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Sa, 15:01 Uhr
09.12.2006

Gute Ausbildung mit Siegen belohnt

Nordhausen/Erfurt (nnz). Mit insgesamt 12 Platzierungen bei den Bundesleistungswettbewerben der Handwerksjugend zeigte sich der Thüringer Handwerksnachwuchs in hervorragender Form. Mit vier 1. Plätzen, sechs 2. Plätzen und zwei 3. Plätzen bei den Bundeswettkämpfen unterstreichen die jungen Gesellinnen und Gesellen das hohe Niveau der handwerklichen Ausbildung im Freistaat. Weitere Einzelheiten mit einem einzigen Klick.


In 25 Berufen ist die Thüringer Handwerksjugend beim Praktischen Leistungswettbewerb auf Landesebene angetreten. 39 mal konnten Kammer- und Landessiege vergeben werden. Zu den Wettbewerbs-Berufen gehörten unter anderem Augenoptiker, Bodenleger, Büchsenmacher, Dachdecker, Fleischer, Bürokauffrau, Straßenbauer, Tischler, Friseur, Keramiker, Parkettleger und Kfz-Mechaniker. Erste Bundessiege wurden im Büchsenmacherhandwerk, Dachdeckerhandwerk und Keramikerhandwerk gefeiert. Katharina Lenz holte sich gleich zwei Titel, einmal den Bundessieg bei den Keramikern und dazu auch den ersten Platz beim Wettbewerb „Die gute Form“.


Sieger sollen Leistungsträger werden
„Auf diese Menschen können Sie bauen“. In Anlehnung an einen bekannten Werbeslogan unterstrich der Präsident des Thüringer Handwerkstages, Rolf Ostermann, die hervorragenden Leistungen der Sieger. Sie hätten bewiesen, dass sie über Talent, Einsatzbereitschaft, Willen und Ausdauer verfügen. Diese Tugenden sollten sie auch künftig nutzen, um im Handwerk zu Leistungsträgern zu werden, forderte er die jungen Gesellen auf.

Die hervorragenden Leistungen der Thüringer zeigten, dass eine gute Ausbildung nicht in erster Linie eine Frage der Masse sondern der individuellen Klasse sei. Hierin schloss Ostermann sowohl die individuellen Leistungen der Jugendlichen ebenso ein wie die Leistungen und das Engagement der Ausbildungsbetriebe.

Trotz der sehr guten Ergebnisse auf Bundesebene ist der Thüringer Handwerkstag mit dem diesjährigen Leistungswettbewerbs nicht voll zufrieden. Die geringe Anzahl an Berufen und die sinkende Teilnehmerzahl machen dem Handwerk Sorgen. Ursachen seien zum einen die sinkenden Ausbildungszahlen im Handwerk, die mit der konjunkturell schwierigen Situation des Handwerks in den letzten Jahren zusammenhänge, erklärte Ostermann.

Als weiteren Grund sieht der THT-Präsident jedoch die sinkenden Leistungen und geringe Motivation vieler Schulabgänger. Er forderte erneut einen „Pakt für Bildung“ in Thüringen. Schule und Wirtschaft gemeinsam sollten gemeinsam Schritte überlegen, um die Schüler besser auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten. Gute Projekte sollten langfristig fortgeführt werden.

Ziel des Handwerks muss laut Ostermann dreierlei bleiben: die Zahl der Ausbildungsbetriebe steigern, die Qualität der Ausbildung auf hohem Niveau erhalten und die Attraktivität handwerklicher Berufe stärker in das Bewusstsein der Jugend rücken.

PLW – Deutschlands größter Berufswettbewerb
Heute wurden alle Sieger der Wettbewerbe auf Kammer-, Landes- und Bundesebene sowie die Ausbildungsbetriebe vom Thüringer Handwerkstag und dem Thüringer Kultusministerium ausgezeichnet. Ehrengast und Festredner war Thüringens Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel.

Der Praktische Leistungswettbewerb der Handwerksjugend (PLW) ist der größte Berufswettbewerb Deutschlands und alljährlich Gradmesser für die Leistungen in der handwerklichen Ausbildung. Und die kann sich nicht nur im Thüringenvergleich, sondern auch darüber hinaus sehen lassen. Bundesssieger und erfolgreiche Teilnehmer an Weltmeisterschaften kommen seit Jahren regelmäßig aus dem Freistaat.

Mit dem Wettbewerb wird aber nicht allein Werbung für handwerkliche Ausbildung betrieben. Der Praktische Leistungswettbewerb ist zudem eine Möglichkeit der Förderung begabter Lehrlinge und Gesellen. Bereits im Rahmen der Wettbewerbsvorbereitung erhalten die jungen Leute tiefere Einblicke in ihre Berufe als es Ausbildung und Arbeitsalltag zulassen. In einigen Handwerken werden sogar spezielle Workshops organisiert, um die Wettbewerbsteilnehmer auf ihren Start vorzubereiten.

Die Kammer- und Landessieger können außerdem in die Begabtenförderung des Bundes aufgenommen werden. Mit dieser Förderung werden berufliche und persönliche Fortbildungen unterstützt. Viele nutzen diese Möglichkeiten, um sich beispielsweise auf die Meisterprüfung vorzubereiten oder Auslandspraktika zu finanzieren.

Teilnahmeberechtigt am Praktischen Leistungswettbewerb sind Junghandwerker aus allen handwerklichen Berufsgruppen, die zum Zeitpunkt der Gesellen- oder Abschlussprüfung das 23. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Ihre Prüfung muss mindestens mit der Note „gut“ bewertet worden sein.

Die Wettbewerbe auf Kammer- und Landesebene werden vom Land Thüringen gefördert.

Die Thüringer Sieger auf Bundesebene

1. Bundessieger:

Büchsenmacher:
Michael Roick aus Vachdorf - Ausbildungsbetrieb: Berufsfachschule für Büchsenmacher und Graveure, Suhl

Dachdecker:
Amadeus Höhn aus Lauscha - Ausbildungsbetrieb: Dachdeckermeister Höhn, Lauscha

Keramiker:
Katharina Lenz aus Oberellen - Ausbildungsbetrieb: Möbisburger Töpfermühle Ute Kummer, Erfurt

1. Bundessieg im Wettbewerb „Die gute Form“: Katharina Lenz


2. Bundessieger:

Augenoptiker:
Maik Bulle aus Altenfeld - Ausbildungsbetrieb: Fielmann AG & Co, Ilmenau

Friseur:
Aileen Rudolph aus Gräfenroda - Ausbildungsbetrieb: Salon Pia Schmermer, Gräfenroda

Kraftfahrzeugelektriker:
Daniel Hinz aus Ohrdruf - Ausbildungsbetrieb: Autohaus Gotha GmbH, Gotha

Kraftfahrzeugmechaniker:
Matthias Julke aus Ronneburg - Ausbildungsbetrieb: Autohaus Kretter GmbH, Gera

Parkettleger:
David Messerschmidt aus Heßles - Ausbildungsbetrieb: Fa. Messerschmidt, Heßles

Straßenbauer:
Jörg Trautmann aus Nikolausrieth - Ausbildungsbetrieb: Gustav Utsch Tiefbau, Artern


3. Bundessieger:

Fleischer:
Alexander Wiebicke aus Großschwabhausen - Ausbildungsbetrieb: Fleischerei Blässe, Weimar

Mediengestalter für Digital- und Printmedien:
Anja Traute aus Erfurt - Ausbildungsbetrieb: Liebeskind-Druck GmbH, Apolda
Autor: nnz

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