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Mo, 17:39 Uhr
07.01.2002

Tschechov am Nordhäuser Theater

Nordhausen (nnz). „Drei Schwestern“ so lautet das neueste Stück am Nordhäuser Theater, welches am kommenden Freitag alle Schauspiel-Interessierten zur ersten Premiere anlocken soll. Einen kleinen „Vor“-Einblick gibt Ihnen die nnz.


Anton Pawlowitsch Tschechov schrieb dieses Werk vor fast genau 100 Jahren in einer Zeit des Übergangs. Vieles von dem seinerzeit Geschriebenen kann in unsere heutige Wirklichkeit übertragen werden. Dramatik, schwermütige Emotionen und Resignation zeichnen die meisten Werke des russischen Schriftstellers aus. Doch was den Zuschauer am Nordhäuser Theater erwartet, scheint nicht so dramatisch, wie es auf den ersten Blick typisch dem Stil Tschechows entspricht. Die Nordhäuser Aufführung der „Drei Schwestern“ ist keine pure Kopie. Regisseur Matthias Messmer: „Schon bei den unterschiedlichen Übersetzungen des Werkes mussten wir überlegen, welche Art der Inszenierung am besten geeignet ist. Letztlich entschieden wir uns, auch viele komödiantische Details aufzugreifen und einzubinden. Der Zuschauer soll neben der Schwere auch Witz und Humor erleben können.“ Kostüme und Bühnenbild sind der Zeit angemessen gestaltet, eine Modernisierung und Reflektion auf die Gegenwart braucht nicht befürchtet werden.

Worum geht es in dem Werk? Drei Schwestern ist es unmöglich, aus den erstarrten Verhältnissen ihres Landlebens auszubrechen. Die Hoffnung verheißende Großstadt („Nach Moskau!“ ist ein zentraler Satzrefrain des Dramas) bleibt ihnen unerreicht. Langeweile und Ödnis beherrschen ihren Alltag. Die Erinnerung an längst vergangene Zeiten und die Resignation in der Gegenwart werden durch Banalitäten verwischt. Einziger Halt gibt die Hoffnung und die Sehnsucht auf ein kaum benanntes zukünftiges Glück. Trotzdem versinken die Figuren immer wieder in Schwermut und Melancholie. Wie heißt es so schön: „Auch in tausend Jahren wird der Mensch seufzen: ,Ach, wie schwer ist das Leben‘, und wird doch gleichzeitig, so wie wir jetzt, sich vor dem Tode fürchten und nicht sterben wollen“.

Bleiben wir gespannt auf den kommenden Freitag. Einen eindrucksvollen Theaterabend erhofft sich das Ensemble um Regisseur Matthias Messmer. Beginn ist 19:30 Uhr und Karten bekommen sie wie immer telefonisch unter 03631/983452 oder an der Abendkasse.
Autor: vf

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