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Fr, 07:23 Uhr
11.01.2002

nnz-Rückspiegel: 11. Januar 2001

Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden.


Sundhäuser Vorschlag wurde von SPD-Spitze abgelehnt
Nach ersten Beratungen der Spitze der SPD-Kreistagsfraktion wird es mit den Sozialdemokraten keinen zusätzlichen Dezernenten in der Kreisverwaltung geben. Damit ist dieses Thema, das die Fraktionsvorsitzenden in Sundhausen besprochen hatten, für die SPD-Fraktion quasi vom Tisch (nnz berichtete). Die SPD will nach nnz-Informationen nicht das Gesicht verlieren, nur um der CDU ihr Ego zu stärken und ihr den Zugang zu einem Dezernenten zu ermöglichen. Man wird daher bei der geplanten Struktur von zwei hauptamtlichen Beigeordneten bleiben. Der Vorschlag von Sundhausen (zwei Beigeordnete und zusätzlich ein Dezernent) ist für die SPD aus deshalb nicht akzeptabel, weil den Menschen im Landkreis nicht klar zu machen sei, daß die Personalkosten um des politischen Friedens Willen um rund 90.000 Mark nach oben geschraubt werden sollen. Spätestens an dieser Stelle werde selbst Kommunalpolitik unglaubwürdig, argumentieren die Sozialdemokraten.Um der PDS als politischem Partner den Rücken zu stärken, werden die Sozialdemokraten für den nächsten Kreistag am 13. Februar einen Beschlußentwurf einbringen. Damit soll der Landrat beauftragt werden, die Stelle für den zweiten hauptamtlichen Beigeordneten unverzüglich auszuschreiben. Noch im vergangenen Jahr hatte Landrat Joachim Claus (CDU) vor dem Kreistag demonstrativ angekündigt, daß er zuerst die Entscheidung (Ersatzvornahme) des Landesverwaltungsamtes Weimar abwarten und dann beide Stellen gemeinsam ausschrieben werde. Der Schritt zur Neuausschreibung für die PDS-Kandidatin Loni Grünwald scheint Beobachtern wiederum dringend angeraten, da nicht abzusehen ist, wie lange die PDS noch bei der Stange zu halten sei und welche Angebote aus dem christdemokratischen Lager in Richtung PDS-Fraktion noch kommen könnten.

Die werde die PDS jedoch ablehnen, stellte Klaus Hummitzsch gegenüber nnz klar. Für die Sozialisten stehe der hauptamtliche PDS-Beigeordnete im Vordergrund, dafür sei man auch bereit, Kompromisse einzugehen, wie zum Beispiel das Ergebnis des Sundhäuser Gesprächs. Hummitzsch warnt an dieser Stelle davor, daß es nicht klug sei, noch viel Zeit ins Land gehen zu lassen. Dann würde der Bundestagswahlkampf unweigerlich seine ersten Spuren auch im Landkreis hinterlassen. Deshalb steht der PDS-Frontmann auch dem Ansinnen der schnellen Ausschreibung für einen zweiten Beigeordneten skeptisch gegenüber. Der Landrat werde einen solchen Beschluß nicht umsetzen, langwierige Klagen und Dienstaufsichtsbeschwerden würden die Folge sein. Generell werde die PDS den mit der SPD eingeschlagenen Weg fortsetzen, eine andere Variante wäre letztlich auch der Basis nicht vermittelbar.


Soll Mitgliederversammlung der UAN wiederholt werden?
Beim heutigen Neujahrsempfang von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) werden nicht nur Bilanz gezogen und Ausblicke gegeben. Es wird ein Mann im Mittelpunkt stehen, der für die Umweltarbeit im Landkreis Nordhausen sehr viel geleistet hat: Prof. Horsch! Seit Ende des vergangenen Jahres hat sich Horsch von der Umweltakademie Nordthüringen (UAN) verabschiedet. Für ihn, der jahrelang „seine Akademie“ geleitet und ihr einen auch international angesehenen Namen verschafft hat, ist der heutige Abend der erste offizielle Abschied aus Nordhausen.

Einen Nachfolger für Prof. Horsch gibt es bislang nicht, wohl aber einen „Übergangs“-Geschäftsführer. Für einige Vereinsmitglieder ist es bis heute rätselhaft, wie die Nachfolgeschaft in der UAN geregelt werden soll? Eine Ausschreibung scheint es noch nicht zu geben, obwohl für ein fünfstelliges Gehalt doch einige exponierte Fachleute an den Rand des Südharzes gelockt werden könnten. Dafür beschäftigt sich die Führung der UAN immer noch mit Varianten, um den Beschluß der Mitgliederversammlung vom Dezember zu kippen. Damals wurde der vom Vorstand favorisierte Umzug von Nordhausen nach Leinefelde mehrheitlich abgelehnt. Sowohl von Mitarbeitern als auch von Vereinsmitglieder wird nun gemutmaßt, daß sich die „Leinefelde-Connection“ auf einen klugen Schachzug besinnt. Demnächst soll eine weitere Mitgliederversammlung einberufen werden, dann aber in Leinefelde. Und da müßte es doch selbst im Eichsfeld mit dem Teufel zugehen, wenn sich da nicht die erforderlichen Mehrheiten für einen lange geplanten Umzug finden ließen. Dieses Ansinnen stößt bei vielen Mitgliedern auf Ablehnung, weil so - schlicht aber ergreifend - demokratisch gefaßte Mehrheiten ausgehebelt werden sollen. Die UAN ist jetzt erst einmal aus ihrem repräsentativen Standort, dem BIC Nordthüringen, ausgezogen, momentan ist das Quartier im Nordhäuser Landratsamt aufgeschlagen. In Nordhäuser Umweltgefilden wartet man indes noch sehnlichst auf die Protokolle der zurückliegenden Mitgliederversammlungen und Vorstandssitzungen. Vor allem das protokollierte Abstimmungsverhalten sei interessant, erfuhr nnz.


Nordhäuser Transport ist in Weißrußland angekommen
Rund 1.200 Kilometer liegen hinter den Fahrern des 10. Nordhäuser Hilfstransports nach Weißrußland. In wenigen Stunden sollen die zwei 40-Tonner in Gomel eintreffen. Doch für Dietmar Zänker, Harald Schäfer, Heinrich Wolf, Günter Meinecke vom Berufsbildungszentrum für den Straßenverkehr (BBZ) müssen dann noch viele Formalitäten erledigt werden. In diesem Jahr werden die Mitarbeiter des BBZ von Jürgen Bente vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat sowie von Frank Levin aus Nordhausen unterstützt. In den kommenden Tagen wird die wertvolle Fracht entladen und schließlich verteilt. In diesem Jahr gingen rund 20 Tonnen Hilfsgüter auf den Weg nach Gomel, vor allem Medikamente, Lebensmittel und Bekleidung. Organisiert und vorbereitet wurde der diesjährige Transport in bewährter Weise von der Nordhäuser Dritte-Welt-Initiative, der Johanniter-Unfallhilfe und dem BBZ, so Olaf Salomon vom BBZ zur nnz. Am Montag heißt es dann in Gomel Abschied nehmen, erneut liegen mehr als 1.000 Kilometer vor den Fahrern und ihren Helfern. Der Transport wird am Mittwoch wieder in Nordhausen erwartet.


Bewährungsstrafe wegen fahrlässiger Tötung verhängt
Wegen fahrlässiger Tötung hat das Schöffengericht am Amtsgericht Nordhausen einen 28 Jahre alten Mann aus Sondershausen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt. Die Strafe wurde allerdings zur Bewährung ausgesetzt. Der gelernte Maurer war im Juni vergangenen Jahres zwischen Nordhausen und Sondershausen unterwegs, als er in einem Überholverbot überholte und mit einem entgegenkommenden Auto zusammenstieß. Dabei wurde die Fahrerin aus dem Landkreis Nordhausen getötet. Der Mann wollte zu seiner Freundin nach Nordhausen und fuhr mit dem Mitsubishi Galant seines Vater. Der Verurteilte mißachtete nicht nur das Überholverbot, sondern fuhr auch wesentlich zu schnell. Das Gericht ordnete außerdem eine dreijährige Führerscheinsperre an, weiterhin muß der Sondershäuser 3.000 Mark an die Hinterbliebenen zahlen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.
Autor: nnz

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