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Mi, 07:12 Uhr
13.12.2006

Die Front wird breiter

Nordhausen (nnz). Gestern meldete die Nachrichtenagentur dpa, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband habe in der Debatte um ein Rauchverbot in Deutschland eine Selbstverpflichtung der Gastwirte angeboten. Er hatte wohl nicht mit dem BHG gerechnet. Dazu nnz.


"Der Föderalismus tobt nicht nur in der Politik", sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges dem „Tagesspiegel“. Es sei aber nicht Aufgabe eines Wirtschaftsverbandes, gesetzliche Reglementierungen mit Verboten einzufordern.

Hintergrund ist die Tatsache, dass sich der Vorstand des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes e.V. (BHG) für ein generelles Rauchverbot ausgesprochen hat. Auf seiner gestrigenTagung hat das Gremium folgenden Grundsatzbeschluss gefasst: "Auf Grund einer zunehmenden Befürwortung einer einheitlichen Regelung bei den Gastwirten und einer offensichtlich in der Öffentlichkeit immer stärker werdenden Befürwortung eines generellen Rauchverbotes in allen öffentlichen Räumen, fordert der BHG ein generelles Rauchverbot.

Ausschlaggebend für den Richtungswechsel hin zu der Forderung nach einem generellen Rauchverbot in der Gastronomie seien mehrere Faktoren gewesen, erläutert BHG-Präsident Siegfried Gallus und ergänzt: "Der Ruf seitens der Gäste - letztlich unserer Arbeitgeber - nach einem deutlich größeren Angebot für Nichtraucher wird täglich lauter."

Gallus betonte, man wollte ein Zeichen für die heute geplante Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzen. Die Gäste verlangten einen besseren Schutz der Nichtraucher, stellte Gallus fest. Die Wirte wiederum wollten eindeutige Regelungen, die aber letztlich nur durch ein generelles Rauchverbot zu erreichen seien.

Interessant ist dabei, dass die Koalition zunächst gerade auf Drängen Bayerns im Bund neben Kneipen und Bars auch Bierzelte von Rauchverboten ausgenommen sehen wollte. Die Abgrenzung wäre aber unklar und würde neue Diskussionen verursachen, heißt es nun. Außerdem werde die dann bevorteilte Gastronomie in Zelten und Vereinsheimen zunehmend zum Problem.

Anders als sein zweitgrößter Mitgliedsverband drängt der Dehoga beim Thema Nichtraucherschutz auf freiwillige Lösungen und warnt vor wirtschaftlichen Einbußen durch Rauchverbote. Dazu meint nun Gallus: "Lief das Erfüllen unserer freiwilligen Selbstverpflichtung anfangs sehr gut an, bemerkt man zunehmend, dass die Betriebe abwartend reagieren. Mittlerweile befürworten sogar viele Gastronomen eine klare, eindeutige Regelung. Und diese Eindeutigkeit kann letzten Endes nur durch ein generelles Rauchverbot erreicht werden, da es hier nicht zu Diskussionen führen kann, was ist (noch) ein Bierzelt, was eine Speise- und was eine Schankwirtschaft" erläutert der BHG-Präsident und fügt abschließend hinzu: "Selbstverständlich muss aus Gründen der Chancengleichheit diese Regelung dann aber für alle Feiern und Veranstaltungen gelten, die einen öffentlichen Charakter aufweisen, gleich ob Sie in der Gastronomie, in Vereinsheimen und Feuerwehrhäusern oder sonst wo abgehalten werden".

Unterstützung erhält der BHG durch die deutsche Ärzteschaft: Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe hat Bundesregierung und Länder aufgefordert, eine einheitliche Linie für ein generelles Rauchverbot zu finden. „Es wäre doch geradezu aberwitzig, wenn wir unterschiedliche Regelungen in den Ländern bekommen würden", sagte Hoppe der "Berliner Zeitung" (Mittwochausgabe). "Der Nichtraucherschutz ist eine gesamtstaatliche Aufgabe und kein föderales Experimentierfeld." Besonders die rund eine Million Mitarbeiter in der Gastronomie seien vom Passivrauch betroffen, sagte Hoppe. "Schon geringe Mengen des krebserregenden Tabakqualms bergen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko."
Autor: js

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