So, 14:40 Uhr
14.09.2025
Tag des offenen Denkmals
Alte Gemäuer fanden viele Besucher
Der Tag des offenen Denkmals wurde im Landkreis Nordhausen heute in Werna am Spiegel'schen Haus eröffnet. Das alte Gemäuer wurde vor dem Verfall gerettet, könnte aber immer noch gut als Kulisse für einen Gruselfilm dienen...
Ein alter, steinerner Kamin dominiert den Eingang, hinter einem dunklen Vorhang flackert Kerzenschein und erhellt gerade so die Reste der alten Pflegeanstalt für psychisch kranke Senioren, die zuletzt im "Spiegel'schen Haus" residierte. Reichlich düster, wären da nicht die Menschenmenge, die sich durch die alten Räume drängt - es ist schließlich Tag des offenen Denkmals und das alte Gemäuer in Werna bekommt man sonst so nicht zu sehen.
Das dass Haus tatsächlich als potentielle Filmkulisse gelistet ist, bestätigt heute morgen Gunnar Reuter, der Leiter der Service Gesellschaft des Landkreises. Auch "Geisterjäger" haben wohl schon einmal angefragt, ob sie sich einmal umsehen könnten.
Das man überhaupt noch hinein kann und nicht Wind und Wetter die Bausubstanz am alten Gutshaus weiter zerfressen, dafür konnte die Service Gesellschaft mit Geldern aus dem Nachlass der DDR-Parteiorganisationen sorgen. Aus rund 500.000 Euro dieser sogenannten "PMO Mittel" konnte man über Förderprogramme zum Städtebau knappe 1,7 Millionen Euro machen. Die sind bisher vor allem in die Erneuerung der Dachflächen und des Frontgiebels geflossen, der heute wieder fast so erstrahlt, wie es um 1660 der Fall gewesen sein wird, als das im 30jährigen Krieg niedergebrannte Rittergut zum Gutshaus umgebaut wurde.
"Unser Ehrenamtsprojekt" nennt Reuter das Spiegel'sche Haus, in dem es im übrigen keine reflektierenden Flächen gibt, der Name stammt vom einstigen Bauherren, dem Freiherrn Spiegel von Peckelsheim. Das Geld sei gut angelegt und am Ende auch so etwas wie Wirtschaftsförderung gewesen, erzählt Reuter am Rande der Eröffnung, bis auf eine Ausnahme stammte alle im Haus beschäftigten Gewerke - Dachdecker, Zimmerer und Maler - aus dem Landkreis.
Wollte man das Haus komplett auf Vordermann bringen, es bräuchte noch deutlich mehr Geld, meint Landrat Matthias Jendricke, der den Tag des offenen Denkmals offiziell eröffnete. Es müsse der Gesellschaft ein Anliegen sein, ihre Geschichte zu erhalten und da sei es ein wichtiger und richtiger Schritt gewesen, den eindrucksvollen Bau vor dem Verfall zu retten.
Auch in der Stadt Nordhausen konnte man heute wieder hinter die Kulissen des Denkmalschutzes blicken. Während in der ältesten "guten Stube" der Stadt Kaffee und Kuchen ausgeschenkt wurden und man wissenswertes zur Domstraße 12 erfahren konnte, stand das neugierige Publikum nur wenige Meter entfernt am Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg Schlange um einen Blick in die Tunnel werfen zu können. Auch in der Blasii-Kirche konnte man sich nicht über mangelnde Besucher beklagen, zu Orgelführung und Turmbesteigung war reichlich Volk zugegen.
Und noch ist der Denkmalstag nicht vorbei, eine Übersicht über die geöffneten Denkmäler in Stadt und Landkreis findet sich hier.
Angelo Glashagel
Autor: redEin alter, steinerner Kamin dominiert den Eingang, hinter einem dunklen Vorhang flackert Kerzenschein und erhellt gerade so die Reste der alten Pflegeanstalt für psychisch kranke Senioren, die zuletzt im "Spiegel'schen Haus" residierte. Reichlich düster, wären da nicht die Menschenmenge, die sich durch die alten Räume drängt - es ist schließlich Tag des offenen Denkmals und das alte Gemäuer in Werna bekommt man sonst so nicht zu sehen.
Das dass Haus tatsächlich als potentielle Filmkulisse gelistet ist, bestätigt heute morgen Gunnar Reuter, der Leiter der Service Gesellschaft des Landkreises. Auch "Geisterjäger" haben wohl schon einmal angefragt, ob sie sich einmal umsehen könnten.
Das man überhaupt noch hinein kann und nicht Wind und Wetter die Bausubstanz am alten Gutshaus weiter zerfressen, dafür konnte die Service Gesellschaft mit Geldern aus dem Nachlass der DDR-Parteiorganisationen sorgen. Aus rund 500.000 Euro dieser sogenannten "PMO Mittel" konnte man über Förderprogramme zum Städtebau knappe 1,7 Millionen Euro machen. Die sind bisher vor allem in die Erneuerung der Dachflächen und des Frontgiebels geflossen, der heute wieder fast so erstrahlt, wie es um 1660 der Fall gewesen sein wird, als das im 30jährigen Krieg niedergebrannte Rittergut zum Gutshaus umgebaut wurde.
"Unser Ehrenamtsprojekt" nennt Reuter das Spiegel'sche Haus, in dem es im übrigen keine reflektierenden Flächen gibt, der Name stammt vom einstigen Bauherren, dem Freiherrn Spiegel von Peckelsheim. Das Geld sei gut angelegt und am Ende auch so etwas wie Wirtschaftsförderung gewesen, erzählt Reuter am Rande der Eröffnung, bis auf eine Ausnahme stammte alle im Haus beschäftigten Gewerke - Dachdecker, Zimmerer und Maler - aus dem Landkreis.
Wollte man das Haus komplett auf Vordermann bringen, es bräuchte noch deutlich mehr Geld, meint Landrat Matthias Jendricke, der den Tag des offenen Denkmals offiziell eröffnete. Es müsse der Gesellschaft ein Anliegen sein, ihre Geschichte zu erhalten und da sei es ein wichtiger und richtiger Schritt gewesen, den eindrucksvollen Bau vor dem Verfall zu retten.
Auch in der Stadt Nordhausen konnte man heute wieder hinter die Kulissen des Denkmalschutzes blicken. Während in der ältesten "guten Stube" der Stadt Kaffee und Kuchen ausgeschenkt wurden und man wissenswertes zur Domstraße 12 erfahren konnte, stand das neugierige Publikum nur wenige Meter entfernt am Splitterschutzgraben aus dem 2. Weltkrieg Schlange um einen Blick in die Tunnel werfen zu können. Auch in der Blasii-Kirche konnte man sich nicht über mangelnde Besucher beklagen, zu Orgelführung und Turmbesteigung war reichlich Volk zugegen.
Und noch ist der Denkmalstag nicht vorbei, eine Übersicht über die geöffneten Denkmäler in Stadt und Landkreis findet sich hier.
Angelo Glashagel


























































