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Di, 12:15 Uhr
07.11.2006

nnz-Forum: Dann eben nicht!

Nordhausen/Magdeburg (nnz). Der Streit um Standorte und Bischofsitze der einmal vereinten evangelischen Kirche in Mitteldeutschland wogt weiter. Die nnz berichtete mehrfach. In unserem Forum veröffentlichen wir heute einen Offenen Brief der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kirchenamtes Magdeburg, die sie an die Mitglieder 6. Tagung der XIV Synode der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen geschrieben haben.


Sehr geehrte Synodale, liebe Schwestern und Brüder,

„Wenn’s Erfurt nicht wird, dann wird’s überhaupt nichts.“ Den Eindruck hat man zumindest, wenn man dieser Tage die Pressestimmen aus Thüringen verfolgt. Dass dies die condicio sine qua non ist, hätten uns die Schwestern und Brüder aus Thüringen aber auch schon einmal früher sagen können. Daher wenden wir uns mit diesem offenen Brief an Sie.

Mit großem Erstaunen und großer Enttäuschung haben wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Föderationskirchenleitung der Evangelischen Kirchen in Mitteldeutschland beschlossen hat, den Synoden der beiden Landeskirchen vorzuschlagen, das gemeinsame Kirchenamt nach Erfurt zu verlegen und den Bischofssitz (Anm.: zunächst?) in Magdeburg zu belassen.

Dieser Vorschlag hat nichts gemein mit den Aufträgen, die die Synode der Kirchenleitung im Frühjahr 2006 zur Standortfrage mit auf den Weg gegeben hat. Statt Bischof und Kirchenamt an einem Standort zu vereinen, wird nun eine Trennung von Bischofssitz und Kirchenamt vorgeschlagen. Statt auf die Ergebnisse eines neutralen Gutachtens zurückzugreifen, welches Magdeburg eindeutig favorisiert, wird der viel teurere Umzug nach Erfurt vorgeschlagen.

Die seitens der Föderationskirchenleitung vorgebrachte Begründung, die ökonomisch sinnvollste Lösung, nämlich Kirchenamt und Bischofssitz der EKM in Magdeburg anzusiedeln, sei den Schwestern und Brüdern in Thüringen nicht vermittelbar, kann nur verwundern. Warum hat dann die Synode der Evangelischen Kirchen Thüringen ebenfalls beschlossen, die Standortsuche ergebnisoffener zu gestalten und neben Halle und Erfurt auch Eisenach und Magdeburg als Standorte zu prüfen? Wer soll das Geld für diesen völlig überflüssigen Umzug nach Erfurt aufbringen? Die Lasten werden am Ende die Gemeinden zu tragen haben.

Wir befürchten, dass in dieser Weise nicht nur über den Standort des gemeinsamen Kirchenamtes und den Bischofssitz verhandelt wird, sondern dass auch bei Entscheidungen im Bereich der Kirchenkreise und der Werke und Einrichtungen, der Kirchenkreise („mittlere Ebene“) und bei den Gemeinden nach der Devise „Fusion um jeden Preis“ verfahren wird.

„Wenn’s Erfurt nicht wird, dann wird’s überhaupt nichts.“ Wenn die Schwestern und Brüder aus der Evangelischen Kirchen in Thüringen dabei bleiben, dann muss man fragen, ob deren Wille, die Kirchenprovinz als gleichberechtigten, ernsthaften Partner anzuerkennen, wirklich vorhanden ist.
„Wenn’s Erfurt nicht wird, dann wird’s überhaupt nichts.“ – Dann eben nicht!
Hans Mahlstedt, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
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