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Mi, 13:24 Uhr
10.01.2007

nnz-Betrachtung: Wie im Märchen

Nordhausen (nnz). Udo Hoffmann hat jetzt das sportliche Sagen bei der Ersten von Wacker. Der selbst erfahrene Trainer hat einen schweren Weg vor sich. In den nächsten Monaten muß er sortieren. So wie einst die Tauben in einem Grimmschen Märchen.


Es dreht sich mal wieder – das Personalkarussell bei Wacker Nordhausen. Vernünftigerweise haben es die Mannen im Präsidium angeschoben. Aus Mangel an Geld wird jedoch bei den Trainern rotiert. Eine personelle Grunderneuerung der Mannschaft hingegen scheint ebenso angebracht, sie ist teuerer. Da sind einige Spieler auszumachen, denen das Gekicke gegen Leinefelde oder Sonneberg für den Rest ihrer Karriere zu genügen scheint, die nach dem Grottenkick gegen Gotha nicht mal ein schlechtes Gewissen haben. Die Zuschauer spüren es: Kein Biß, kein Hunger, keine Motivation, kein Drang vielleicht einmal „groß rauszukommen“.

Ich erinnere mich da gern an die Zeit der Regionalliga, an einen Guido Gorges. Der kam als Nobody aus dem Eichsfeld, spielte im Regionalligateam von Wacker, machte gegen die 1860er aus München ein Tor und kickte ein Jahr später in der ersten Bundesliga. Der Junge wollte dorthin.

Zwischen Alter Weberei, ab und zu mal Training und den wochenendlichen Spielen, bei denen man sich von den Hardcore-Fans auch noch als Star feiern lassen kann – das reicht einigen Akteuren an der Parkallee. Mittelmaß als Endstation. Das sind die „Sportler“, die zu einem Auswärtsspiel nicht anreisen und dann vom Trainer aus dem Bett geholt werden müssen.

Mit dieser Einstellung kann man sich im unteren Mittelfeld der Thüringen-Liga vielleicht gerade noch so halten. In ein paar Jährchen wird das nicht mehr reichen. Dabei sollte doch der Blick der Kicker nach oben gehen, sie sollten dorthin schauen, wohin die Präsidialen und einige Sponsoren heute schon schauen, sie sollten dorthin schauen, wohin sich die Zuschauer diesen Verein wünschen – in die Oberliga.

Auf dem Weg dorthin müssen die Männer im Präsidium eine Art Aschenputtel-Märchen aufführen: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten... Es muß selektiert werden, am Ende der Saison wird diesmal nicht die Abrechnung nach Punkten im Mittelpunkt zu stehen haben, es wird die Abrechnung nach Willen und Motivation, auch nach Können kommen. Es wird sich die Spreu vom Weizen trennen – müssen.

Die Vorarbeit dorthin bleibt jetzt Udo Hoffmann vorbehalten. Der Mann hat eine exzellente Ausgangsposition. Er ist nicht angestellt, ist sozial abgesichert, die Treue und Sportliebe zu seinem Verein tragen ihn in den kommenden Monaten. Vielleicht ist Hoffmann eine Mischung aus Klaus-Dieter Koschlick und „Fritze“ Bohla? Sein Nachfolger muß da weitermachen, wo Hoffmann aktiv aufhören wird. Im Gespräch, so die Informationen der nnz, sind Trainer, deren Namen gut klingen, die auch schon mal als Wacker-Angestellte den heiligen Rasen des AKS betreten hatten.

Man wird, nein, man muß gespannt sein auf das, was in den kommenden Monaten passiert. Der Blick muß vorausgehen. Ob nun am Saisonende der 4. oder der 10. Tabellenplatz rauskommt, das ist eigentlich egal. Wichtig ist, daß nur noch die Guten im Töpfchen sind.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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