicklung in diesen Bereichen habe wohl die höhere Umsatzsteuer eine gewichtige Rolle gespielt, urteilten die Statistiker.
Bei Bekleidung und Schuhen vermutetet das Hessische Landesamt, dass die Mehrwertsteuererhöhung bereits im vergangenen Jahr vorweggenommen wurde. Denn die Jahresteuerungsrate sei in diesem Bereich mit 3 Prozent auffällig hoch ausgefallen, was vor allem auf deutliche Preissteigerungen im September zurückzuführen sei.
Doch auch in Bereichen, die überhaupt nicht von der Mehrwertsteuererhöhung betroffen waren, gab es deutliche Preissteigerungen: das galt etwa für Gemüse.
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht voraussichtlich am Nachmittag die vorläufige Inflationsrate für Deutschland auf Basis der ersten Länderdaten. Von Reuters befragte Volkswirte erwarten einen Anstieg der Preise um 0,2 Prozent zum Dezember und eine Jahresteuerung von 2,1 Prozent. Im Dezember waren die Verbraucherpreise zum Vormonat um 0,8 Prozent und zum Vorjahr um 1,4 Prozent gestiegen.
Julius Sefert


