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Mo, 12:56 Uhr
14.01.2002

Personelle Parteischwäche im Landkreis

Nordhausen (nnz). Das Küren der Kandidaten für den Bundestagswahlkampf hat nun auch im Wahlkreis 190 begonnen. Personen aus dem Landkreis Nordhausen spielen da jedoch keine Rolle. Dazu folgende nnz-Betrachtung.


Manfred Grund Ob nun CDU oder SPD, PDS oder FDP ­- es wird auch für diesen Bundestagswahlkampf keinen Kandidaten aus dem Landkreis Nordhausen geben. Mit Manfred Grund haben die Christdemokraten gerade einen gestandenen Mann erneut in das Kandidatenamt gehoben. Ziemlich eindeutig war das Sollstedter Resultat. An einen Eichsfelder haben sich die Mitglieder und das Wahlvolk mittlerweile gewöhnt. Seit 1990 und vielleicht bis in alle Ewigkeit wird es so bleiben. Haben im Landkreis Nordhausen 652 Frauen und Männer das CDU-Parteibuch in der Tasche oder Schublade, so sind es im Landkreis Eichsfeld 1.842. Allein aus dieser Tatsache heraus ist ein eigener Kandidat eher dem christlichen Wunschdenken in unserer Region zuzurechnen. Auch wenn Kreisgeschäftsführer Maik Schröter nach der Stoiber-Kandidatur schon wieder eine Neuaufnahme vermelden konnte.

Gerhard Jüttemann Eine Eichsfelder Dominanz ist auch bei der PDS auszumachen. Hier wird Gerhard Jüttemann klar und eindeutig das Rennen machen. Die Nordhäuser Sozialisten werden am 26. Januar auf ihrem Kreisparteitag wohl auch kaum einen Versuch unternehmen, um einen Menschen gegen Jüttemann antreten zu lassen. Dabei ist der Katholik und Bergmann wohl doch noch einen Tick näher dran an den Menschen in dieser Region als es seine Vorgängerin Dr. Fischer aus Südthüringen war.

Eckhard Ohl Noch desaströser zeichnet sich derzeit das personelle Bild der zweiten großen Volkspartei, der SPD, ab. Die Sozis fanden weder im Landkreis Nordhausen, noch im benachbarten Eichsfeld einen passenden Mann oder eine passende Frau. Vermutlich scheint der eventuelle Job in Berlin so wenig lukrativ oder so wenig realistisch, dass dafür jemand seinen Namen hergeben will. Da muß es dann der ehrenamtliche Bürgermeister aus Schlotheim, Eckhard Ohl, richten. Der hat jetzt schon als „Betreuer“ seine Zelte in der „Nr. 190“ aufgeschlagen. Nicht ohne heimatliches Murren. Im Unstrut-Hainich-Kreis plagen die Sozialdemokraten mehrheitliche Ängste, Ohl sein Schirm könne die ersten Löcher bekommen. Wie lange der Ziehvater des dortigen Landrates diesen Spagat zwischen der Heimat- und der Wahlfront aushalten kann, das bleibt abzuwarten. Ziemlich sicher ist, dass Eckhard Ohl, der so ganz nebenbei noch als Kreisvorsitzender seiner Partei fungiert, wieder in den Bundestag einziehen wird. Ziemlich sicher nicht als Direktkandidat, aber ein guter Listenplatz scheint ihm doch sicher. Aber auch das ist Fakt: Ein Ohl ist immer noch besser als seine Vorgängerin als Kandidatin, die jetzt für die große Politik in Europa zuständig ist.

Andreas Kniepert Bleibt die Thüringer Skandalpartei Nr.1 -­ die FDP. Die bringt auch keinen eigenen Kandidaten aus dem Landkreis Nordhausen auf die Reihe, die bringt auch keinen aus dem benachbarten Eichsfeld, nicht mal aus Nordthüringen. Ihren Wahlkreis hat sich Landeschef Andreas Kniepert persönlich ausgeguckt. Vermutlich, so der Thüringer Oberliberale, kennt man in der Politprovinz nicht die wundersamen Vorgänge in der FDP-Führungsetage. Sie an dieser Stelle zu erwähnen, wäre bloße Zeichenverschwendung, selbst im Internet.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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