Mi, 09:23 Uhr
31.12.2025
Regio-Analyse:
Glasfaser seit 2018 fast verfünffacht
Heute können bundesweit fast fünfmal so viele Menschen in Deutschland Gigabit-Glasfaseranschlüsse bekommen wie noch 2018. In manchen Bundesländern war die Entwicklung besonders rasant – allen voran im Stadtstaat Berlin sowie in Thüringen, wo die Ausbaudichte heute rund 40- bzw. 20-mal größer ist als vor sieben Jahren. Das zeigt eine Marktanalyse des Vergleichsportals Verivox...
Glasfaser (Symbolbild) (Foto: Giorgio Giorgi auf Pixabay)
Am besten mit 1.000 Megabit schnellen Glasfaseranschlüssen versorgt sind heute – wie bereits 2018 – der Stadtstaat Hamburg sowie das Flächenland Schleswig-Holstein (aktuell 77 bzw. 72 Prozent). 2018 lag Schleswig-Holstein noch bei 22 Prozent, das war damals die zweitbeste Versorgungsquote.
Beim Spitzenreiter Hamburg stieg der Wert in sieben Jahren nur um sechs Prozentpunkte von 71 auf 77 Prozent. Der bundesweite Durchschnitt erhöhte sich von neun Prozent im Jahr 2018 auf heute 43 Prozent. Das geht aus der Verivox-Analyse hervor, die sich auf Daten des Bundesbreitbandatlas stützt.
Dass die Glasfaserversorgung im Norden Deutschlands recht gut ist, hängt nur teilweise an einfacheren topografischen Voraussetzungen, sagt Jörg Schamberg, Telekommunikationsexperte bei Verivox. So hat Schleswig-Holstein schon früh eine Vollversorgung der Haushalte angestrebt und die Zusammenarbeit der regionalen Akteure über ein Breitband-Kompetenzzentrum koordiniert. Auch in Hamburg hat man klar auf Glasfaser gesetzt und keine technikoffenen Gigabit-Ziele formuliert. Zahlreiche Unternehmen treiben bereits seit Jahren den Ausbau mit eigenen Mitteln voran.
Schlusslichter Thüringen und Saarland
Die niedrigsten Versorgungswerte verzeichneten vor sieben Jahren der Stadtstaat Berlin sowie das Land Thüringen mit jeweils rund einem Prozent. 2025 ist Thüringen das Schlusslicht mit 23 Prozent Glasfaser-Ausbaudichte, gefolgt vom Saarland mit 28 Prozent. Berlin kommt aktuell auf eine Gigabit-Glasfaserquote von 45 Prozent.
Unterhalb des bundesdeutschen Mittelwerts von 43 Prozent Ausbauquote liegen heute außerdem die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. 2018 unterschritten noch deutlich mehr Bundesländer den damaligen landesweiten Mittelwert von neun Prozent: Lediglich Schleswig-Holstein, Hamburg und Bayern hatten damals eine bessere Versorgung – die beiden norddeutschen Länder mit 22 bzw. 71 Prozent deutlich besser, Bayern mit 12 Prozent nur drei Prozentpunkte über dem Schnitt.
Gemeinden mit 100 Prozent Glasfaser versechsfacht
Glasfaser wird meist weniger flächig ausgebaut als DSL oder Kabel. Denn der Ausbau ist teuer und lässt sich vor allem in dünn besiedelten Regionen ohne Förderung kaum refinanzieren. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass in einem Landkreis einzelne Gemeinden vollversorgt sind, benachbarte Orte jedoch zu einem viel geringeren Prozentsatz. Im Jahr 2018 waren 55 deutsche Gemeinden zu 100 Prozent mit Glasfaser erschlossen – 2025 sind es 331 und damit mehr als sechsmal so viele.
Der hiesige Glasfasermarkt ist auch heute noch zersplittert, sagt Schamberg. Noch zu oft konzentrieren sich die verfügbaren Anschlüsse auf Metropolregionen; der ländliche Raum zieht nur langsam nach, obwohl dieser in punkto Bandbreite am meisten aufzuholen hätte.
Methodik
Die Analyse umfasst Daten für die Glasfaserversorgung aller 16 Bundesländer inklusive Stadtstaaten. Die verwendeten Daten basieren auf dem Breitbandatlas der Bundesnetzagentur (Festnetz-Datenstand Dezember 2018 sowie Juni 2025). Die Abdeckungsrate zeigt den prozentualen Anteil der Haushalte, die Gigabit-fähige Anschlüsse erhalten könnten. Berücksichtigt ist Glasfaser über die Anschlusstechniken Fiber to the Home (FTTH) und Fiber to the Building (FTTB).
Autor: psg
Glasfaser (Symbolbild) (Foto: Giorgio Giorgi auf Pixabay)
Am besten mit 1.000 Megabit schnellen Glasfaseranschlüssen versorgt sind heute – wie bereits 2018 – der Stadtstaat Hamburg sowie das Flächenland Schleswig-Holstein (aktuell 77 bzw. 72 Prozent). 2018 lag Schleswig-Holstein noch bei 22 Prozent, das war damals die zweitbeste Versorgungsquote.
Beim Spitzenreiter Hamburg stieg der Wert in sieben Jahren nur um sechs Prozentpunkte von 71 auf 77 Prozent. Der bundesweite Durchschnitt erhöhte sich von neun Prozent im Jahr 2018 auf heute 43 Prozent. Das geht aus der Verivox-Analyse hervor, die sich auf Daten des Bundesbreitbandatlas stützt.
Dass die Glasfaserversorgung im Norden Deutschlands recht gut ist, hängt nur teilweise an einfacheren topografischen Voraussetzungen, sagt Jörg Schamberg, Telekommunikationsexperte bei Verivox. So hat Schleswig-Holstein schon früh eine Vollversorgung der Haushalte angestrebt und die Zusammenarbeit der regionalen Akteure über ein Breitband-Kompetenzzentrum koordiniert. Auch in Hamburg hat man klar auf Glasfaser gesetzt und keine technikoffenen Gigabit-Ziele formuliert. Zahlreiche Unternehmen treiben bereits seit Jahren den Ausbau mit eigenen Mitteln voran.
Schlusslichter Thüringen und Saarland
Die niedrigsten Versorgungswerte verzeichneten vor sieben Jahren der Stadtstaat Berlin sowie das Land Thüringen mit jeweils rund einem Prozent. 2025 ist Thüringen das Schlusslicht mit 23 Prozent Glasfaser-Ausbaudichte, gefolgt vom Saarland mit 28 Prozent. Berlin kommt aktuell auf eine Gigabit-Glasfaserquote von 45 Prozent.
Unterhalb des bundesdeutschen Mittelwerts von 43 Prozent Ausbauquote liegen heute außerdem die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. 2018 unterschritten noch deutlich mehr Bundesländer den damaligen landesweiten Mittelwert von neun Prozent: Lediglich Schleswig-Holstein, Hamburg und Bayern hatten damals eine bessere Versorgung – die beiden norddeutschen Länder mit 22 bzw. 71 Prozent deutlich besser, Bayern mit 12 Prozent nur drei Prozentpunkte über dem Schnitt.
Gemeinden mit 100 Prozent Glasfaser versechsfacht
Glasfaser wird meist weniger flächig ausgebaut als DSL oder Kabel. Denn der Ausbau ist teuer und lässt sich vor allem in dünn besiedelten Regionen ohne Förderung kaum refinanzieren. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass in einem Landkreis einzelne Gemeinden vollversorgt sind, benachbarte Orte jedoch zu einem viel geringeren Prozentsatz. Im Jahr 2018 waren 55 deutsche Gemeinden zu 100 Prozent mit Glasfaser erschlossen – 2025 sind es 331 und damit mehr als sechsmal so viele.
Der hiesige Glasfasermarkt ist auch heute noch zersplittert, sagt Schamberg. Noch zu oft konzentrieren sich die verfügbaren Anschlüsse auf Metropolregionen; der ländliche Raum zieht nur langsam nach, obwohl dieser in punkto Bandbreite am meisten aufzuholen hätte.
Methodik
Die Analyse umfasst Daten für die Glasfaserversorgung aller 16 Bundesländer inklusive Stadtstaaten. Die verwendeten Daten basieren auf dem Breitbandatlas der Bundesnetzagentur (Festnetz-Datenstand Dezember 2018 sowie Juni 2025). Die Abdeckungsrate zeigt den prozentualen Anteil der Haushalte, die Gigabit-fähige Anschlüsse erhalten könnten. Berücksichtigt ist Glasfaser über die Anschlusstechniken Fiber to the Home (FTTH) und Fiber to the Building (FTTB).

