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Mo, 08:10 Uhr
29.01.2007

Aufreizendes Jahr

Nordhausen/Limlingerode (nnz). Die Auftaktveranstaltung Ende Januar „William Shakespeare und seine Sonette“ mit der XIX. Ausstellungseröffnung lockte sehr viele Interessierte aus nah und fern in die in Schnee eingebettete „Dichterstätte“. Was sich die Kunstinteressierten im Westen des Landkreises Nordhausen für „den Rest dieses Jahres“ vorgenommen haben, das hat Heidelore Kneffel für die nnz notiert.


Längst geht der Ruf, dass in Limlingerode abwechslungsreiche Lyrikprogramme auf ganz unverwechselbare Art geboten werden, über die Region, über Thüringen hinaus. Erfreulich ist, dass immer mehr jüngere Menschen den Weg nach Limlingerode finden. Nicht zuletzt ist es auch die Atmosphäre, die das Haus innen und außen ausstrahlt, die die Anwesenden dankbar in sich aufnehmen und nach außen tragen.

Umso schmerzlicher war der Anblick eines riesigen Stückes herausgebrochenen Putzes von der Westwand des Veranstaltungsraumes. Das darunter stehende Klavier war betroffen, und es ist sehr kräftig verstimmt. Der Sturm Kyrill hat mit voller Wucht die große Westfassade getroffen und im Inneren den Schaden verursacht. Die Art der Ausstattung der Gefache und die des Auftragens des Lehmputzes ist, so hat es den Anschein, doch nicht für diesen exponiert aus dem Dorfbild herausragenden Westgiebel geeignet, denn auch der Dezembersturm 2005 hatte schon ein Drittel des Innenputzes der Westwand herausgepresst.

Es wäre also dringend geraten, dass sich die Gemeinde Hohenstein und das Landratsamt mit seinem für den Denkmalschutz zuständigen Bereich einigen, wie dieses Problem dauerhaft und fachgerecht behoben werden kann. Die Mitglieder des Fördervereins hielten es für sinnreich, die Beratung mit der obern Denkmalbehörde in Erfurt anzustreben, denn schließlich handelt es sich um ein Kulturhaus für die Öffentlichkeit, das mit einer nicht unbedeutenden Geldsumme vor allem aus Mitteln des Bunde, des Landes und mehrerer privater Spender finanziert wurde. Es gibt also auch eine moralische Verpflichtung in vielfältiger Hinsicht!

Hoffen wir auf Tatkraft und wenden uns den Veranstaltungen in den kommenden Monaten zu – in gebotener Kürze. Am 24. 2. kommt der Autor Günther Eich (1907–1972) zu Wort, der sich durch Lyrik und Hörspiele einen Namen machte. Am Geburtsdatum ist erkennbar, dass es ein Jubiläumsjahr für ihn ist. Aus Jubiläumsgrunde werden auch Wilhelm Busch (1832-1908) am 26. 5., die Dichterin Mascha Kaleko (1907-1975) am 25. 8., Paul Gerhardt (1607-1676) am 29. 9. und die Amerikanerin Sylvia Plath ( 1932-1963) am 27. 10. vorgestellt.

Am 17. März steht Hilde Domin (1909-2006) im Mittelpunkt, hinzu kommt die XX. Ausstellungseröffnung mit Malerei von Brigitte Zander, Jahrgang 1942, aus Mainz. Der 28. April steht unter dem Motto: „Von den Merseburger Zaubersprüchen bis zu den Zaubersprüchen der Dichterin Sarah Kirsch“. An der Programmgestaltung haben Schüler aus der Region großen Anteil.

Ein auffallendes Datum, eine auffallende Darbietung bringt der 7. 7. 2007. Paul Klees „Zwitschermaschine“ erklingt in Limlingerode im Haus, im Hof, auf dem Weg, in der Kirche. Die Gestaltenden sind Schülerinnen und Schüler der Regelschule „Hainleite“, des Herder- und des beruflichen Gymnasiums - ein Fest mit allen Künsten für alle Sinne!

Der 24. November gibt in der Dichterstätte dem Schweizer Schriftsteller Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898) das Wort. Neben seinen Novellen war er auch der Lyrik verpflichtet. „Briefe, zu Weihnachten geschrieben“ werden am 22. Dezember vorgelesen - der Reigen der Schreibenden erstreckt sich vom 16. bis in das 20. Jahrhundert.

Auf die 10. „Limlingeröder Diskurse“ am 23. und 24. Juni wird gesondert hingewiesen. Alle Veranstaltungen beginnen, wie es Tradition ist, um 14.30 Uhr.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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