Do, 18:14 Uhr
25.01.2007
Klein und fein
Nordhausen (nnz). Es ist mittlerweile zur guten Sitte in Nordhausen geworden, das politisch-parteiliche Neujahrsempfänge auch von den Mitbewerbern um die politische Macht besucht werden. Heute war die FDP im Landkreis Nordhausen der Gastgeber. Im Mittelpunkt der Liberalen stand die Kultur.
Nicht deshalb waren Intendant Lars Tietje und sein Verwaltungschef Wolfgang Schwerdtfeger in den Stepel gekommen. Sie pflegen die Umgangskultur quer durch die Nordhäuser Parteienlandschaft seit Jahren. Doch das Theater stand nun mal im Mittelpunkt. Claus-Peter Rossberg, der FDP-Kreisvorsitzende blickte kulturvoll auf das Jahr 2006 zurück. Die FDP sei es gewesen, die einen Antrag zum Erhalt des Nordhäuser Theaters in den schweren Zeiten der Erfurter Finanzierungsentsagung eingebracht hatte. Und Rossberg freute sich denn auch, dass der Protest gegen die irrationalen Kürzungspläne des Goebel-Ressorts parteiübergreifend an Fläche und Intensität übergriff.
Der Gast des Nachmittags war denn auch ein Kulturpolitiker: Christoph Waitz, FDP-Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Ausschuss Kultur und Medien. Und Waitz, der seine fehlende Krawatte mit der Bekömmlichkeit der Gulaschsuppe des Stepel-Wirtes Martin Höfer entschuldigte, zensierte die Thüringer Kulturlandschaft. Ein finanzieller Kahlschlag schaffe immer mehr Probleme als er zu lösen scheine. Die Kritik richtete sich natürlich gegen Kultusminister Jens Goebel, der letztlich die Theater gegeneinander ausspielen wolle. Waitz, der auch Mitglied der Enquete-Kommission Kultur in Deutschland ist, entwarf Visionen für eine gesicherte Kulturfinanzierung und zelebrierte die Kulturpolitik der Bundes-FDP. Das alles klang ja ziemlich gut und vielleicht auch richtig, doch nach 25 Minuten interessierte es in der Stepel-Runde nur noch die Offiziellen, die in seiner unmittelbaren Nähe standen.
Und es kann auch nicht so ernst genommen werden, schließlich kann eine Partei, die weder im Stadtrat, im Kreistag, im Landtag noch im Bundestag einen Zipfel der wirklichen Macht in ihren politischen Händen hält, alles träumen. Die Liberalen vor Ort wissen, wie schwierig der finanzielle Spagat zwischen Pflichtaufgaben, sozialen Ausgaben und einem qualitativ hochwertigen Kulturengagement ist.
Obwohl letzteres vielleicht sogar als wichtig anzumahnen ist. Denn zwei Drittel der Deutschen haben kein Interesse an der klassischen Kultur wie Oper oder Schauspiel. Dies ergab das so genannte Kulturbarometer im Jahr 2005. Für viele sind eben solche Kürzel wie DSDS oder GZSZ eher der Mittelpunkt des Interesses. Das hängt wohl auch mit der immer weiter fortschreitenden Privatisierung in den elektronischen Medien zusammen. Aber gerade die Privatisierung ist doch einer der Götzen der Liberalen Politik in diesem deutschen Land.
Bleibt noch anzumerken, das Franka Hitzing, die stellvertretende Landesvorsitzende, heute Geburtstag feierte. Und es bleibt anzumerken, dass dieser FDP-Empfang zum Neue Jahr eine Tradition bleiben sollte. Wie sagt man so schön: Klein, aber fein.
Autor: nnzNicht deshalb waren Intendant Lars Tietje und sein Verwaltungschef Wolfgang Schwerdtfeger in den Stepel gekommen. Sie pflegen die Umgangskultur quer durch die Nordhäuser Parteienlandschaft seit Jahren. Doch das Theater stand nun mal im Mittelpunkt. Claus-Peter Rossberg, der FDP-Kreisvorsitzende blickte kulturvoll auf das Jahr 2006 zurück. Die FDP sei es gewesen, die einen Antrag zum Erhalt des Nordhäuser Theaters in den schweren Zeiten der Erfurter Finanzierungsentsagung eingebracht hatte. Und Rossberg freute sich denn auch, dass der Protest gegen die irrationalen Kürzungspläne des Goebel-Ressorts parteiübergreifend an Fläche und Intensität übergriff.
Der Gast des Nachmittags war denn auch ein Kulturpolitiker: Christoph Waitz, FDP-Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Ausschuss Kultur und Medien. Und Waitz, der seine fehlende Krawatte mit der Bekömmlichkeit der Gulaschsuppe des Stepel-Wirtes Martin Höfer entschuldigte, zensierte die Thüringer Kulturlandschaft. Ein finanzieller Kahlschlag schaffe immer mehr Probleme als er zu lösen scheine. Die Kritik richtete sich natürlich gegen Kultusminister Jens Goebel, der letztlich die Theater gegeneinander ausspielen wolle. Waitz, der auch Mitglied der Enquete-Kommission Kultur in Deutschland ist, entwarf Visionen für eine gesicherte Kulturfinanzierung und zelebrierte die Kulturpolitik der Bundes-FDP. Das alles klang ja ziemlich gut und vielleicht auch richtig, doch nach 25 Minuten interessierte es in der Stepel-Runde nur noch die Offiziellen, die in seiner unmittelbaren Nähe standen.
Und es kann auch nicht so ernst genommen werden, schließlich kann eine Partei, die weder im Stadtrat, im Kreistag, im Landtag noch im Bundestag einen Zipfel der wirklichen Macht in ihren politischen Händen hält, alles träumen. Die Liberalen vor Ort wissen, wie schwierig der finanzielle Spagat zwischen Pflichtaufgaben, sozialen Ausgaben und einem qualitativ hochwertigen Kulturengagement ist.
Obwohl letzteres vielleicht sogar als wichtig anzumahnen ist. Denn zwei Drittel der Deutschen haben kein Interesse an der klassischen Kultur wie Oper oder Schauspiel. Dies ergab das so genannte Kulturbarometer im Jahr 2005. Für viele sind eben solche Kürzel wie DSDS oder GZSZ eher der Mittelpunkt des Interesses. Das hängt wohl auch mit der immer weiter fortschreitenden Privatisierung in den elektronischen Medien zusammen. Aber gerade die Privatisierung ist doch einer der Götzen der Liberalen Politik in diesem deutschen Land.
Bleibt noch anzumerken, das Franka Hitzing, die stellvertretende Landesvorsitzende, heute Geburtstag feierte. Und es bleibt anzumerken, dass dieser FDP-Empfang zum Neue Jahr eine Tradition bleiben sollte. Wie sagt man so schön: Klein, aber fein.


