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Di, 16:30 Uhr
04.03.2025
Kreissparkasse zieht Bilanz

Stabilität in unsicheren Zeiten

Die Nordhäuser Sparkasse stand im letzten Jahr hoch in der Kundengunst: mit 97 Prozent allgemeiner Zufriedenheit wurde man zur beliebtesten Sparkasse in Hessen und Thüringen gekürt (Foto: Kreissparkasse Nordhausen) Die Nordhäuser Sparkasse stand im letzten Jahr hoch in der Kundengunst: mit 97 Prozent allgemeiner Zufriedenheit wurde man zur beliebtesten Sparkasse in Hessen und Thüringen gekürt (Foto: Kreissparkasse Nordhausen)
Im Angesicht unsicherer Zeiten steht man auch bei der Kreissparkasse vor großen Herausforderungen. Der eingeschlagene Kurs hat sich im vergangenen Jahr ausgezahlt, die Bilanz sieht gut aus und so geht man trotz allem mit Optimismus in die kommenden Monate…

Die Einschätzung der allgemeinen Lage fällt unter Volkswirten im Moment wenig optimistisch aus und in Deutschland steht man vor dem Antritt der neuen Bundesregierung noch vor vielen Fragezeichen. Seit dem Neujahrsempfang Anfang Januar seien die Aufgaben, vor denen man auch in der Nordhäuser Kreissparkasse stehe, nicht nur gewachsen sondern explodiert, sagt der Vorstandsvorsitzende Thomas Seeber. Die Wirtschaft humpelt das dritte Jahr in Folge vor sich hin, rapide Besserung ist nicht in Sicht und global herrscht Unsicherheit. Keine Situation, die man auf die leichte Schulter nehmen könne, auch wenn sich etwa Trump’sche Eskapaden nicht sofort und direkt auf die Region niederschlagen würden.

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Aber noch haben die Nordhäuser Banker keine schlaflosen Nächte, man bewege sich weiter in normalen Bahnen und eine Situation wie es sie 2008 gab, sei nicht absehbar. Vielmehr geht man verhalten optimistisch in die Zukunft, den das alte Jahr war für die Sparkasse kein schlechtes.

„Wir sind zufrieden mit 2024. Die Zinssituation hat sich normalisiert, die Sparer bekommen wieder Geld auf ihre Anlagen und das Geschäftsmodell der Sparkassen funktioniert so, wie es soll“, sagt Seeber. Mit Wertpapieren und der Sparkassenversicherung konnten gute Geschäfte gemacht werden und das man im Haus wieder zur aktiven Anlageberatung zurückgekehrt ist, ist für die Banker auch ein gutes Zeichen. Rund 97 Millionen Euro wurden an Krediten ausgegeben, wobei rund 47 Millionen in den Wohnungsbau gingen. Wer hier tiefer in die Daten schaue, der entdecke auch Wermutstropfen, erläutert Vorstandsmitglied Jan Oberbüchler. „Im Kern können wir mit der Bestandsentwicklung im Immobilienbereich zufrieden sein, wir sehen aber auch, dass Neubau quasi nicht stattfindet und Modernisierungen eher moderat angegangen werden. Hier ist eine Trendumkehr notwendig und der Bedarf an sich auch da, was fehlt sind positive Rahmenbedingungen für Investments.“ Positiv sei zu vermerken, dass es für Durchschnittliche Immobilien im Segment zwischen 150.000 und 250.000 Euro wieder einen Markt gebe.

Mit rund 10.000 Kunden hat sich das Versicherungsgeschäft als Teil des Rund-um-Angebots der Sparkasse ebenfalls gut entwickelt und ist Ausbaufähig, im Bereiche private Girokonten ist man mit 56% Marktanteil weiter lokaler Primus. Vom bewährten Filialsystem und dem ganz analogen Zugang von 8 bis 18 Uhr werde man nicht abweichen. „Die Filialen sind Teil unserer DNA, Anpassungen kann es nur dann geben, wenn es die Demographie nötig macht. Aber wir haben auch schon vor 20 Jahren über Filialnetze diskutiert und sie sind noch immer da. Andere ziehen sich aus der Fläche zurück, die Stärke der Sparkasse liegt in ihrer Regionalität und dem breiten Angebot für die Kunden“, so Oberbüchler.

Bei den Einlagen kennt die Entwicklung kein Auf oder Ab, im Plus lagen wie DAX und Dow Jones im letzten Jahr aber die Wertpapiere. „Wir verstehen diesen Bereich vor allem als langfristige Beimischung für das Depot, dass die Durchschnittsrendite heben soll. Politische Unsicherheit schlägt da natürlich Wellen, aber jede Krise glättet sich auch wieder.“, sagt Seeber. Zu Anlagen auf Tagesbasis berate man deswegen gar nicht erst, setzt stattdessen auf langfristige Anlagen von fünf bis zehn Jahren. Dem „Crypto“ Markt steht man skeptisch gegenüber, der Handel mit Bitcoin und Co. sei vor allem ein spekulatives Schneeballgeschäft ohne inhärenten Wert. Beratungen wird man zu diesem Thema deswegen nicht anbieten, da die Nachfrage gerade unter jüngerem Kunden aber durchaus gegeben ist, könnten zukünftig „Crypto“ als Teil von Depots für die Kunden angeboten werden, die das explizit wünschen.

Dem Kunden will man nicht vorschreiben, was der mit seinem Geld zu tun und zu lassen hat und modernen Entwicklungen kann und will man sich nicht verschließen. Der Trend zur Digitalisierung macht auch vor den regionalen Geldhäusern keinen Halt. Stark im Kommen ist etwa die digitale Geldkarte auf dem Handy, zu der nun auch die Digital-PIN anrollt, die nicht mehr wie bisher ihren Weg zum Kunden über die physische Post finden muss. Im globalen Zahlungsverkehr geht man über das europäische System „Wero“, das Angebote wie "VISA" oder "Mastercard" Konkurrenz machen soll, einen Schritt in Richtung Unabhängigkeit. „Das internationale Zahlungssystem ist stark Anglo-amerikanisch geprägt und man kann sich heute nicht mehr sicher sein, dass nicht doch einmal jemand entscheidet, den Schalter umzulegen und den Zahlungsverkehr lahmzulegen. Das System ist noch in der Startphase und der Wettbewerb wird schwer, die Situation im Moment zeigt aber, dass ein europäisches System unter eigener Datenhoheit sinnvoll ist, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein“, erklärt Seeber.

Sicherheit fängt beim Nutzer an
Wo es um Geld geht, sind kriminelle Elemente nicht fern, auch nicht in der digitalen Welt. Die Systeme, die das Bankenwesen anbiete, seien dabei über mehrfache Authentifizierung in der Regel sehr sicher. Problematisch wird es dann, wenn die Nutzer selber Gaunern und Betrügern die Schlüssel zum abgesicherten Portemonnaie überreichen. Mehrere solcher Fälle beschäftigten im vergangenen Jahr auch die Sparkasse. Von einem Massephänomen könne man zwar nicht sprechen, dennoch sei es sinnvoll, weiter für die Thematik zu sensibilisieren. „Skepsis und Vorsicht sind die besten Berater. Grundlegende Daten wie PIN-Nummern sollte man niemals an Dritte weitergeben und die Sparkasse wird solche Daten auch niemals per Telefon oder E-Mail abfragen.“, sagt Seeber. Im Notfall gelte es zudem, schnell zu handeln und Kontakt mit der Bank aufzunehmen, etwa über die Not-Sperrnummer 116-116. Außerdem wird bei Bedarf auf „Geoblocking“ angeboten, um den Missbrauch einer Karte im Ausland vorzugreifen.

In Hessen und Thüringen auf Platz 1
In der Gunst der Kundschaft steht die Nordhäuser Sparkasse hoch im Kurs. Im Wettbewerb der Sparkassen in Hessen und Thüringen konnte man im vergangenen Jahr allen Kollegen den Rang ablaufen: 96 Prozent der Befragten attestierten ihrer Sparkasse gute Beratung und guten Service, 97 Prozent gaben an, mit dem Haus als solches hochzufrieden zu sein. Eine schöne Spitze auf dem Sahnehäubchen, die auch daraus resultieren mag, dass man nicht alleine auf das Geld verdienen aus ist, sondern auch viel und fleißig in die Region zurückgibt. Mit knapp 133.000 Euro förderte man in 2024 Sport, Kultur und Soziales, außerdem stellte man 14 eigene Veranstaltungen und sechs Ausstellungen auf die Beine.

Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf der finanziellen Bildung und der beruflichen Orientierung. Der „Schulservice“ wurde gut angenommen und das altgediente „Planspiel Börse“ führte zuletzt wieder über 50 Teams virtuell an den Aktienmarkt heran. Der nächste Traditionstermin steht auch schon fest, am 14. und 15. März wird man wieder zum „Forum Berufsstart“ laden, dem nunmehr 27. seiner Art. Die Sparkasse, so drückt es der Kollege von der gedruckten Zeitung heute aus, ist „auch ein Stück Heimat“. Und sie wird es bleiben, auch wenn es auf der Welt mal wieder stürmisch zugeht.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Dorfkind
05.03.2025, 14:08 Uhr
Kein Schneeballsystem
Bitcoin ist kein klassisches Schneeballsystem, auch wenn Kritiker dies gelegentlich behaupten. Ein Schneeballsystem basiert darauf, dass neue Investoren Geld einzahlen, um die Renditen früherer Investoren zu finanzieren, und kollabiert zwangsläufig, wenn keine neuen Teilnehmer mehr hinzukommen.

Bitcoin hingegen funktioniert als dezentrales, Open-Source-Protokoll, das von einem globalen Netzwerk aus Minern und Nodes gesichert wird. Es gibt keine zentrale Instanz, die Geld einsammelt oder auszahlt. Ein wesentlicher Unterschied liegt zudem in der begrenzten Menge von 21 Millionen Bitcoin, wodurch eine Inflation ausgeschlossen ist und eine geldähnliche Knappheit entsteht. Zudem wird Bitcoin als digitales Zahlungsmittel genutzt, das grenzüberschreitende Transaktionen ohne Mittelsmänner ermöglicht.

Während der Preis stark von Angebot und Nachfrage bestimmt wird und Bitcoin als spekulativ gilt, basiert sein Wert dennoch auf einer wachsenden Akzeptanz als Wertspeicher und Zahlungsmittel. Anders als bei einem Ponzi-System gibt es keine zentrale Instanz, die das System orchestriert oder manipuliert.
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