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So, 09:13 Uhr
01.10.2006

Massenschlägerei in Artern

Nordhausen (nnz). In Artern wird an diesem Wochenende der traditionelle Zwiebelmarkt gefeiert. Gestern gab es nicht nur das Festtreiben, sondern auch eine Massenschlägerei. Angezettelt wurde sie nach Polizeiangaben durch Rechtsradikale. Weitere Einzelheiten mit einem Klick.


Bei einer Massenschlägerei in Artern sind in der Nacht zum Sonntag mehrere Menschen verletzt worden. In Artern feiert man an diesem Wochenende den traditionellen Zwiebelmarkt. Bereits in den späten Abendstunden waren mehrere junge Menschen aus dem benachbarten Sachsen-Anhalt am Festzelt erschienen. Das Festzelt war jedoch mit 1.300 Plätzen vollständig ausverkauft. Kurz nach 1.00Uhr tauchten erneut rund 20 Personen, die offensichtlich der rechten Szene zuzuordnen sind, vor dem Zelt auf.

Nach verbalen Auseinandersetzungen zwischen Besuchern des Zwiebelmarktfestes und den „ungebetenen Gästen“ entwickelten sich mehrere handfeste Schlägereien. Die Auseinandersetzungen verlagerten sich auch in die angrenzenden Straßen und führten dazu, dass etwa 100 Menschen die „Rechten“ durch die Straßen trieben. Dabei ging man mit Fäusten und Bierflaschen aufeinander los. Von bisher Unbekannten wurde ein Müllcontainer in Brand gesetzt und über eine abschüssige Straße in die verfolgenden Menschenmassen gerollt.

Immer wieder mussten Rettungswagen gerufen werden, um Verletzte auf den Straßen zu versorgen oder in das Krankenhaus zu bringen. Aus ganz Nordthüringen wurden alle verfügbaren Polizeistreifen nach Artern geschickt. Ein Einsatzzug der Bereitschaftspolizei eilte ebenfalls zu Hilfe. Sich prügelnde Personen mussten getrennt, mehrere kleine Gruppen immer wieder gesprengt werden.

Mehrere „Rechte“ flüchteten in die Polizeistation, um Schutz zu suchen. Sie wurden später mit Polizeifahrzeugen aus der Stadt gebracht. Gegen die 20 Angreifer, die aus Sangerhausen und dem Muldetalkreis stammen, wurde ein Platzverweis für die Stadt Artern ausgesprochen. Anschließend wurden sie bis zur Landesgrenze von Polizeikräften begleitet. Nach bisherigen Erkenntnissen mussten acht Verletzte im Krankenhaus medizinisch versorgt werden. Wie viele Menschen insgesamt verletzt wurden, ist noch nicht bekannt.

Nur durch den besonnenen, aber konsequenten Einsatz der rund 50 Polizisten war es möglich, dass kurz nach 3.00 Uhr wieder Ruhe in die Stadt einzog. Die Polizei rechnet damit, dass im Laufe des Tages noch mehr Verletzte bekannt werden und Anzeigen wegen Körperverletzungen und Sachbeschädigungen aufgenommen werden müssen.
Autor: nnz

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