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So, 18:44 Uhr
31.08.2025
WINDRÄDER BEGLEITETEN LANDSENIOREN-FAHRT, DOCH:

Plötzlich waren sie weg

Große Erwartungen gingen dieser Reise voraus. Sie führte die Landseniorinnen und-senioren des Südharzes nach Cham in das gleichnamige Parkhotel im Bayerischen Wald. Bereits ab Abfahrt Nordhausen begleiteten sie uns: Windräder!

Herrlicher Bayrischer Wald (Foto: R. Frank) Herrlicher Bayrischer Wald (Foto: R. Frank)
In ungeahnter Zahl und in überragender Größe. Wohin das Auge auch blickte, sie umgaben uns ohne Unterlass. Leblose, Strom erzeugende „Wälder“. Daneben, so könnte der Betrachter schließen, peppen sie die weitgehend ausgeräumte Landschaft optisch auf. Nach Hof in Bayern angekommen, waren alle umgehend weg. Auch während unserer täglichen Touren durch den Bayerischen Wald, die bis nach Passau führten, sahen wir sie nicht.

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Stattdessen lachte das Auge, wenn es über die so anmutig gegliederte Landschaft mit den saftigen Wiesen, weidenden Pferden, Kühen und Schafen, grünenden Tälern, bewaldeten Bergen, lieblichen Häusern und sauberen Ortschaften schweifte. Der Freistaat Bayern bemühe sich rege, Natur und Schönheit der Landschaft zu erhalten und zu schützen, betonte der einheimische Reiseleiter. Der Tourismus floriere, spüle Geld in die kommunalen Kassen.

Die Idee, in einer so idyllischen Landschaft wie zwischen Auleben und Badra einen Windpark errichten zu wollen, käme in Bayern erst gar nicht auf die Tagesordnung. Hierzulande aber sind es derer nicht genug. In Bayern überlässt man durch Sturm und Borkenkäfer kahl gewordene Waldflächen entweder der Naturverjüngung oder es wird nachgepflanzt, bei uns auch – aber nicht nur mit Buchen, Lärchen, Ahorn oder Douglasien. Da stehen mitunter auch „Bäume“ ohne Blätter oder Nadeln, die den Naturwald noch um Längen überragen. Mich würde es nicht wundern, käme ein umtriebiges Unternehmen auf den Gedanken, in der Nähe des Hexenbesens bei Rothesütte als weitere Attraktion noch einen Koloss zu setzen.

Blick auf Passau (Foto: R. Frank) Blick auf Passau (Foto: R. Frank)
Ein gestandener Reiseführer sichert Nachhaltigkeiten. Der uns begleitende Mann hieß Franz Neumeier. Der gelernte Reiseverkehrskaufmann ist ausgebildeter Gäste-und Kulturführer und ehrenamtlicher Botschafter des Landkreises Cham. Der 82-Jährige erklärte die Regionalgeschichte, informierte über Geografie, Berge, Flüsse, Städte, Burgen, historische Bauwerke, Brauchtum, Mythen, Sagen und Legenden. Ein sprechendes Geschichtsbuch, das er vor fünf Jahren schließen wollte. Nichts da. Der Branche mangele es auch an Fachkräften. Franz machte auf Bitten weiter, ist sein eigener Herr, vermarktet sich selbst.
Glaswald (Foto: R. Frank)
Kleiner Arbersee (Foto: R. Frank)
Senioren auf Wanderschaft (Foto: R. Frank)
Franz führte uns unter anderem in die gläserne Stadt Zwiesel zur höchsten Kristallglas-Pyramide der Welt:8,06 Meter hoch, aufgetürmt mit 93665 Kristallgläsern mit einem Gesamtgewicht von 11,6 Tonnen (Bild). Ein stabil umhülltes Kunstwerk (Bild). Großer Arber, Verkostung in einer typischen Bärwurzerei, Passau (Stadtmotiv) und Arbersee, gläserner Wald – Langeweile kam nicht auf.

Die Umrundung des kleinen Abersees (Bild) setzte selbst für 85-Jährige ungeahnte Kräfte frei. Mutig stiegen sie über Stock und Stein. Für Otfried Pabst aus Hainrode, den ehemaligen hauptberuflichen Feuerwehrmann, der die 80 noch vor sich hat, war es nur ein Spaziergang. Schwieriger war es schon für Detlev Blankschäm, doch der 86-Jährige meisterte sie mit Bravour. Das Ehepaar Hartmut und Helga Kopf aus Nordhausen, Mitte der 80, motivierte und spornte sich gegenseitig an, kam unbeschadet auf der Zielgeraden an, stärkte sich danach auch im „Seehäusl“.

Marcus und Petra Auer führen als Familie das Parkhotel „Cham“. Kein Stern am Eingang. Minderwertig? Freundlich das Personal, flott die Bedienung. Der Koch versteht sein Handwerk, verwöhnt mit bayerischen und internationalen Gerichten. Die Zimmer überzeugen mit zweckgemäßer Ausstattung, verfügen über TV, Bad mit Dusche und WC. Spürbar aber der Personalmangel. Die angesetzten Balkone heben das Niveau. Ich hätte mir zudem eine Leseecke mit einer Lokalzeitung gewünscht. Die Gäste sind`s zufrieden.

Pyramide (Foto: R. Frank) Pyramide (Foto: R. Frank)
Warum dann kein Stern? Eine Neu-Zertifizierung wäre mit erheblich bürokratischen und finanziellen Aufwendungen verbunden, sagt Petra Auer. Dennoch sollte das Ehepaar den Schritt wagen. Ein Stern verpflichtet, will immer wieder erkämpft und verteidigt sein. Für das „Cham“ würde ich erneut wieder drei Sterne geben.

Ein Dankeschön an das Unternehmen Keitel, das die Fahrt organisierte. An Jochen Keitel, der am Steuer in so mancher Stadt Schwerstarbeit zu leisten hatte, an seine Ehefrau für die Bedienung der Gäste an Bord.
Kurt Frank
Autor: psg

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Kommentare
Elfie 20
01.09.2025, 01:39 Uhr
Welches Bundesland
Ja, es kommt immer darauf an, welche Partei ein Bundesland regiert. Das sieht man deutlich bei uns, die letzten Jahre Rot Grün. Der Strompreis ist bei uns auch höher wie in Bayern. Dank Rot Grün. Die CSU denkt an seine Bürger und die CDU in Thüringen?
mabe39
01.09.2025, 09:56 Uhr
Windräder in Bayern
Wer nicht mit 200 und mehr und auch mal auf anderen Straßen durch Bayern mit offenen Augen unterwegs ist kann dies bestätigen.
Auch in Baden Württemberg ist es ähnlich und da regiert ein Grüner
Ich sag immer den richtigen Umschlag mit den richtigen Inhalt auf den richtigen Tisch kann viel bewegen
diskobolos
01.09.2025, 10:38 Uhr
Ja, die Bayern,
sind bezüglich der Energie Schmarotzer bei den Nordländern. Für alle BL wäre das natürlich nicht möglich.

Was die Strompreise betrifft, regiert ja jetzt eine CDU-Wirtschaftsministerin. Die wird sicherlich dafür sorgen, dass es für die Thüringen bald günstiger wird als für Bayern. Man wird ja mal träumen dürfen . . .
Dotti
01.09.2025, 11:21 Uhr
Ja so einfach ist das
Herr Söder lehnt es kategorisch ab sein Land mit Windrädern zu verschandeln. Dafür fordert er dreist, die im Norden können uns ja den Strom liefern, dort sind die Landschaften ja nicht so schön! Dafür müssen wir ausserdem aufwendige Stromtrassen durch unsere Länder ertragen. Dann ist es kein Wunder, dass solche Artikel geschrieben werden, die das noch bewundern, dass Bayern so Windenergiefrei ist.
Kobold2
01.09.2025, 11:22 Uhr
Hatten wir doch schon häufig....
Windräder sind nun mal an geeignete Standorte gebunden, um effizient zu arbeiten.
Weiter südlich sind die Windbedingungen nun mal schlechter. Im regionalen Rundfunk kommt dort eine Wettervorhersage mit 3bft schon wie eine Sturmwarnung rüber. Hier ist das eher Alltag. Die Anzahl der Windräder nimmt auch schon in Thüringen in Richtung Süden sichtbar ab und in Bayern sind sie auch nicht weg, sondern deutlich weniger.
Aber vielleicht hätte der Autor auch mal seinen Blick vom bayrischen Himmel nehmen sollen, denn am Boden sieht man viele Autobahnkilometer dafür mit installierten PV Anlagen. Welchen Eindruck hinterließ denn der Anblick von Isar2 in der schönen bayrischen Landschaft bei der Fahrt über die A92? Ich finde das Ding gruselig.
P.Burkhardt
01.09.2025, 11:25 Uhr
ich darf sicher der gefühlten Wahrheit...
...ein paar Fakten gegenüberstellen ?

Anzahl der WKA (onshore) pro Bundesland:

Niedersachsen: 6.363
Brandenburg: 3.872
NRW: 3.637
Schleswig-Holstein: 3.154
Sachsen-Anhalt: 2.883
Meck.-Pomm.: 1.934
Rheinland-Pfalz: 1.812
Bayern: 1.246
Hessen: 1.153
Thüringen: 878
BW: 828
Saarland: 406

Die Anzahl der WKA in Thüringen kann es danach also nicht sein, die hier soviel Unmut auslöst. Da Bayern jedoch deutlich größer ist als Thüringen, entscheidet wohl eher die Dichte der WKA über die Wahrnehmung.... und tatsächlich: in Bayern gibt es etwa 0,02 WKA pro Quadratkilometer, in Thüringen 0,05. Die höchste Dichte bei den Flächenländern hat übrigens Schleswig-Holstein mit 0,20 WKA pro Quadratkilometer.

Da die WKA ja aber nicht flächendeckend über das ganze Land verteilt sind, ist die Dichte auch irgendwie die falsche Zahl. Man stelle sich vor, die 1200 WKA in Bayern stünden alle in einem Windpark - dann fährt man durch den Rest des Landes und stellt fest: Es gibt in Bayern keine WKA... so einfach, wie der Artikel suggeriert, kann man die Dinge also nicht sehen - auch wenn ich mich damit wieder mal unbeliebt mache.

...und eigentlich ging es doch um eine Seniorinnen- und Senioren-Reise (...konnte nicht anders 😂), oder ? Toll, das die Landseniorinnen und Landsenioren diese so unternehmen konnten. Es ist wirklich eine schöne Ecke, sehens- und erlebenswert.
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