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So, 11:36 Uhr
12.11.2006

Das Leid der Elefanten

Nordhausen (nnz). Obwohl der Handel mit Elfenbein seit 1989 generell verboten ist, könnten 60 Tonnen Elfenbein legal auf den Markt kommen. Dabei handelt es sich um den einmaligen Abverkauf von Lagerbeständen aus drei afrikanischen Ländern.


Der Anfang Oktober tagende Ständige Ausschuss des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA, engl. CITES) in Genf hat die Entscheidung bis zur nächsten Sitzung vor der WA-Konferenz im Juni 2007 aufgeschoben. "Der Plan ist umstritten. Bislang ist es kaum möglich legales und illegales Elfenbein zu unterscheiden," erklärt Peter Pueschel, Leiter der IFAW-Kampagne gegen Wildtierhandel. "Jeder legale Verkauf von Elfenbein facht die Wilderei wieder an."

Allein die Ankündigung des anstehenden Verkaufs von Elfenbein durch die CITES-Vertragsstaatenkonferenz im Jahr 1997 löste neue Wilderei aus. Seit 1997 wurden 64.000 Kilogramm geschmuggeltes Elfenbein beschlagnahmt, das entspricht etwa 6.400 Stoßzähnen oder 3.200 Elefanten. In den letzten 12 Monaten konfiszierten Zollbehörden mehr als 17.576 Kilogramm Elfenbein (entsprechend 1758 Stoßzähne oder 879 Elefanten). Experten sind sich einig, dass dies nur die Spitze des Eisberges des illegalen Handels darstellt.

Die verstärkte Wilderei setzt auch die Wildhüter und Naturschutzbehörden in Elefantengebieten zunehmend unter Druck. Ein wirksamer Schutz der Dickhäuter, der in vielen Ländern auch wichtig ist für Einnahmen aus dem Tourismus erfordert immer mehr Mittel. Diese sind meist aber nicht vorhanden. "Langfristig können wir die Elefanten nur durch ein absolutes Handelsverbot für Elfenbein wirksam schützen. Dafür arbeiten wir vom IFAW. Lebende Elefanten und sichere Nationalparks bieten langfristige Verdienstmöglichkeiten, die durch einen Verkauf von Elfenbein nur gefährdet werden," erklärt Peter Pueschel vom IFAW.

In Accra/Ghana verabschiedeten 19 afrikanische Länder mit Elefantengebieten im August 2006 eine Erklärung, in der sie das absolute Verbot des Elfenbeinhandels fordern. Der ständige Ausschuss der CITES-Konvention tagt jährlich, ihm steht das CITES-Sekretariat bei der Umsetzung der Beschlüsse der Konvention beratend zur Seite. Die nächste Vertragsstaatenkonferenz tagt im Juni 2007 im niederländischen Den Haag.
Autor: nnz

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