Di, 16:27 Uhr
05.12.2006
Netz für Bergfried
Nordhausen (nnz). Wieder einmal geht es hinauf zur Ebersburg, die wegen ihres unverfälschten romanischen Baustils großes Interesse insbesondere auch bei Denkmalschützern genießt. Von Neuigkeiten berichtet Heidelore Kneffel für die nnz.
So eine ursprüngliche Burganlage ist selten geworden in unseren Landen, an den meisten wurde in den Jahrhunderten verändernd gebaut. Der Thüringer Landgraf Hermann I. ließ die Burg in seiner Regierungszeit um 1190 errichten gegen die Grafengeschlechter des Südharzes und wegen der Freien Reichsstadt Nordhausen, die in seiner Begehrlichkeit lag. Er war der Schwiegervaters der aus Ungarn stammenden Elisabeth, der heilig gesprochenen, deren 800. Geburtstag man in Thüringen und darüber hinaus 2007/2008 auf vielfältige Weise begeht.
Es ist ein gutes Omen, dass ein Bauwerk aus ihrer Lebenszeit im Landkreis Nordhausen just in diesem Gedenkzeitraum geschützt wird, um es zu erhalten. Was erwartet den Wanderer, der über das braunschimmernde Laub zu seinen Füßen den Weg hinan nimmt inmitten graugrün schimmernder säulengleicher Buchenstämme?
Zwei kletterkundige Männer der mit der Sicherung beauftragten Bennert-Gruppe sind damit beschäftigt, den Bergfried durch mehrere verzinkte Stahlnetze, die durch Stahlseile miteinander verbunden werden, zu ummanteln. Damit die Stabilität der Netzkonstruktion gewährleistet ist, werden in Abständen von zwei Metern weitere Stahlseile um die Rundung gewunden. So wird verhindert, das Steine, die in letzter Zeit verstärkt vom Turm herabfielen, jemanden verletzen können. Die Sicherheitslage auf der Burgruine wird also deutlich verbessert.
Oben auf der Mauerkrone unter den Stahlnetzen liegen besondere Plastikplanen. Die untere ist schwarz, damit kein Licht hindurch gelangt, denn es soll kein neuer üppiger Strauch –und Baumwuchs dort oben wachsen, nachdem man den alten entfernt hat. Damit die mit der Arbeit betrauten Experten sicher auf den Bergfried gelangen können, wurde inmitten des imposanten Turmes ein Gerüst errichtet, von dem man auch den Zustand des Bauwerkes im Inneren genauer analysieren kann.
Um die Lage vor Ort genau einzuschätzen und das Vorgehen im Detail zu besprechen, trafen sich die für die Ausführungen Verantwortlichen mit Prof. Bennert am Turm. Das sind Vorstandsmitglieder vom Verein für lebendiges Mittelalter, ein Mitarbeiter der für Bauvorhaben zuständigen Abteilung im Landratsamt und das verantwortliche Ingenieurbüro aus Bleicherode. Von dem zügigen Tempo der Arbeiten war man sehr angetan.
Dabei wurde auch bekannt gegeben, dass im Dezember ein großformatiger Denkmalkalender erscheint, in dem ein Blatt der Ebersburg gewidmet ist. Nehmen wir das für ein gutes Zeichen für den Erhalt dieses mittelalterlichen Bauwerkes!
Heidelore Kneffel
Autor: nnzSo eine ursprüngliche Burganlage ist selten geworden in unseren Landen, an den meisten wurde in den Jahrhunderten verändernd gebaut. Der Thüringer Landgraf Hermann I. ließ die Burg in seiner Regierungszeit um 1190 errichten gegen die Grafengeschlechter des Südharzes und wegen der Freien Reichsstadt Nordhausen, die in seiner Begehrlichkeit lag. Er war der Schwiegervaters der aus Ungarn stammenden Elisabeth, der heilig gesprochenen, deren 800. Geburtstag man in Thüringen und darüber hinaus 2007/2008 auf vielfältige Weise begeht.
Es ist ein gutes Omen, dass ein Bauwerk aus ihrer Lebenszeit im Landkreis Nordhausen just in diesem Gedenkzeitraum geschützt wird, um es zu erhalten. Was erwartet den Wanderer, der über das braunschimmernde Laub zu seinen Füßen den Weg hinan nimmt inmitten graugrün schimmernder säulengleicher Buchenstämme?
Zwei kletterkundige Männer der mit der Sicherung beauftragten Bennert-Gruppe sind damit beschäftigt, den Bergfried durch mehrere verzinkte Stahlnetze, die durch Stahlseile miteinander verbunden werden, zu ummanteln. Damit die Stabilität der Netzkonstruktion gewährleistet ist, werden in Abständen von zwei Metern weitere Stahlseile um die Rundung gewunden. So wird verhindert, das Steine, die in letzter Zeit verstärkt vom Turm herabfielen, jemanden verletzen können. Die Sicherheitslage auf der Burgruine wird also deutlich verbessert.
Oben auf der Mauerkrone unter den Stahlnetzen liegen besondere Plastikplanen. Die untere ist schwarz, damit kein Licht hindurch gelangt, denn es soll kein neuer üppiger Strauch –und Baumwuchs dort oben wachsen, nachdem man den alten entfernt hat. Damit die mit der Arbeit betrauten Experten sicher auf den Bergfried gelangen können, wurde inmitten des imposanten Turmes ein Gerüst errichtet, von dem man auch den Zustand des Bauwerkes im Inneren genauer analysieren kann.
Um die Lage vor Ort genau einzuschätzen und das Vorgehen im Detail zu besprechen, trafen sich die für die Ausführungen Verantwortlichen mit Prof. Bennert am Turm. Das sind Vorstandsmitglieder vom Verein für lebendiges Mittelalter, ein Mitarbeiter der für Bauvorhaben zuständigen Abteilung im Landratsamt und das verantwortliche Ingenieurbüro aus Bleicherode. Von dem zügigen Tempo der Arbeiten war man sehr angetan.
Dabei wurde auch bekannt gegeben, dass im Dezember ein großformatiger Denkmalkalender erscheint, in dem ein Blatt der Ebersburg gewidmet ist. Nehmen wir das für ein gutes Zeichen für den Erhalt dieses mittelalterlichen Bauwerkes!
Heidelore Kneffel

