Do, 20:19 Uhr
25.01.2007
Brennpunkt Bahnhof im Blick
Nordhausen (nnz). Der Bahnhof ist schon lange als Problembereich bekannt. Jugendliche pöbeln Rentner an. Einige Schandflecke wie die ehemalige Moonlight Bar sind hier zu finden. Welche Probleme haben die Anwohner und welche Wünsche? Ist das Bahnhofsviertel wirklich so ein Problemgebiet?
Das Bahnhofsviertel ist ein relativ junges Gebiet. 13,23 Prozent der hier lebenden Menschen sind Kinder unter 14 Jahren, 24,26 Prozent Jugendliche und junge Erwachsene bis 26. Dem gegenüber stehen 31,70 Prozent Erwachsene zwischen 27 und 49 Jahren, sowie 30,75 Prozent über 50jährige. Kein Wunder also, wenn hier mehr Kinder und Jugendliche anzutreffen sind. Sie holen ihre Freunde her und sind gern mitten im Zentrum, wo sich das Leben abspielt. Tolle Treffs für junge Leute nutzen also nichts, wenn sie irgendwo versteckt am Stadtrand angeboten werden.
Stadtjugendpfleger Thomas Joachimi meint, daß die Anwesenheit der Jugend auf dem Bahnhofsplatz an sich nicht das Problem ist. Es würden jedoch einige von ihnen Alkohol konsumieren und andere Leute anpöbeln. Eine Lösung wäre für ihn, wenn Sozialarbeiter die Jugendlichen an ihren Treffpunkten aufsuchen. Solche Projekte hat es in Nordhausen schon mal gegeben, aber aus finanziellen Gründen konnten sie nicht weitergeführt werden. Auch die Polizei würde aufsuchende Jugendarbeit begrüßen.
Eine Überraschung hatten die Beamten für die Teilnehmer der Sozialraumkonferenz, der Bahnhof ist ihrer Meinung nach gar kein sozialer Brennpunkt mehr. Natürlich gäbe es saisonale Probleme mit ruhestörenden Gruppen, aber die Zahl der begangenen Straftaten ist nicht größer als anderswo. Eine Idee, die herumlungernden Jugendlichen wegzulocken hat die Polizei. Es könnte zum Beispiel auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände ein Basketballplatz angelegt werden. Dort könnte sich die Jugend treffen ohne andere Altersgruppen zu belästigen, aber trotzdem sich im Stadtzentrum fühlen. Gute Erfahrung habe man nach der Landesgartenschau gesammelt. Früher hingen viele junge Leute auf dem Theaterplatz herum, das tun zwar immer noch welche, aber nicht mehr in dem Maße. Der Treffpunkt ist jetzt die Skateranlage auf dem Petersberg. Da die Jugendlichen sich dort wohlfühlen und regelmäßig hingehen, sorgen sie selbst dafür, daß es dort einigermaßen sauber und ordentlich aussieht.
Andere Vorschläge von Annika Werkmeister, als Praktikantin beim Landratsamt mit dem Sozialplan beschäftigt, entpuppten sich als nicht gewünscht. Sie hatte herausgefunden, daß es im Bahnhofsviertel keine Spielplätze für Kinder gibt und meinte, da müßten welche geschaffen werden. Doch Eltern lehnten dies ab, während sie einkaufen würden sie ihre Kinder nicht allein dort lassen. Betreute Angebote, die beispielsweise von Einzelhändlern geschaffen werden könnten, kämen hingegen in Frage. Junge Mütter treffen sich schon jetzt gern um Club Caritas und helfen sich gegenseitig bei der Betreuung ihrer Kleinkinder.
Im Bahnhofsgebiet wurde von Studentinnen der Fachhochschule eine Seniorenbefragung durchgeführt. Die ältere Generation wünscht sich vor allem Möglichkeiten sich zu treffen. Eine davon könnte das vom Lift geplante Mehrgenerationenhaus sein, was als Begegnungsstätte für alle Altersgruppen fungieren soll.
Der Bahnhofsplatz und die umliegenden Straßen werden auch in Zukunft ein sehr gemischter Stadtteil bleiben. Als sozialer Brennpunkt gilt er nicht mehr. Ihre regelmäßigen Kontrollen, auch in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, wird die Polizei aber aufrechterhalten.
Autor: wfDas Bahnhofsviertel ist ein relativ junges Gebiet. 13,23 Prozent der hier lebenden Menschen sind Kinder unter 14 Jahren, 24,26 Prozent Jugendliche und junge Erwachsene bis 26. Dem gegenüber stehen 31,70 Prozent Erwachsene zwischen 27 und 49 Jahren, sowie 30,75 Prozent über 50jährige. Kein Wunder also, wenn hier mehr Kinder und Jugendliche anzutreffen sind. Sie holen ihre Freunde her und sind gern mitten im Zentrum, wo sich das Leben abspielt. Tolle Treffs für junge Leute nutzen also nichts, wenn sie irgendwo versteckt am Stadtrand angeboten werden.
Stadtjugendpfleger Thomas Joachimi meint, daß die Anwesenheit der Jugend auf dem Bahnhofsplatz an sich nicht das Problem ist. Es würden jedoch einige von ihnen Alkohol konsumieren und andere Leute anpöbeln. Eine Lösung wäre für ihn, wenn Sozialarbeiter die Jugendlichen an ihren Treffpunkten aufsuchen. Solche Projekte hat es in Nordhausen schon mal gegeben, aber aus finanziellen Gründen konnten sie nicht weitergeführt werden. Auch die Polizei würde aufsuchende Jugendarbeit begrüßen.
Eine Überraschung hatten die Beamten für die Teilnehmer der Sozialraumkonferenz, der Bahnhof ist ihrer Meinung nach gar kein sozialer Brennpunkt mehr. Natürlich gäbe es saisonale Probleme mit ruhestörenden Gruppen, aber die Zahl der begangenen Straftaten ist nicht größer als anderswo. Eine Idee, die herumlungernden Jugendlichen wegzulocken hat die Polizei. Es könnte zum Beispiel auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände ein Basketballplatz angelegt werden. Dort könnte sich die Jugend treffen ohne andere Altersgruppen zu belästigen, aber trotzdem sich im Stadtzentrum fühlen. Gute Erfahrung habe man nach der Landesgartenschau gesammelt. Früher hingen viele junge Leute auf dem Theaterplatz herum, das tun zwar immer noch welche, aber nicht mehr in dem Maße. Der Treffpunkt ist jetzt die Skateranlage auf dem Petersberg. Da die Jugendlichen sich dort wohlfühlen und regelmäßig hingehen, sorgen sie selbst dafür, daß es dort einigermaßen sauber und ordentlich aussieht.
Andere Vorschläge von Annika Werkmeister, als Praktikantin beim Landratsamt mit dem Sozialplan beschäftigt, entpuppten sich als nicht gewünscht. Sie hatte herausgefunden, daß es im Bahnhofsviertel keine Spielplätze für Kinder gibt und meinte, da müßten welche geschaffen werden. Doch Eltern lehnten dies ab, während sie einkaufen würden sie ihre Kinder nicht allein dort lassen. Betreute Angebote, die beispielsweise von Einzelhändlern geschaffen werden könnten, kämen hingegen in Frage. Junge Mütter treffen sich schon jetzt gern um Club Caritas und helfen sich gegenseitig bei der Betreuung ihrer Kleinkinder.
Im Bahnhofsgebiet wurde von Studentinnen der Fachhochschule eine Seniorenbefragung durchgeführt. Die ältere Generation wünscht sich vor allem Möglichkeiten sich zu treffen. Eine davon könnte das vom Lift geplante Mehrgenerationenhaus sein, was als Begegnungsstätte für alle Altersgruppen fungieren soll.
Der Bahnhofsplatz und die umliegenden Straßen werden auch in Zukunft ein sehr gemischter Stadtteil bleiben. Als sozialer Brennpunkt gilt er nicht mehr. Ihre regelmäßigen Kontrollen, auch in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, wird die Polizei aber aufrechterhalten.

